Arminia Bielefelds Geschäftsführer Detlev Dammeier nimmt Stellung zur aktuellen Lage, zur Trainerfindung und zur sportlichen Ausrichtung in der 2. Bundesliga.

Frage: Direkt nach dem Abstieg wurde Kritik in Richtung der sportlichen Leitung laut. Wie bewerten Sie das Ergebnis der anschließenden Aussprache im Hinblick auf die jetzt anstehende Planung der sportlichen Zukunft?

Detlev Dammeier: Natürlich war ich überrascht über die Heftigkeit einiger Aussagen. Zu Wochenbeginn haben wir uns dann intern zusammengesetzt und alle Dinge auf den Tisch gebracht. Beide Seiten haben Fehler eingeräumt, die die interne Kommunikation betrafen. Der Vorstand hat mir das Vertrauen ausgesprochen, deshalb ist das Thema für mich vom Tisch. Die Planungen für die kommende Saison sind natürlich auch schon vorher angelaufen, nach unserer Aussprache gehen sie mit unvermindertem Hochdruck weiter.

Frage: Ist der Wiederaufstieg das konkrete Saisonziel?

Dammeier: Natürlich wird ein Wiederaufstieg nie zum Selbstgänger. Dazu brauchen wir auch ein bisschen Geduld und nicht zuletzt auch weiterhin den Rückhalt der Fans. Einige Bundesligaabsteiger haben das in den letzten Jahren nicht geschafft und sollten uns als warnendes Beispiel dienen, das wir uns ständig vor Augen halten müssen. Auch oder erst Recht in der zweiten Liga entscheiden zahlreiche Faktoren, vielleicht sogar auch Kleinigkeiten, über den sportlichen Erfolg. Es wird rauer zur Sache gehen, Kampf und Willensstärke werden noch mehr gefordert sein. Mannschaft und Trainer müssen sich vom Kopf her von Beginn an auf diese neue Situation einstellen. Nichts desto trotz ist der Wiederaufstieg unser Ziel. Es liegt an uns, die Mannschaft so zusammen- und auch einzustellen, dass sie möglichst ohne holprigen Start in die Saison kommt.

Frage: Welche Kriterien sollte der neue Coach erfüllen?

Dammeier: Er sollte eine klare Spielphilosophie mit einer dazu passenden Gesamtausrichtung haben. Wir müssen in der zweiten Liga sicherlich einen anderen Fußball anbieten, werden häufig favorisiert ins Spiel gehen. Außerdem wollen wir zu Hause natürlich wieder eine Macht werden, was uns in der letzten Saison nicht gelungen ist. Insgesamt wollen wir offensiven, attraktiven und erfolgreichen Fußball anbieten. Dementsprechend muss der Trainer zu uns passen.

Frage: Ein Name wird momentan in den Medien gehandelt: Michael Eneramo. Wie ist der aktuelle Stand?

Dammeier: Ich würde ihn sehr gerne verpflichten, da ich denke, dass er ein Stürmer ist, der uns weiterbringen und hier in Bielefeld auch gut klar kommen würde. Ich hoffe, ihn davon überzeugen zu können, dass Arminia Bielefeld für ihn auch in der zweiten Liga attraktiv ist. Mit seinem Berater befinde ich mich in permanentem Austausch.

Frage: Bis auf Thorben Marx haben alle Arminen einen gültigen Kontrakt für die zweite Liga. Wie stehen die Chancen, dass die wichtigsten Leistungsträger dem Club erhalten bleiben?

Dammeier: Der Kader wird sicherlich frisches Blut benötigen und auch bekommen. Insbesondere im Offensivbereich werden wir neue Spieler präsentieren, da wir in der zweiten Liga gefordert sind, das Spiel selbst zu machen, also offensiver zu spielen. Andererseits brauchen wir natürlich auch ein gutes, stabiles Gerüst mit Erfahrung und Qualität. Dementsprechend möchte ich einen Großteil unserer Spieler behalten, nach Möglichkeit natürlich auch die Leistungsträger, zu denen im Übrigen selbstverständlich auch Rüdiger Kauf gehört. Diesbezüglich bin ich zuversichtlich, dass uns das gelingen wird. Wir werden eine starke Mannschaft aufbieten.