Am 31. Spieltag treffen die mit Abstand besten Rückrundenmannschaften aufeinander. Der VfL Wolfsburg gastiert beim VfB Stuttgart (ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio). Die "Wölfe" holten in der Rückrunde bislang 34 Punkte, die Schwaben 30 Zähler.

Das Spitzenspiel ist auch ein Duell der Toptorjäger. Mit Grafite (23 Treffer) und Edin Dzeko (19) haben die Wolfsburger den stärksten Angriff der Liga. Stuttgarts Mario Gomez lauert mit ebenfalls 19 Saisontoren direkt dahinter. Nur Leverkusens Patrick Helmes (19) kann mit dem Führungstrio der Torschützenliste mithalten.

Babbel siegessicher

Mit viel Selbstvertrauen geht der VfB Stuttgart in den Kampf gegen den Tabellenführer Wolfsburg. "Wir alle freuen uns auf dieses Spiel. Es gibt nichts Schöneres, als sich mit der Nummer eins zu messen", sagte Markus Babbel.

Die Woche über habe sein Team gut trainiert, weshalb man auch guten Mutes in das Spiel gehe. "Wenn wir es schaffen, die Fehler aus dem Spiel in Bielefeld abzustellen, dann haben wir gute Chancen, die Partie auch zu gewinnen", zeigte sich der VfB-Teamchef trotz des Ausfalls seiner Stamm-Innenverteidigung zuversichtlich.

Boulahrouz und Niedermeier von Beginn an

Babbel muss neben Matthieu Delpierre (fünfte Gelbe Karte) weiterhin auf Serdar Tasci verzichten, den seit zwei Wochen Kniebeschwerden plagen. Khalid Boulahrouz und Georg Niedermeier bilden daher gegen den VfL die Innenverteidigung.

Babbel sieht trotz der Ausfälle keine Probleme im Defensivbereich und stärkt seinen Akteuren den Rücken: "Ich habe das große Glück, vier erstklassige Innenverteidiger zu haben. Boulahrouz und Niedermeier sind sicher keine Notlösung. Sie haben schon in den Wochen davor sehr gut trainiert und hätten deshalb auch spielen können. Aber da habe ich mich eben jeweils für Serdar Tasci und Matthieu Delpierre entschieden."

"Wir müssen nur auf uns schauen"

Der Trainer fordert eine geschlossene Mannschaftsleistung. Es ist wichtig, dass die ganze Mannschaft mit nach hinten arbeitet. "Dann werden Boulahrouz und Niedermeier mit den VfL-Spitzen Grafite und Edin Dzeko gar nicht so viel zu tun bekommen", prophezeite Babbel.

Inwiefern der bekannt gewordene Wechsel von Wolfsburgs Trainer Felix Magath zum FC Schalke 04 das Team der Niedersachsen verunsichern könnte, interessiert Babbel nicht. "Wir müssen nur auf uns schauen", sagte der VfB-Teamchef.

Sportdirektor Horst Heldt stellte in diesem Zusammenhang fest: "Fragen sie mich das doch nach dem Spiel nochmals. Dann kann ich es beantworten. Wolfsburg will Deutscher Meister werden, das ist doch klar. Aber wir wollen das Spiel gewinnen. Deshalb liegt der Hauptfokus auch auf dieser Partie. Es liegt eine große Aufgabe vor uns, auf die wir uns freuen und für die alle alles tun werden."

Keine Unruhe in der Mannschaft

Für den VfL Wolfsburg, der zum fünften Mal in Folge als Tabellenführer in eine Partie geht, steht in Stuttgart ein sicherlich richtungsweisendes Spiel auf dem Weg zur Meisterschaft auf dem Programm.

Cheftrainer Felix Magath sieht seine Mannschaft für die Partie gerüstet: "Ein Qualitätsmerkmal der Mannschaft ist, und das hat sich auch beim 4:0-Erfolg gegen Hoffenheim gezeigt, dass sie sich von einer unruhigen Situation nicht aus dem Konzept bringen lässt. Das Ziel, die Meisterschaft zu gewinnen, ist zu groß, als dass sich die Mannschaft nun von meinem Wechsel ablenken lässt. Wir fokussieren uns voll auf Stuttgart."

Partie hat Endspielcharakter

Magath ist sich der schweren Aufgabe bewusst: "Wir müssen an so einem Tag und in so einem Spiel, das eigentlich wie ein Endspiel ist, eine Topleistung bringen. Trotzdem ist klar: Auch die restlichen drei Partien gegen Dortmund, Hannover und Bremen werden nicht leichter zu spielen sein."

VfL-Mittelfeldspieler Christian Gentner erwartet eine ausgeglichene Partie gegen seinen Ex-Club: "Wir werden in das Spiel gehen, um zu gewinnen. Ich gehe zwar davon aus, dass uns die Stuttgarter von Beginn an unter Druck setzen und sie sind aufgrund ihrer Heimstärke leichter Favorit. Aber wir werden uns sicher nicht verstecken und bestimmt nicht ängstlich agieren." Ausfälle haben die Wolfsburger keine zu verzeichnen. Personell kann Magath also aus den Vollen schöpfen.