München - Während Borussia Dortmund und der FC Bayern im direkten Duell um die Meisterschaft streiten, (Hier geht's zur Vorschau), haben die übrigen Teams, die am Mittwoch ran müssen, andere Sorgen. So ist ein Derby eigentlich schon brisant genug - doch wenn beide Teams auch noch um das internationale Geschäft kämpfen, dann dürfen sich die Fans auf eine packende Partie freuen.

Sowohl Hannover 96 als auch der VfL Wolfsburg haben am vergangenen Spieltag eine Niederlage gegen ein besser platziertes Team kassiert. Um weiterhin Jagd auf einen internationalen Tabellenplatz machen zu können, bräuchten die beiden Clubs aus Niedersachsen dringend die drei Punkte im Derby am Mittwochabend. Auf beiden Seiten gibt es jedoch Verletzungssorgen. Auch in den drei anderen Duellen ist jede Menge Feuer drin (alle Spiele ab 19:30 Uhr im Live-Ticker/Liga-Radio).

Nach dem ernüchternden Auftritt in Gelsenkirchen will Hannover unbedingt wieder in die Erfolgsspur zurück, um weiterhin im Rennen um einen Europa-League-Platz zu bleiben. Im direkten Duell sollen deshalb gegen den VfL Wolfsburg die Punkte in der Landeshauptsatdt bleiben. Allerdings muss Trainer Mirko Slomka definitiv auf Mohammed Abdellaoue verzichten, der sich gegen Schalke eine Innenbandzerrung zugezogen hat. Und auch Lars Stindl, der nach seinem Adduktorenproblemen über die Feiertage individuell trainierte, wird gegen den VfL nicht dabei sein.

Unabhängig von der personellen Situation gibt Jan Schlaudraff die Losung für das Derby vor: "Wir hätten bei einem Sieg vier Punkte Vorsprung auf den VfL. Das wäre schon eine Hausnummer."

Die "Wölfe" haben durch das 1:3 gegen Dortmund einen kleinen Rückschlag im Kampf um ein Europa-Ticket erlitten - und müssen zudem auf Patrick Helmes verzichten. Der Torjäger hat wieder "Probleme mit dem Oberschenkel", wie Cheftrainer Felix Magath konstatierte - ein Einsatz in Hannover kommt definitiv zu früh, er steht nicht im Kader. Als möglicher Ersatz kommt Vieirinha in Frage. "Er hat gezeigt, dass er langsam Ansprüche erhebt", sagte Magath im "kicker". Mit zum Aufgebit zählt außerdem Hasan Salihamidzic, der beim 4:1 im Hinspiel doppelt traf. Vielleicht ein gutes Omen für die "Wölfe"...



Schiedsrichteransetzungen

Nach dem 2:2 in Freiburg sitzt der 1. FC Nürnberg weiterhin zwischen Baum und Borke. Zwar stehen die Franken auf dem 12. Platz, haben aber lediglich drei Zähler Vorsprung auf den Relegationsplatz. "Es gibt keinen Grund, in Hektik zu verfallen", mahnt Cheftrainer Dieter Hecking dennoch: "Wir haben bei einem Spieltag weniger die bessere Ausgangslage als andere Clubs."

Zu schaffen macht Hecking allerdings die Gelbsperre von Markus Feulner. Timothy Chandler soll ihn in der Abwehrkette vertreten, dafür dürfte Jens Hegeler in der Offensive von Beginn an spielen.

Die Schalker wollen in Nürnberg unbedingt ihren 3. Tabellenplatz weiter festigen. "Wir fahren nach dem Sieg gegen Hannover voller Zuversicht nach Nürnberg. Ich glaube, dass wir auch dort gute Chancen haben zu punkten, vor allem wenn man bedenkt, dass mit Jermaine Jones und Joel Matip zusätzlich starke Spieler nach ihren Gelb-Sperren wieder in den Kader zurückkehren", ist Marco Höger guter Dinge.

Und auch Christoph Moritz glaubt fest an einen Erfolg der Schalker bei den Franken, warnt aber gleichzeitig davor, den "Club" zu unterschätzen: "Die Nürnberger haben in dieser Saison schon mehrfach ihr Potenzial angedeutet und guten Fußball gespielt. Sie haben aber viele Spiele verloren, in denen sie nicht die schlechtere Mannschaft waren. Deshalb sind wir gewarnt."



