Abstiegsängste treffen auf Meisterschaftsträume, oder anders gesagt: Borussia Mönchengladbach empfängt den VfL Wolfsburg. (Verfolgen Sie die Samstagsspiele ab 15 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio!)

Die "Fohlen", die derzeit auf dem Relegationsrang stehen, brauchen dringend wieder ein Erfolgserlebnis. Nach dem tollen Start in die Rückrunde, mit Siegen gegen Hannover (3:2), Hamburg (4:1) und Köln (4:2), setzte es eine Niederlage gegen den Abstiegskonkurrenten aus Bochum (0:1). Und gegen Tabellenschlusslicht Karlsruhe kamen die Borussen am vergangenen Spieltag nicht über ein 0:0 hinaus.

Acht Siege in Folge

Dass ein Sieg gegen die "Wölfe", die erstmals in dieser Saison an der Spitze der Bundesliga stehen, schwierig wird, weiß Trainer Hans Meyer: "Felix Magath zeigt mit seiner Elf fantastischen Fußball und hat in den letzten beiden Jahren dort richtig etwas auf die Beine gestellt."

Für Magath und seine Truppe könnte es derzeit kaum besser laufen. Acht Spiele in Folge haben sie gewonnen, sind damit das beste Rückrundenteam. Und am vergangenen Wochenende fegten sie keinen geringeren als den Deutschen Meister FC Bayern mit 5:1 vom Platz.

Friend fehlt

Trotz der Siegesserie seiner Mannschaft und dem großen Selbstbewusstsein warnt Magath davor, Gladbach zu unterschätzen: "Die Borussen werden kämpferisch alles geben und versuchen, mit Marin, Baumjohann und Matmour ihre schnellen Spieler einzusetzen. Ich erwarte einen kompakten Gegner, der aber aufgrund seiner Tabellensituation auch versuchen muss, nach vorne zu spielen. Denn ein Punkt ist für Gladbach fast zu wenig."

Im Abstiegskampf fehlen den Gladbachern Rob Friend (entzündeter Schleimbeutel), Jean-Sebastien Jaures (Meniskus-Operation) und Tony Jantschke (Muskelfaserriss). Ob Gal Alberman und Karim Matmour rechtzeitig fit werden, ist noch nicht sicher. Bei den Wolfsburgern sind alle Spieler bis auf Makoto Hasebe, der sich im Aufbautraining befindet, einsatzbereit.


Hannover 96 - Hertha BSC

Als ob zwei Niederlagen in Folge und der Verlust der Tabellenführung nicht schon genug schlechte Nachrichten wären, mussten die Fans von Hertha BSC in dieser Woche noch eine weitere Hiobsbotschaft verkraften: Kapitän Arne Friedrich zog sich einen Meniskusriss zu und wird mehrere Wochen ausfallen.

Damit kann er seiner Mannschaft in der entscheidenden Phase der Meisterschaft, nicht helfen. Manager Dieter Hoeneß erklärt: "Arne ist nicht nur ein guter Spieler, sondern auch unser Kapitän. Wichtig für die Mannschaft ist, dass er diese Rolle auch spielen kann, wenn er nicht dabei ist. Und das wird er auch tun."

Auch wenn die Punktverluste gegen Stuttgart (0:2) und Dortmund (1:3) schmerzten, ist Berlins Trainer Lucien Favre vor dem Spiel gegen die 96-er entspannt: "Wir hatten gegen den BVB acht gute Torchancen und hätten das Spiel auch gewinnen können. Wir müssen nur kleine Details verändern." Mit dem Tabellen-13. aus Hannover trifft Hertha nun auf das Team mit der schwächsten Defensive der Bundesliga. 56 Tore haben die Niedersachsen in dieser Saison schon zugelassen.

Hertha gehen die Stürmer aus

Dennoch betrachtet Favre das Spiel keinesfalls als Selbstläufer: "Die Hannoveraner haben zwar auswärts viele Tore kassiert, aber zuhause erst einmal verloren. Wir sollten sie auf keinen Fall unterschätzen." Genau auf diese Heimstärke will sich Hannover konzentrieren, wie Stürmer Mikael Forssell bestätigt: "Wir wissen, dass wir zuhause immer gut gespielt haben und wir müssen an diese gute Stimmung glauben. Ich weiß, dass wir eine gute Mannschaft haben, also denke ich immer positiv und gehe mit einer guten Stimmung ins Spiel."

Favre plagen nach dem Ausfall von Arne Friedrich noch weitere Personalsorgen. Neben Marko Pantelic, der mit Adduktorenproblemen zu kämpfen hat, droht auch der Top-Torjäger Andrey Voronin auszufallen. Er laboriert an einer Rückenprellung.

