Frankfurt - Nach dem Abpfiff redete Yann Sommer eingewickelt in zwei blaue Handtücher im Kabinentrakt des Frankfurter Stadions zusammen mit Granit Xhaka und Haris Seferovic mit dem Schweizer Nationaltrainer Vladimir Petkovic.

Dieses 0:0 zwischen Eintracht Frankfurt und Borussia Mönchengladbach war ja auch ein Treffen der Schweizer Internationalen, Sommer und Xhaka auf Gladbacher Seite spielen ja um den Einzug in die Champions-League und konnten Freitagnacht noch nicht einschätzen, ob das Remis in Frankfurt nun ein Punktgewinn war oder nicht.

Immerhin war es das neunte Spiel ohne Niederlage in der Liga hintereinander für die Borussia. Und für Torhüter Sommer war es kein schlechter Tag, er hatte sein Tor ja sauber gehalten. Bevor er mit seinen Schweizer Kollegen über die Nationalmannschaft redete, stellte sich Yann Sommer den Fragen der Journalisten und erzählte auch die kuriose Geschichte über die ungewönliche Anreise zum Spiel.

Frage: Wie fühlt sich dieses 0:0 in Frankfurt für Sie an?

Sommer: Es war ein ganz schwieriges Spiel für uns. Frankfurt hat über 90 Minuten Manndeckung gespielt und nie nachgelassen. Sie haben uns keine Räume gelassen. Wir müssen uns ankreiden, dass wir in der ersten Halbzeit kein Tor gemacht haben, da hatten wir gute Möglichkeiten und kamen oft vor das Tor des Gegners – das war in der zweiten Halbzeit dann nicht mehr der Fall. Da haben wir zu selten schnell nach vorne gespielt. Insgesamt sind wir deshalb mit dem Punkt nicht unglücklich.
Frage: Wie ordnen Sie das Ergebnis im Fernduell mit Bayer Leverkusen um die direkte Teilnahme an der Champions-League ein? Bayer könnte mit einem Sieg gegen Hannover am Samstag an Gladbach vorbeiziehen.

"Das war kein einfaches Spiel für uns"

Sommer: Der Punkt kann aber auch sehr wichtig sein. Uns interessiert nicht Bayer Leverkusen, uns interessiert nur Borussia Mönchengladbach. Ja, das war ja kein einfaches Spiel für uns. Frankfurt hat schon lange nicht mehr zuhause verloren, das hat man gesehen heute. Wenn wir das Spiel anschauen, ist der Punkt nicht schlecht.

Frage: Sie spielten hinten zu Null, da ist ein Torwart immer zufrieden, oder?

Sommer: Natürlich. Wir wissen, dass Frankfurt offensiv sehr stark ist. Wir hatten auch ein bisschen Glück, dass sie manche Chance nicht bis zum Ende ausgespielt haben. In der zweiten Halbzeit hatten sie die besseren Chancen, deshalb sind wir nicht unzufrieden.

"Ich vergleiche mich nicht mit meinem Vorgänger"

Frage: Nächste Woche spielt Ihr zuhause gegen den VfL Wolfsburg, dort spielt ihr Landsmann und Vorgänger im Nationalteam, Diego Benaglio, im Tor. Ist das ein besonders Spiel für Sie?

Sommer: Ich vergleiche mich nicht mit meinem Vorgänger. Das ist ein Spiel, das wir gewinnen wollen, darum geht es, und um sonst nichts.

Frage: Was nehmt Ihr von diesem Spiel mit in die Begegnung gegen den Tabellenzweiten?

Sommer: Wir müssen erst noch mal das Spiel hier Revue passieren lassen und schauen, wie wir gegen einen Gegner, der uns keine Räume lässt, uns künftig besser befreien.

Frage: Die Anreise war kurios, Euer Mannschaftsbus stand im Stau, deshalb seid ihr ausgestiegen und ein Stück gelaufen. So etwas haben Sie noch nicht erlebt, oder?

Sommer (lacht): Nein, das habe ich noch nicht erlebt. Aber wir sind gut umgegangen mit der Situation, wir waren dann ja noch pünktlich im Stadion zum Aufwärmen. Nach fünf Minuten Gehen sind wir wieder in den Bus gestiegen. Es war auf jeden Fall interessant.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter