Wolfsburg – Ein Juwel hat sich der VfL Wolfsburg in der Winterpause geangelt: Von Ajax Amsterdam stößt Richedly Bazoer zu den "Wölfen". Der sechsmalige niederländische Nationalspieler gilt im Nachbarland als eins der größten Talente – und wurde schon von großen Namen beobachtet. Entschieden hat er sich allerdings für einen Wechsel in die Bundesliga.

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Groß sind die Vorschusslorbeeren. Von "Wolfsburgs neuem Wunderkind" ist die Rede, "ein Typ wie Yaya Toure" heißt es in der Presse, an dem auch Manchester City und der FC Barcelona interessiert war. Entschieden hat sich Riechedly Bazoer allerdings für einen Wechsel in die Bundesliga, unterschrieb einen Viereinhalbjahresvertrag beim VfL Wolfsburg. Einen absoluten Rohdiamanten angelten sich die "Wölfe" mit dem 20-jährigen Niederländer, der von Ajax Amsterdam zum derzeitigen 13. der Tabelle stößt.

Technisch beschlagener Box-to-Box-Spieler

"Ich denke, dass ich ein Box-to-Box-Spieler bin. Ich mag es zu laufen und will auch Tore erzielen. Auch technisch bin ich gut. Ich möchte all meine Qualitäten den Fans in der Volkswagen Arena zeigen", beschreibt Bazoer seine Ambitionen. Im Mittelfeldzentrum soll der Rechtsfuß dem "Wölfe"-Spiel neue Impulse verpassen. Technisch beschlagen, läuferisch stark und torgefährlich: Bazoer sieht sich als einflussreichen Box-to-Box-Spieler. Und weiß um seine Qualitäten: "Ich bin selbstbewusst genug, um zu sagen, dass ich ziemlich komplett bin. Vom Typ vielleicht so wie Yaya Touré", betont der 1,84 Meter große Mittelfeldmann, der bereits sechsmal für die "Elftal", die niederländische Nationalmannschaft, auflief.

Warum er sich trotz des Werbens von großen Namen für Wolfsburg entschieden hat, darüber ist sich Bazoer, der bei seinem neuen Club die Rückennummer 6 erhält, ähnlich im Klaren. "Das Gesamtpaket passt beim VfL. Ich war schon oft hier in Wolfsburg mit meiner Familie, ich mag die Stadt. In zwei, drei Jahren will ich ein besserer Spieler sein", sieht der in Utrecht geborene Youngster beste Entwicklungschancen in Niedersachsen. Kaum verwunderlich, dass der VfL große Stücke auf das niederländische Toptalent hält: "Er ist ein junger, talentierter Spieler, der viele Positionen spielen kann. Wir freuen uns, dass sich Riechedly trotz der schwierigen Lage mit vollem Elan für uns entschieden hat", ist Wolfsburg Trainer Valerien Ismael angesichts der Verpflichtung stolz.

© imago / Joachim Sielski

Schon bei Verkündung des Transfers vor der Weihnachtspause machten die "Wölfe"-Verantwortlichen klar, wie froh sie über den Neuzugang sind. "Wir haben uns schon lange mit Riechedly Bazoer beschäftigt und sind nun sehr froh, dass er sich trotz weiterer namhafter Angebote für den VfL Wolfsburg entschieden hat – und das auch langfristig. Er steht erst am Anfang seiner Karriere und wir sind überzeugt, dass er bei uns den nächsten Schritt in seiner Entwicklung machen wird", erklärte Olaf Rebbe, Leiter Sport beim VfL Wolfsburg. Ismael ergänzte: "Ich kenne Riechedly gut und bin von seinen Qualitäten absolut überzeugt. Er passt hervorragend in die Mannschaft und kann mithelfen, den VfL wieder in die Erfolgsspur zu bringen."

"Er passt hervorragend in die Mannschaft"

Dass Bazoer das Zeug dazu hat, ist nicht nur in Wolfsburg, Manchester und Barcelona hinlänglich bekannt – ob der talentierte Youngster allerdings den Umstieg auf die Bundesliga schnell packt ("Ich wollte in eine stärkere Liga als die Ehrendivision"), bleibt abzuwarten. An der Eingewöhnung soll es jedenfalls nicht scheitern: Mit Landsmann Jeffrey Bruma, der in der VfL-Innenverteidigung aufräumt, kümmert sich bereits ein Landsmann um den Neuzugang, auch Keeper Koen Casteels und Co-Trainer Ton Lokhoff sprechen niederländisch. "Das hat es mir natürlich noch ein Stück leichter gemacht, hier anzukommen", betont Bazoer. Die Chance zu zeigen, was er drauf hat, bekommt er vielleicht schon am 21. Januar: Dann starten die "Wölfe" mit einem Heimspiel gegen den Hamburger SV ins neue Bundesliga-Jahr.