Karlsruhe - Mit 3:1 gewann der VfL Wolfsburg am Samstagabend gegen eine Karlsruher Mannschaft, die alles in allem eine überzeugende Partie geboten hatte.

Und dennoch herrschte unter den 15.700 Zuschauern im Wildpark Einigkeit darin, dass mit dem VfL das bessere, reifere und alles in allem überlegene Team in die nächste Runde eingezogen war.

Diskussionen, ob der VfL nach den massiven Umbauten im Sommer vielleicht nicht rechtzeitig in die Gänge kommen konnte, dürften hingegen nach diesem Auftritt jedenfalls verstummen. Von Beginn an kämpften die "Wölfe" um jeden Meter und spielten "25 richtig gute Minuten" (Coach Dieter Hecking), ehe der KSC langsam besser ins Spiel kam.

Personelle Ausfälle fallen nicht ins Gewicht



Durch gekonnte Spielverlagerungen und ein deutliches Übergewicht im zentralen Mittelfeld, wo Jan Polak, Diego und Ja-Cheol Koo im 4-2-3-1-System mit Ivica Olic als einziger Spitze bereits hervorragend harmonierten, machten sie es dem Zweitliga-Aufsteiger schwer, die Spielkontrolle zu erlangen.

Den entscheidenden Unterschied zwischen zwei gut organisierten und kämpferisch starken Mannschaften brachte Karlsruhes Trainer Markus Kauczinski auf den Punkt: "Bei Ballbesitz hatten die Wolfsburger einfach mehr zu bieten als wir." Und das, obwohl mit Daniel Caligiuri, Bas Dost, Maximilian Arnold und Patrick Helmes gleich vier potentielle Stammspieler verletzungsbedingt passen mussten.

Innenverteidigung harmoniert prächtig



Zweite erfreuliche Erkenntnis aus Sicht der Niedersachsen: Die Abwehr hinterließ bei der Liga-Generalprobe einen hervorragenden Eindruck. Naldo zeigte zu Beginn seiner zweiten Saison in Niedersachsen seine ganze Klasse und harmonierte bereits prächtig mit dem Schweizer Nationalspieler Timm Klose, den Dieter Hecking mit einem halben Jahr Verspätung im Sommer aus Nürnberg mitgebracht hat.

Christian Träsch zeigte auf der rechten Außenbahn eine überragende Partie und stieß, wie auf der anderen Seite Ricardo Rodriguez, immer wieder gefährlich in die Karlsruher Hälfte vor. Das entging auch Manager Klaus Allofs nicht, der Träsch eine "überzeugende Leistung" attestierte.

Kein Wunder: Das 0:2 durch Diego bereitete der ehemalige Stuttgarter selbst vor (70.), die beiden anderen Wolfsburger Treffer besorgten Ivan Perisic (14.) und der eingewechselte Marcel Schäfer (90+2), nachdem Karlsruhes Selcuk Alibaz in der Schlussminute auf 1:2 verkürzt hatte: "Das war natürlich unnötig," ärgerte sich Hecking nach dem Schlusspfiff, "da haben wir es noch mal grundlos spannend gemacht."

"Guter Test vor dem Bundesliga-Start"



Auch Manager Klaus Allofs zog nach der Partie ein zufriedenes Fazit: "Wir hatten von allen Bundesligisten die schwerste Aufgabe. Dementsprechend konzentriert sind wir zu Werke gegangen. Für diese Phase der Vorbereitung war unsere Leistung völlig in Ordnung."

Das fand auch Dieter Hecking, der von einem "richtig guten Test vor dem Bundesliga-Start am kommenden Wochenende" sprach: "Die Mannschaft hat bewiesen, dass sie Stehvermögen hat. Gut gefallen hat mir vor allem, dass wir voll gefordert waren, wir konnten nicht im Schongang spielen."

Aus Karlsruhe berichtet Christoph Ruf