Zusammenfassung

  • Toni Kroos trifft in letzter Sekunde zum Sieg.
  • Schweden war zunächst in Führung gegangen.
  • Jerome Boateng kassierte einen Platzverweis

Köln - Durch ein Freistoßtor in letzter Minute rettet Toni Kroos das DFB-Team vor dem Zittern in der Vorrunde. Der Champions-League-Sieger von Real Madrid erzielte nach einer nervenaufreibenden Zitterpartie gegen Schweden in Unterzahl den erlösenden Siegtreffer zum schwer erkämpften 2:1 (0:1) in der Nachspielzeit (90.+5).

Gegen Schweden dauerte es bis zur 48. Minute ehe Marco Reus mit seinem linken Knie den Bann brach und den ersten deutschen Treffer in Russland erzielte. Der Dortmunder war für Mesut Özil in die Mannschaft gerückt. Der Treffer setzte Kräfte frei, die Mannschaft stemmte sich gegen den GAU - Kroos ließ Löw mit seinem spektakulären direkten Freistoßtreffer aus spitzem Winkel aufatmen und Millionen Fans in der Heimat in Jubel ausbrechen. Die DFB-Elf hatte den Schock endgültig verdaut, der sie nach dem Gegentor durch Ola Toivonen (32.) befallen hatte.

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Ohne Özil, Sami Khedira sowie den angeschlagenen Mats Hummels, dafür mit Reus, Sebastian Rudy sowie Antonio Rüdiger war die DFB-Auswahl erwartungsgemäß feldüberlegen in die Partie gestartet, drückte sofort gewaltig aufs Tempo, verlor aber immer wieder die Kontrolle. Nach einer guten Anfangsviertelstunde mit Chancen durch Julian Draxler und Thomas Müller war die Stabilität jedoch plötzlich dahin - und die Schweden wurden immer mutiger.

Reus bricht den Bann

© gettyimages / Nelson Almeida

Schon zuvor hatten sie erste Chancen: Müller konnte den Leipziger Emil Forsberg nur unter massivem Trikotziehen im Strafraum ablaufen (6.), nach einem Ballverlust von Rüdiger tauchte der ehemalige Hamburger Marcus Berg plötzlich vor Manuel Neuer auf - der Kapitän rettete großartig (12.), allerdings war Berg durch den ihn verfolgenden Jerome Boateng ins Stoplern gebracht worden, ein Elfmeter wäre nicht unberechtigt gewesen.

Ab diesem Zeitpunkt war bei der deutschen Mannschaft plötzlich die Luft raus. Die Auswahl mit fünf Weltmeistern von 2014 und fünf Confed-Cup-Siegern wirkte verunsichert, in den Spielaufbau schlichen sich Fehler ein, die Passsicherheit der ersten Minuten war weg. Den Gegentreffer leitete ein Patzer von Toni Kroos ein, Schwedens Angreifer spitzelte den Ball bedrängt von Rüdiger über Neuer hinweg ins Tor. Sekunden vor der Pause verhinderte Neuer großartig einen Treffer von Berg (45.+2).

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Schlussphase in Unterzahl

Vor dem Treffer von Toivonen hatte die ohnehin schon verunsicherte deutsche Mannschaft sechs Minuten lang nur zu zehnt gespielt: Der nach einem Zusammenprall heftig aus der Nase blutende Rudy war gerade durch Ilkay Gündogan ersetzt worden (31.). Gleich nach der Pause kam dann noch Mario Gomez, er ersetzte den schwachen Draxler und sorgte sofort für Unruhe im schwedischen Strafraum: Reus nutzte dies zum Ausgleich. Kroos (49.) und Müller (51.) hätten beinahe nachgelegt, der eingewechselte Julian Brandt traf kurz vor dem Siegtreffer mit einem Schuss aus 16 Metern nur den Pfosten.

SID