Bei Hannover fehlen Vinicius (Aufbautraining nach Bandscheibenoperation), Steven Cherundolo (Hüftprobleme), Jan Schlaudraff (Aufbautraining nach Leistenoperation), Frank Fahrenhorst (Bauchmuskelfaserriss), Chavdar Yankow (Mittelfußbruch) und Valerien Ismael (Knieprobleme). Trainer Dieter Hecking hat angekündigt, Mike Hanke (für Mikael Forssell) und Jacek Krzynowek (für Jan Rosenthal) eine Chance von Beginn an zu geben.


FC Schalke 04 - Karlsruher SC

Die Favoritenrolle vor dem Heimspiel des FC Schalke 04 gegen das Tabellenschlusslicht Karlsruher SC scheint eindeutig vergeben: Mike Büskens aus dem S04-Trainertrio warnt jedoch vor den Badenern, was er im Laufe der Trainingswoche auch seinen Spielern vermittelt hat: "Ich schätze den KSC nicht so schwach ein, wie es die Tabelle vermuten lässt."

Auch dass die Elf von Trainer Edmund Becker seit dem 7. Februar auf einen eigenen Treffer wartet und aus den vergangenen sieben Partien lediglich zwei Zähler einfahren konnte, lässt Büskens nicht von seiner Einschätzung abweichen. "Da fehlt derzeit einfach das Glück", sagt der Coach. "An der Qualität der Mannschaft liegt es aber nicht, denn schließlich ist Karlsruhe nie untergegangen, sondern hat immer nur knapp verloren."

Franz zurück im Training

Dass seine Spieler die Partie auf die leichte Schulter nehmen könnten, glaubt Büskens nicht: "Am Mittwoch hatten wir einen trainingsfreien Tag angesetzt, aber trotzdem war fast jeder Spieler aus Eigeninitiative hier und hat individuell etwas für seinen Körper getan. Das zeigt doch, wie heiß die Jungs sind."

In Karlsruhe gab es unter der Woche positive Nachrichten zu vermelden. Der seit Januar verletzte Kapitän Maik Franz konnte erstmals wieder trainieren und wird - wenn alles gut läuft - in wenigen Wochen wieder den KSC im Abstiegskampf unterstützen.

Neben Rafinha, der wegen seiner zehnten Gelben Karte gesperrt ist, müssen die "Knappen" auf Marcelo Bordon verzichten, der sich im Spiel gegen Bielefeld bei einem Ausfallschritt verletzte. Außerdem fehlen Benedikt Höwedes, bei dem eine Viruserkrankung muskuläre Probleme hervorgerufen hat, und Carlos Zambrano, der im Training einen Schlag abbekommen hatte. Dem KSC fehlt neben Franz nur Bradley Carnell, der an Wadenproblemen laboriert.


FC Energie Cottbus - Armina Bielefeld

Vor dem Abstiegskrimi 17. gegen 15. kursierten schon Begriffe wie "Endspiel" und "Ausnahmezustand" durch die Fanreihen der beiden Clubs. Die Verantwortlichen von Arminia Bielefeld und Energie Cottbus wollen davon aber nichts hören.

Im Interview mit bundesliga.de erklärte Cottbus' Mittelfeldspieler Ervin Skela: "Es ist kein Endspiel, weil danach noch sieben Partien auf dem Programm stehen. Aber es ist ein wichtiges Spiel, keine Frage."

Vier Punkte Rückstand hat der Tabellen-17. aus Cottbus auf die Bielefelder. Energie-Coach Bojan Prasnikar will im Abstiegsduell die Negativserie von fünf Niederlagen in Folge endlich stoppen: "Wir werden sehr konzentriert spielen und wollen von Anfang an Druck auf den Gegner ausüben. Wir brauchen viel Geduld und dürfen nur wenige Fehler machen."

Erfolgreich mit dem Druck umgehen

Die abstiegsbedrohten Bielefelder, die zuletzt auch zwei Spiele in Folge verloren haben, stellen sich auf ein Kampfspiel einstellen. "Wir wissen, was auf uns zukommt", verspricht Trainer Michael Frontzeck. "Die Ausgangslage ist ähnlich wie vor dem Spiel in Karlsruhe. Wir sind damals gut mit dem Druck zurechtgekommen und ich bin sicher, dass uns das auch diesmal gelingen wird."

Bei den Cottbusern fehlen Dennis Sörensen gelbgesperrt und Stiven Rivic wegen eines grippalen Infektes. Abwehrspieler Savo Pavicevic konnte zuletzt wegen eines Schlags auf den rechten Fuß nur eingeschränkt trainieren. Für Dusan Vasiljevic, der Adduktorenprobleme hat, wird Jiayi Shao in den Kader rücken.