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In Leverkusen ist nach dem ersten Auftritt von Sami Hyypiä als Bayer-Coach (1:1 in Hamburg) Erleichterung zu spüren. "Wir haben deutlich mehr Struktur gezeigt und einen kleinen Schritt nach vorne getan", so Kapitän Simon Rolfes. Gegen den Abstiegskandidaten aus der Pfalz soll nun ein dreifacher Punktgewinnn her. Gut für Hyypiä: Zu den Langzeitverletzten Lars Bender, Daniel Schwaab, Vedran Corluca, Danny Da Costa und Sidney Sam hat sich nach dem HSV-Spiel keiner mehr hinzugesellt.

Nach den beiden Heimniederlagen gegen Hamburg (0:1) und Hoffenheim (1:2) sind die Hoffnungen des 1. FC Kaiserslautern, den dritten Abstieg aus der Bundesliga noch vermeiden zu können, nur noch sehr gering. "Wir machen uns nichts vor bei diesem großen Rückstand. Es tut jedem weh, der mit dem FCK emotional verbunden ist", sagte Vorstandschef Stefan Kuntz schon nach dem 0:1 im so genannten Abstiegs-Endspiel gegen den mitgefährdeten Hamburger SV. Allerdings haben die Pfälzer nach mittlerweile 18 sieglosen Bundesligaspielen in Serie nichts mehr zu verlieren.

Personell gehen die "Roten Teufel" auf dem Zahnfleisch. Christian Tiffert (Wadenzerrung) ist ebensowenig dabei wie Ariel Borysiuk, der sich einen Muskelfaserriss zugezogen hat. Auch Jan Simunek, Sandro Wagner, Dorge Kouemaha, Nicolai Jörgensen und Itay Shechter fehlen verletzt.



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Als Spieler des FC Bayern München feierten sie gemeinsam Meisterschaften und Pokalsiege. Nun treffen Markus Babbel und Thorsten Fink erstmals als Cheftrainer aufeinander. Und die Vorzeichen vor dieser Partie sind klar: Mit einem Sieg könnte 1899 die Lücke zu den oberen Tabellenrängen weiter schließen. Für den HSV hingegen geht es um den Nimbus des Bundesliga-Dinos. Nach dem 1:1 am Sonntag gegen Leverkusen schob sich der HSV zwar auf den 14. Tabellenplatz vor, der Abstand auf den Relegationsplatz beträgt aber nur zwei Punkte.

"Wir haben gemeinsam eine erfolgreiche Zeit bei den Bayern verbracht, kennen uns daher noch sehr gut und haben auch nach dieser Zeit noch des Öfteren telefoniert. Zuletzt aber nicht mehr und bis nach dem Spiel ganz sicher auch nicht", sagt Hoffenheims Coach, der Fink und seinem Ex-Verein jedoch die Daumen drückt, dass der erste Bundesliga-Abstieg der Vereinsgeschichte abgewendet werden kann. "Unvorstellbar, dass sie absteigen", meint Babbel, "wenn sie uns die drei Punkte am Mittwochabend überlassen haben, dann dürfen sie danach gerne alle vier Spiele gewinnen, um den Klassenerhalt zu sichern."

Mit 31 Punkten steckt der HSV nach wie vor mitten im Abstiegskampf - und ausgerechnet jetzt verschärfen sich die Sorgen in der Verteidigung. Beim Training am Ostermontag verdrehte sich Slobodan Rajkovic in einem Zweikampf das Knie. Eine Kernspinuntersuchung ergab eine Innenbandzerrung im linken Knie. Der Verteidiger wird dem Team zwei Wochen fehlen. In Hoffenheim fehlt außerdem der gesperrte Dennis Aogo, der wohl von Marcell Jansen vertreten wird. Immerhin scheint bei Stürmer Mladen Petric, der gegen Leverkusen traf, der Knoten geplatzt. "Das Tor ist eine Erlösung für ihn", sagt Trainer Fink.



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