Nürnberg - Christian Eiglers spektakulärer Treffer bescherte dem 1. FC Nürnberg einen überraschenden Punkt im 182. Derby gegen den FC Bayern München. Im Interview erklärt der FCN-Stürmer, wie er seinen Sonntagsschuss erlebte. Mit seinem Team will Eigler jetzt in Kaiserslautern nachlegen.

Frage: Hallo, Herr Eigler, Glückwunsch zum Punktgewinn und zu Ihrem sensationellen Tor. Wie haben Sie das alles erlebt?

Christian Eigler: Ich habe gesehen, dass der Ball ein bisschen kurz herausgespielt wurde und dass keiner mehr im Tor war. Ich wusste also, dass der Ball reingeht, wenn ich gut ziele.

Frage: Sie haben dann gut gezielt...

Eigler: Schon wahr, trotzdem kam es mir so vor, als wäre der Ball dann noch gefühlte fünf Minuten in der Luft gewesen. Ich hatte schon Angst, dass er nach dem Aufspringen noch über das Tor geht. Aber zum Glück ist er dann ja rein.

Frage: Ihr Treffer erinnert ein wenig an das Tor von Dejan Stankovic gegen Schalke.

Eigler: Das habe ich in den letzten Minuten jetzt schon ein paar Mal gehört. Aber ehrlich gesagt habe ich das Tor gar nicht gesehen.

Frage: Wie bitte?

Eigler: Ja, wirklich, ich habe das Spiel zwar angeschaut, kann mich jetzt aber nicht an den Treffer erinnern.

Frage: Sind solche besonderen Tore in einem Derby nicht das I-Tüpfelchen?

Eigler: Ach, weniger schöne Tore sind auch gut, die vier gegen St. Pauli waren schon auch okay. Aber ein Tor in einem Spiel gegen die Bayern ist natürlich noch einmal etwas anderes, zumal es schon das zweite war, seit ich beim Club bin.

Frage: Haben Sie denn Mitgefühl mit Thomas Kraft? Der Bayern-Torwart war ja nicht ganz unschuldig am Tor.

Eigler: Mitgefühl? Ich weiß nicht. Das gehört dazu zum Fußball, der wird jetzt auch nicht so furchtbar traurig sein. Die Bayern werden schon noch ein paar Spiele in der Saison gewinnen. Sie haben ja auch heute nicht schlecht gespielt und hatten ihre Chancen. Ich glaube schon, dass sie die Champions League erreichen werden.

Frage: Ihr Team hat nach dem Ausgleich gleich selbstbewusst weitergespielt. Waren Sie sicher, dass nichts mehr anbrennen würde?

Eigler: Kurz vor dem 1:0 hatte ich ja eine Gelegenheit vergeben, dann kam das Gegentor. Da dachte ich schon: Hoffentlich packen wir das noch. Aber es stimmt schon, ich hatte dann ein gutes Gefühl. In der zweiten Halbzeit haben wir dann ja auch ordentlich Druck gemacht.

Frage: Nach dem Abpfiff kam es zu einer Rudelbildung, Robben sah die Rote Karte. Was war da los?

Eigler: Das habe ich alles nicht mitbekommen, aber vielleicht haben sich die Bayern-Spieler ja beschwert, dass der Schiedsrichter das Tor für uns nicht gegeben hat. Vielleicht wollten sie ja verlieren. Aber Spaß beiseite. Ich war einfach zu weit weg, um irgendetwas mitzubekommen.

Frage: Mainz 05 hat parallel in Hannover verloren, ihr könnt also wieder ein bisschen auf die Europacup-Ränge schielen.

Eigler: Die 44 Punkte, die wir uns vorgenommen haben, werden wir sicher noch schaffen. Dann können wir immer noch weitersehen.

Frage: Wäre es jetzt nicht Zeit zu sagen: Wir wollen diesen 5. Platz. Schließlich sind es nur noch fünf Spiele bei zwei Punkten Rückstand.

Eigler: Wenn wir jetzt noch ein paar Siege landen und am Ende auf Platz 5 sind, werden wir uns sicher nicht dagegen wehren. Wir wollen schon drei Punkte in Lautern holen und werden auf Sieg spielen.

Aufgezeichnet von Christoph Ruf