Bielefelds Radim Kucera tritt trotz Jochbeinbruchs die Reise nach Cottbus an, ein Einsatz kommt aber nur im äußersten Notfall in Frage. Fehlen werden neben Jonas Kamper (Adduktorenverletzung) Alexander Laas (Innenbanddehnung) und Thilo Versick (Leistenzerrung).


Borussia Dortmund - 1. FC Köln

Die Unentschieden-Könige aus Dortmund haben wieder das Sieger-Gen zurückgewonnen. Die Klopp-Elf, die in dieser Saison schon 13 Mal remis gespielt hat, gewann die vergangenen beiden Partien gegen Werder Bremen (1:0) und Hertha BSC (3:1).

Diese positive Entwicklung wollen die Borussen gegen den 1. FC Köln fortsetzen, vor dem Trainer Jürgen Klopp aber warnt: "In dieser Mannschaft befinden sich mindestens sieben, acht Spieler, die richtig gut kicken können. Köln wird uns keine Räume anbieten. Wir werden sie uns knallhart erarbeiten müssen."

Köln fühlt sich auf fremden Plätzen wohl

Der 1. FC Köln musste am vergangenen Wochenende eine schmerzhafte 0:2-Niederlage zuhause im Derby gegen Bayer Leverkusen hinnehmen. Im heimischen Stadion läuft es für die "Geißböcke" in dieser Saison nicht so rund wie auswärts. Mit 19 Punkten stellen die Kölner das drittbeste Team der Bundesliga in der Fremde. Diese Stärke wollen sie auch im Signal Iduna Park unter Beweis stellen.

Zwar sieht Trainer Christoph Daum seine Mannschaft beim BVB als Außenseiter, er kündigte aber an: "Wir werden versuchen, das Beste aus unseren Möglichkeiten zu machen und für eine Überraschung zu sorgen." Laut Daum ist sein Team auch schon mit einem Unentschieden zufrieden. "Auch ein Punktgewinn ist je nach Spielverlauf etwas Großartiges", erklärte er.

Personell muss Klopp nur auf Young-Pyo Lee verzichten, der an einer Sehnenreizung laboriert. Bei den Kölnern fehlt Marvin Matip, der sich im Training eine Menikusverletzung zugezogen hat. Ob Pierre Wome (Sehnenanriss) und Manasseh Ishiaku (Faserriss) auflaufen können, wird sich erst kurzfristig entscheiden.


1899 Hoffenheim - VfL Bochum

Wann gewinnt 1899 Hoffenheim endlich wieder? Seit acht Partien sind die Kraichgauer sieglos, zuletzt setzte es eine 0:1-Niederlage gegen den Hamburger SV. Um die Wende endlich herbeizuführen, bezog der Aufsteiger ein dreitägiges Trainingslager in Baiersbronn. Das Ziel ist klar: "Es wird Zeit für einen Sieg. Das wollen wir unter allen Umständen schaffen", erklärte Trainer Ralf Rangnick.

Den Gegner schätzt der Trainer recht stark ein. "Bochum steckt mitten im Abstiegskampf und wird sich gegen uns deutlich wehren. Sie haben die letzten drei Auswärtsspiele nicht verloren, und wollen auch gegen uns mindestens einen Punkt mitnehmen."

Positive Nachrichten gab es von der medizinischen Abteilung. Die zuletzt angeschlagenen Isaac Vorsah und Tobias Weis stehen beide wieder zur Verfügung. Dagegen fallen Torwart Timo Hildebrand wegen einer Fleischwunde am Knie sowie die Langzeitverletzten Matthias Jaissle, Vedad Ibisevic (beide Kreuzbandriss) und Andreas Ibertsberger (Innenbandriss) aus.

Nicht hinten einigeln

Das Hinspiel hatten die Bochumer mit 1:3 verloren. Damit diesmal ein Sieg gegen die Truppe von Ralf Rangnick gelingt, erklärt Trainer Marcel Koller, wie seine Mannschaft an das Spiel herangehen muss: "Wir dürfen uns nicht hinten einigeln. Wir sollten uns dem Druck entziehen, indem wir auch nach vorne marschieren." Dabei kommt es dem VfL Coach vor allem auf die Passgenauigkeit und Sicherheit im Spielaufbau an, denn "Hoffenheim wird Pressing spielen und Druck machen".

Nicht im Bochumer Aufgebot stehen neben Christian Fuchs (Knieverletzung) und Oliver Schröder (Oberschenkelverletzung) Marcin Mieciel (Steißbeinprellung) und Mimoun Azaouagh (Beschwerden im Leistenbereich). Zudem ist auch Diego Klimowicz noch nicht hundertprozentig fit. Er kämpft immer noch mit Oberschenkel-Problemen.


FC Bayern - Eintracht Frankfurt Hier lesen Sie die gesonderte Vorschau auf das Topspiel am Samstag!.