Barcelona - Daniel Schwaab konnte einem Leid tun. Zusammen mit seinen Mitspielern stemmte er sich gegen das übermächtige Team des FC Barcelona. Alleine geholfen hat es nicht. Beim 1:7 wurde Bayer Leverkusen schlicht vorgeführt. Der überragende Lionel Messi narrte die Abwehr der Werkself immer wieder und traf gleich fünf Mal ins Schwarze.

"Wenn man denkt, dass man dran ist, lässt er den Ball mit dem ersten Kontakt klatschen. Er sucht erst das Eins-gegen-eins wenn er aufdrehen und frontal auf dich zugehen kann. Da darf man dann auch nicht in Harakiri-Manier draufgehen", erklärte Schwaab im bundesliga.de-Interview.

Schwaab spricht über die Gründe für die Niederlage im Camp Nou und blickt auf das nächste Bundesligaspiel beim VfL Wolfsburg voraus.

bundesliga.de: Herr Schwaab, können Sie sich erklären, wie es zu diesem 1:7-Debakel kommen konnte?

Daniel Schwaab: Es lag an einem überragenden Gegner. In der ersten Hälfte haben wir noch ganz gut dagegen gehalten und haben unsere Torchancen gesucht. Aber wir wurden bei jedem Ballverlust brutal bestraft. Da hat Barca eine Qualität, die ist einfach unglaublich.

bundesliga.de: Nach dem Pausenpfiff brachen schnell alle Dämme. Was war da los?

Schwaab: In der Kabine haben wir uns gesagt, dass wir rausgehen und uns richtig gut verkaufen wollen. Aber der Schuss ging nach hinten los. Barca hat den sich bietenden Platz eiskalt ausgenutzt. Wenn dann auch noch der beste Spieler der Welt einen super Tag erwischt, dann bekommt man halt auch sieben Gegentore.

bundesliga.de: Messi wurde aber oftmals auch nicht richtig attackiert.

Schwaab: Wenn man denkt, dass man dran ist, lässt er den Ball mit dem ersten Kontakt klatschen. Er sucht erst das Eins-gegen-eins wenn er aufdrehen und frontal auf dich zugehen kann. Da darf man dann auch nicht in Harakiri-Manier draufgehen. Dann sieht man ganz alt aus.

bundesliga.de: Nach vorne lief bei Bayer auch nicht viel zusammen. Woran lag das?

Schwaab: Wenn man gegen Barcelona in Ballbesitz kommt, stürzen sofort zwei, drei Spieler auf dich zu. Es bleibt kaum Zeit, eine Anspielstation zu finden. Die taktische Marschroute war es deshalb, die erste Druckwelle mit einem hohen Ball zu überspielen, um dann vorne nachzusetzen. Aber sie haben einfach alle Bälle so gut unter ihre Kontrolle gebracht, dass wir einfach nie richtig ins Spiel gekommen sind.

bundesliga.de: Sie wirken recht aufgeräumt. Nimmt einen so ein Debakel gar nicht richtig mit?

Schwaab: Es ist natürlich besonders bitter, mit einem 1:7 die Heimreise anzutreten. Aber wir wissen doch alle ganz genau, dass kaum eine Mannschaft mit Barcelona zu vergleichen ist. Wir haben schon in der Kabine mit der Analyse begonnen. Deshalb wirken wir vielleicht alle etwas gefasst.

bundesliga.de: Schon am Samstag geht es in der Bundesliga in Wolfsburg weiter. Kann die Mannschaft das 1:7 bis dahin verdauen?

Schwaab: Es ist doch eine riesige Chance, wenn man drei Tage nach so einem Debakel wieder ein Spiel hat, das man gewinnen kann. So können wir möglichst schnell Wiedergutmachung betreiben. Unser Aufwind wurde in Barcelona zwar etwas gebremst. Aber wieso sollten wir in Wolfsburg nicht wieder an die Erfolge in der Bundesliga anknüpfen?

bundesliga.de: Zumal Platz 4 ja wieder in Schlagdiszanz liegt. Der Rückstand beträgt nur noch vier Punkte.

Schwaab: Ja, aber es bleiben vier Punkte. Wir müssen den Aufwärtstrend aus den vorherigen Bundesligaspielen wieder aufnehmen und in Wolfsburg ein Zeichen setzen. Wir müssen zeigen, dass wir uns von so einer Pleite nicht aus der Ruhe bringen lassen und unseren Weg weitergehen.

Das Gespräch führte Michael Reis