Noch vier Tage bis zum Saisonfinale gegen Werder Bremen. Nach einem trainingsfreien Montag läutete Cheftrainer Felix Magath am Dienstag (19. Mai) die Vorbereitung auf das letzte und entscheidende Spiel auf dem Weg zur Meisterschaft ein.

Die erste Champions League-Teilnahme in der Vereinsgeschichte wurde am 33. Spieltag mit dem 5:0-Erfolg in Hannover bereits perfekt gemacht. Jetzt heißt es sich gegen Bremen nochmals 90 Minuten zu konzentrieren und zu punkten, dann steht auch der erste Titelgewinn des VfL in der Bundesliga fest.

"Mein Sohn ist so lauffaul wie Misimovic"

Glückwünsche zur Meisterschaft bekam Trainer Felix Magath von der Konkurrenz aus Stuttgart und München bereits nach dem Sieg in Hannover.

Auf die Frage ob sein älterer Sohn dem VfL Wolfsburg die Daumen drückt, auch wenn er in München Fußball spielt, sagte Magath im Interview mit dem DSF: "Natürlich sind alle mittlerweile Wolfsburg-Fans. Alle haben ihren Lieblings-Spieler und ihr Trikot. Leonard (der Ältere der beiden Söhne) hat ein Trikot von Misimovic. Das entspricht auch seinen Fähigkeiten, er wäre auch eine Nummer 10 - technisch gut, gute Übersicht, aber lauffaul. Raffael hat sich Diego Benaglio als Vorbild ausgesucht. Er ist aber auch ein Feldspieler und im Mittelfeld zuhause, sehr lauffreudig, aggressiv und aktiv - daher ist es überraschend, dass er auf Benaglio abfährt."

Risiko hat sich gelohnt

Personell stand Magath zur Vorbereitung der vollständige Kader zur Verfügung. Besonders erfreut zeigte sich Christian Gentner, der gemeinsam mit Marcel Schäfer von Bundestrainer Joachim Löw in den Kader der deutschen Nationalmannschaft für die Asien-Reise berufen wurde: "Ich bin natürlich sehr glücklich über meine erstmalige Nominierung für die Nationalmannschaft. Aber jetzt konzentriere ich mich zunächst einmal voll auf das Spiel gegen Bremen. Wir wollen am Samstag die Meisterschaft gewinnen", so Gentner.

2005 und 2006 feierte Magath mit dem FC Bayern München seinen letzten großen Triumph. Was ihm diese Meisterschaft im Hinblick auf seine bereits gewonnenen Titel bedeutet, sagte Magath: "Man kann das nicht so vergleichen. Ich hätte das nie und nimmer für möglich gehalten, wie das vor zwei Jahren in Wolfsburg ausgesehen hat. Jetzt tun immer alle so, als ob das selbstverständlich war. Aber ich weiß, dass ich ein Risiko eingegangen bin, als ich nach Bayern zu einem Verein wie dem VfL gegangen bin. Es gab viele Kritiker und viele haben mich belächelt und die meisten haben Unverständnis geäußert. Jetzt stehen wir oben in der Bundesliga und es ist etwas entstanden, womit keiner rechnen konnte."

Meisterschale wartet

Wolfsburgs Heimbilanz von 15 Siegen aus 16 Spielen und nur einem Remis (2:2 gegen Frankfurt), sollte die letzten Zweifel am Gewinn der Meisterschaft beseitigen. Doch Magath warnt: "Ich habe Bayern und Stuttgart noch auf dem Plan, die noch die Chance haben, uns die Schale wegzuschnappen und die hoffen natürlich, dass wir uns noch einlullen lassen. Jeder weiß genau, man muss erst mal ein Bundesliga-Spiel gewinnen. Es gibt Unwägbarkeiten, die man einfach nicht einkalkulieren kann."

Sollten die "Wölfe" am Samstag den Titel einfahren, werden sie die Original-Meisterschale in Empfang nehmen können. Dr. Reinhard Rauball, Präsident des Ligaverbandes, sowie die Geschäftsführer Christian Seifert und Tom Bender werden die Liga in Wolfsburg vertreten und im Falle des Titelgewinns die Original- Meisterschale überreichen.