Seine Rückkehr vor einem Jahr war ein echter Glücksgriff für den FC Bayern. Ze Roberto avancierte auf Anhieb wieder zum Leistungsträger.

Allerdings mit einem kleinen Unterschied: nicht mehr auf der linken Offensivseite, wo er seine feine Technik zur Geltung brachte, sondern im zentralen Mittefeld, wo er sich mit Mark van Bommel die Defensiv- und Offensivaufgaben teilte.

Ze Roberto überlegt über Verbleib beim FCB

Nach Ende der kommenden Saison will Ze Roberto Schluss machen - so hat es der Brasilianer erst kürzlich bekanntgegeben. Doch im Pressegespräch an der Säbener Straße verriet der 34-Jährige durchaus noch zu überlegen, ob er nicht doch länger an der Säbener Straße bleibt.

Die Konzentration lenkt der ehemalige Nationalspieler Brasiliens auf die bevorstehende Saison, in der sich Ze Roberto eine offensivere Mannschaft erhofft. Im bundesliga.de-Interview bezieht er Stellung zu Taktik, Aufstellung, Breno und seiner eigenen Rolle in der Mannschaft von Jürgen Klinsmann.

bundesliga.de: Franck Ribery wird in den ersten Wochen der Saison verletzt ausfallen. Würde Sie Ihre frühere Rolle auf der linken Seite vertretungsweise übernehmen bis Ribery zurück ist oder fühlen Sie sich in der Zentrale wohl?

Ze Roberto: Für mich ist es eigentlich gleich, ob ich im zentralen Mittelfeld spiele oder auf der Außenbahn. Ich habe zuletzt in einem Testspiel sogar linker Verteidiger gespielt. Ich werde um einen Platz im Kader von Jürgen Klinsmann kämpfen, aber wo ich spiele, ist nicht so wichtig.

bundesliga.de: Wie empfanden Sie Ihre Leistung im defensiven Mittelfeld in der vergangenen Saison?

Ze Roberto: Ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung. Das hat sehr gut geklappt, aber vielleicht spiele ich in dieser Saison ja ein bisschen offensiver. Wenn ich weiter vorne spiele, kann ich meine Stärken besser einsetzen.

bundesliga.de: Bei der EURO 2008 gab es wieder mehr offensiven Fußball zu sehen. Wird der FC Bayern ebenfalls das Heil in der Offensive suchen?

Ze Roberto: Ja, wir werden versuchen offensiver zu spielen. Aber ich weiß natürlich noch nicht welches System wir spielen, ob 4-4-2, 2-2-2-2-2 oder 1-1-8 oder so etwas (lacht). Das weiß der Trainer am besten. Ich versuche mich dem System bestens anzupassen.

bundesliga.de: Sie haben gesagt, dass Sie sich im System zurechtfinden wollen. Welche Rolle wird Ihr Landsmann Breno spielen? Er kam zur vergangenen Winterpause, Sie haben ihm auch anfangs geholfen.

Ze Roberto: Der Trainer spielt eine wichtige Rolle. Er ist wichtig für die Entwicklung eines Spielers. Es ist wichtig, dass man sich auf seine Arbeit konzentriert. Bei Breno ist es so, dass er jetzt mehr versteht, er hat auch eine Lehrerin, die ihm beim Lernen der deutschen Sprache hilft und ich habe ihm auch gesagt, dass das wichtig ist.

bundesliga.de: Täuscht der Eindruck, dass er viel fröhlicher ist und mehr lacht auf dem Trainingsplatz?

Ze Roberto: Klar, wenn man mehr versteht, lacht man auch mehr. Das ist bei Breno so. Er muss weiter so konzentriert arbeiten.

bundesliga.de: Wie sehen Sie als erfahrener Spieler die Entwicklung der anderen jungen Spieler? Gibt es einen, dem Sie den Durchbruch zutrauen?

Ze Roberto: Beispielsweise hat sich Toni Kroos sehr weiterentwickelt, er ist besser geworden. Er hat ein großes Potenzial und wenn er seine Chancen bekommt, traue ich ihm sehr viel zu beim FC Bayern.

bundesliga.de: Die Konkurrenz in der Bundesliga schläft nicht. Es wurde teilweise sehr gut eingekauft, so beispielsweise der VfL Wolfsburg. Wen sehen Sie als Titelaspiranten? Wer könnte überraschen?

Ze Roberto: Die Konkurrenten sind immer die gleichen. Bremen, Schalke und Stuttgart sind Kandidaten. Bei Wolfsburg muss man abwarten, wie die neuen Spieler einschlagen. Die Mannschaft braucht bestimmt noch Zeit, um zusammenzuwachsen.

bundesliga.de: Ihr Landsmann Ronaldinho ist kürzlich vom FC Barcelona zum AC Mailand gewechselt. Was sagen Sie dazu?

Ze Roberto: Das ist super! Für Ronaldinho und Milan. Ich habe engen Kontakt mit Kaka, Cafu oder Dida, die bei Milan und das sehr positiv sehen. Das ist eine neue Herausforderung für ihn. Ich hoffe, dass Ronaldinho wieder der Alte wird.

Das Gespräch führte Fatih Demireli