Wolfsburg - Was für ein Finale: Um Punkt 18 Uhr am Montagabend klappte in der Bundesliga das Transferfenster zu, und noch eine Viertelstunde vor Abpfiff ging beim VfL Wolfsburg das letzte Dokument durchs Fax.

"Das war ein hartes Stück Arbeit", bilanzierte Dieter Hoeneß, der mit Patrick Helmes, Tuncay Sanli und Jan Polak sowie Yohandry Orozco und Koo Ja-Cheol am Ende des Tages nicht weniger als fünf neue Profis in der Volkswagen Arena begrüßte: "Was die Anzahl der Spieler anbetrifft, haben wir da sicher noch einmal zugeschlagen. Mit der Lösung, die wir gefunden haben, sind wir nun aber vollauf zufrieden."

"Keine verrückten Dinge gemacht"

Nach einem Tag voller Verhandlungen und Präsentationen erläuterte Hoeneß seine Gedanken zur neuen Mischung des Kaders.

"Wir haben sowohl eine strategische als auch eine kurzfristige Ausrichtung verfolgt, denn natürlich mussten wir neben der Weiterentwicklung der Mannschaft auch die aktuelle Situation im Auge behalten", so der Geschäftsführer. Hier sei mit den Talenten auf der einen und den drei sofortigen Verstärkungen auf der anderen Seite am Ende eine sehr gute Mischung gelungen. "Wir sind sportlich überzeugt und haben keine verrückten Dinge gemacht. Das ist die Maßgabe gewesen."

Für alle Fünf war der Manager noch einmal voll des Lobes, und das nicht nur in sportlicher, sondern auch in menschlicher Hinsicht. "Patrick Helmes zum Beispiel hat für das Gelingen des Wechsels sehr viel getan. Er hat von Anfang an deutlich gemacht, dass er unbedingt zu uns kommen will. Und wenn ein erfahrener Mann wie Tuncay Sanli bei seiner Ankunft sagt, er könne vor lauter Aufregung gar nicht schlafen, dann sagt das schon sehr viel aus", so Hoeneß. "Genau solche Spieler, die heiß darauf sind, für den VfL Wolfsburg zu spielen, wollen wir haben."

Helmes und McClaren sehr zufrieden

Und der Stürmer gibt gleich ein Kompliment zurück. "Der Verein hat eine gute Mannschaft, die jetzt punktuell verstärkt worden ist. Es sind gestandene Profis und Perspektivspieler gekommen, das wird uns helfen", lobt Helmes: "Hier gibt es beste Strukturen, und ich habe einfach ein gutes Gefühl. Für mich ist es wichtig, dass mir der Trainer das Vertrauen schenkt. Dann habe ich den Kopf frei und kann richtig angreifen. Da ich die Bundesliga kenne, brauche ich keine weitere Eingewöhnungszeit."

"Wir haben nicht nur den Kader vergrößert, sondern auch echte Qualitätsspieler verpflichtet. Jetzt haben wir mehr Optionen und mehr Flexibilität, was die Mannschaft mit Sicherheit nach vorne bringen wird", ist auch Trainer Steve McClaren froh über die neuen Alternativen. Die erste Bewährungsprobe steht am Samstag bei Hannover 96 an. "Mit welcher Formation wir nun spielen, ist nicht so entscheidend. Es geht darum, ein System zu finden, das zu uns passt und das es möglich macht, Spiele zu gewinnen", so der Engländer.

Zu seiner Aussage übrigens, eigentlich kein Freund von Wintertransfers zu sein, stehe Hoeneß nach wie vor. "Schließlich haben gerade diese Verhandlungen wieder gezeigt, wie schwierig es ist, in der Winterpause umzusetzen, was man sich vorstellt", sagte der Geschäftsführer. "Gerade wegen der schwierigen Umstände aber bin ich zufrieden. Der Umbau der Mannschaft ist im Gange und wird im Sommer weiter fortgesetzt werden. Für den Moment denke ich, dass wir es sehr gut hinbekommen haben."