54 Treffer in 34 Spielen: Dzeko (l.) und Grafite stellten einen neuen Rekord auf
54 Treffer in 34 Spielen: Dzeko (l.) und Grafite stellten einen neuen Rekord auf
Bundesliga

Wolfsburger Wundersturm

Der 23. Mai 2009 war ein guter Tag, um Geschichte zu schreiben: erstmals in seiner Vereinsgeschichte konnte sich der VfL Wolfsburg als Deutscher Meister feiern lassen.

Mit einem 5:1-Sieg über Werder Bremen sicherte sich der VfL Platz 1 in der Abschlusstabelle der Bundesliga-Saison 2008/09.

Natürlich unter den Torschützen: Grafite mit einem Doppelpack sowie Edin Dzeko, das in dieser Spielzeit überragende Sturmduo der "Wölfe".

Für den Brasilianer waren es die Treffer 27 und 28, was ihm auch die Torjägerkanone sicherte. Für seinen bosnischen Sturmpartner war es Tor Nummer 26.

54 Tore - neuer Bundesligarekord

Macht summa summarum 54 Treffer für die "Leitwölfe" - mehr als je zuvor ein Sturmduo in der Bundesliga im Laufe einer Saison erzielt hatte.

Den alten Rekord hatte Gerd Müller - wer sonst? - zusammen mit Uli Hoeneß gehalten. Die Bayern-Stürmer waren in den Spielzeiten 1971/72 sowie 1972/73 jeweils 53 Mal erfolgreich gewesen.

Dzeko: "Ein Traum"

"Das ist ein Traum. Ich habe nie gedacht, dass ich innerhalb von zwei Jahren hier in Deutschland Meister werde. Das Grafite und ich den ewigen Torrekord von Gerd Müller und Uli Hoeneß gebrochen haben, ist toll", sagte Dzeko.

Während der "Bomber der Nation" damals mit 40 bzw. 36 Toren deutlich produktiver als sein Partner gewesen war, liegt die Sachen bei Grafite und Dzeko ganz anders.

"Einfach phänomenal"

Das verdeutlicht ein weiterer Rekord am besten: erstmals schafften es zwei Spieler eines Vereins, während einer Saison jeweils mehr als 20 Tore zu schießen.

"Edin und Grafite sind einfach phänomenal", brachte es Meister-Macher Felix Magath treffend auf den Punkt.

Die Besten seit langer Zeit

Der letzte Spieler, der mit mehr als 28 Treffern Torschützenkönig wurde, war übrigens Karl-Heinz Rummenigge in der Saison 1980/81 (29 Treffer).

Noch länger muss man zurückgehen, um einen Spieler zu finden, der Dzekos 21 Rückrunden-Treffer überbietet, denn das gelang bisher erst einem einzigen Spieler: Gerd Müller traf in der Rückrunde 1971/72 gleich 23 Mal ins Netz.

Dzeko war übrigens auch das "Kopfballungeheuer" der Bundesliga, seine neun Treffer per Kopf unerreicht.

Starkes Zusammenspiel

Unerreicht war auch das Verständnis der Rekordstürmer untereinander: Dzeko legte 6 Treffer auf - bei den letzten drei Vorarbeiten fand er jeweils Grafite als Vollstrecker. Grafite gab drei seiner fünf Torvorlagen für seinen bosnischen Sturmpartner.

Was die Zukunft für die beiden "Wölfe" bereithält, bleibt abzuwarten - aber der ein oder andere gute Tage zum Geschichte schreiben kommt sicherlich noch um die Ecke.

Christof Greiner