Hoffenheim - Als Julian Nagelsmann die TSG 1899 Hoffenheim am 20. Bundesliga-Spieltag auf Tabellenplatz 17 übernahm, herrschte Düsternis rund um den Kraichgau. Doch der jüngste Bundesliga-Trainer der Geschichte führte das Team wieder zurück ins Licht - und feierte am 33. Spieltag trotz der 0:1-Niederlage bei Hannover 96 den Klassenerhalt. Zahlen & Fakten zur Nagelsmann-Erfolgsstory:

Vor allem die unter Nagelsmann wieder gefundene Heimstärke war ein Schlüssel zum Klassenerhalt: In den sechs Partien unter der Regie des 28-Jährigen vor eigenem Publikum blieb Hoffenheim ungeschlagen und holte16 von 18 Punkten!  

Zudem ließ sich Nagelsmann nie beirren, obwohl die TSG auch unter ihm bis inklusive des 26. Spieltags auf einem direkten Abstiegsplatz stand und erst in Runde 27 auf Rang 16 sprang. Am 28. Spieltag dann verließ Hoffenheim dann die letzten drei Plätze und wird dort auch am Saisonende bleiben.

Breite Brust und taktisch variabel

Insgesamt formte Nagelsmann aus einem komplett verunsicherten Team eine echte Einheit, die dauerhaft punktete: Aus den 13 Partien unter ihm holte die TSG 23 Punkte – nur Meister FC Bayern München, Vizemeister Borussia Dortmund und Champions-League-Teilnehmer Bayer 04 Leverkusen sammelten in diesem Zeitraum mehr Zähler!

Mitverantwortlich dafür ist auch die taktische Variabilität unter Nagelsmann.  So wechselte er immer wieder, ließ oft im 3-5-2 beginnen, setzte aber auch auf ein 4-3-3-System.

Wie grandios Nagelsmann das Team wieder auf Kurs brachte, zeigt ein Vergleich mit seinen Vorgängern in dieser Saison – der Youngster brachte der Mannschaft die Siegermentalität zurück, mehr als die Hälfte der Spiele wurden gewonnen (unter Gisdol und Stevens nur zwei von 20!).

Der Stürmer-Flüsterer

Nagelsmann ist ein wahrer Stürmer-Flüsterer, diverse Offensivspieler blühten unter ihm auf. Bestes Beispiel: Andrej Kramaric. Der Winterneuzugang war unter Stevens ohne Torbeteiligung geblieben, unter Nagelsmann traf er fünfmal. Auch Mark Uth erlebt unter dem jungen Coach seinen sportlichen Frühling: Sechs seiner sieben Saisontreffer markierte der Angreifer unter Nagelsmann.

Insgesamt bejubelte Hoffenheim fünf Jokertore unter Nagelsmann in 13 Spielen und damit mehr als doppelt so viele wie in den 20 Saisonpartien unter Gisdol und Stevens (da waren es nur zwei).

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Jugend forscht - und überzeugt

Auch auf die Jugend wird unter Nagelsmann weiter vertraut. In acht der 13 Partien war die Startelf im Schnitt unter 24 Jahren alt, in den restlichen Spielen nur ganz knapp darüber.