Hamburg - Der Hamburger SV fiebert dem großen Nordderby gegen Werder voller Selbstvertrauen entgegen. Mit sieben Punkten aus den letzten drei Spielen haben sich die Hanseaten fürs Erste aus dem Abstiegskampf verabschiedet. Mit einem Sieg gegen den Nordrivalen könnte die Mannschaft von Thorsten Fink vielleicht sogar noch in das Rennen um die Europa-League-Plätze eingreifen.

Im Interview mit bundesliga.de spricht HSV-Stürmer Mladen Petric über den Wandel des Bundesliga-"Dinos".

bundesliga.de: Mladen Petric, der HSV hat aus den letzten drei Bundesliga-Spielen sieben Punkte geholt. Was ist beim HSV nach dem 1:5-Debakel zum Rückrundenstart passiert?

Mladen Petric: Im Moment läuft es super. Wir sind zufrieden und haben mit dem Sieg in Köln den Punkt gegen die Bayern noch ein bisschen wertvoller gemacht. Wir freuen uns. Wir haben schon in den letzten Spielen der Hinrunde einen sehr guten Trend nach oben gezeigt. Unter Thorsten Fink machen wir eine gute Entwicklung mit. Wir haben uns dann für das erste Spiel gegen Dortmund zu viel vorgenommen. Deswegen ist das so schiefgegangen. Aber die Entwicklung ging trotzdem stetig nach oben. Das hat man in den vergangenen Wochen gesehen. In der Hinrunde hätten wir Spiele wie in Berlin oder Köln noch unentschieden gespielt. Mittlerweile gewinnen wir sie.

bundesliga.de: War das Dortmund-Spiel ein Weckruf?

Petric: Nein, das war ein einmaliger Ausrutscher. Wir hatten uns einfach zu viel vorgenommen und sind mit einer zu großen Euphorie in das Spiel gegangen. Wir waren zuvor schon neun Spiele ungeschlagen und wollten einfach zu viel. Das war ein Dämpfer und hat uns aufgezeigt, dass wir auch im defensiven Bereich besser arbeiten müssen. Das haben wir in den letzten Wochen hervorragend gemacht. Gegen Bayern haben wir nur ein Gegentor bekommen, in Köln zu null gespielt. Das ist schon gut.

bundesliga.de: Was ist das Geheimnis hinter den aktuellen Erfolgen?

Petric: Das Gesamtpaket stimmt. Wir arbeiten alle mit nach hinten und stellen gut die Räume zu. Und genauso arbeiten wir auch alle zusammen nach vorne. Bei uns sieht man in der gesamten Spielanlage eine Entwicklung . Köln hatte in der ersten Halbzeit nur 29 Prozent Ballbesitz. Wir spielen so, dass wir jedem Gegner unser Spiel aufzwingen wollen. Und das gelingt uns auch sehr häufig.

bundesliga.de: Kann der HSV jetzt das Thema Abstiegskampf zu den Akten legen und sich höhere Ziele stecken?

Petric: Wir haben jetzt einen gewissen Vorsprung. Aber acht Punkte Vorsprung können auch schnell wieder weg sein. Wir müssen jetzt aber nicht mehr so sehr nach hinten schauen. Wir sollten aber auch nicht von Woche zu Woche unsere Ziele ändern. Wenn wir es schaffen, Anschluss nach oben zu finden und die Möglichkeit haben, werden wir natürlich angreifen und versuchen, die Chance zu nutzen. Aber in erster Linie ist es wichtig, die 40 Punkte vollzumachen.

bundesliga.de: Sie selbst hatten lange Zeit mit Verletzungen zu kämpfen, sind nun wieder zurück im Team und haben in Köln zum ersten Mal seit dem 10. Spieltag 90 Minuten durchgespielt. Wie zufrieden sind Sie mit Ihrer Form und Fitness?

Petric: Ich bin zufrieden. Ich war lange verletzt, bin auf einem guten Weg und habe sicherlich noch Potenzial nach oben. In den kommenden Wochen wird sicherlich noch mehr passieren. In Köln war ich immerhin schon am Tor beteiligt und hatte meinen Fuß entscheidend mit im Spiel.

bundesliga.de: Am Samstag gastiert Werder Bremen zum Nordderby in Hamburg. Wie groß ist Ihre Vorfreude auf das Spiel?

Petric: Die Freude ist groß. Es ist ein Derby, das von der Spannung lebt. Das Nordderby ist ein ganz wichtiges Spiel für alle in der Stadt und unseren Verein. Wir freuen uns darauf und versuchen, das Spiel zu gewinnen. Und wie gesagt: wenn wir tatsächlich den Anschluss nach oben schaffen, werden wir angreifen. Das ist doch klar.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski