Leverkusen - Bayer 04 Leverkusen geht aus einer komfortablen Position heraus in die letzten acht Bundesliga-Spiele der Saison. Die Werkself hat als Vierter sechs Punkte Vorsprung auf den härtesten Verfolger (zur Tabelle): Den FC Schalke 04. Das Team von Roger Schmidt empfängt am Samstag (ab 15:00 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de) den Hamburger SV.

Vor dem Duell mit den abstiegsbedrohten Hanseaten spricht Leverkusens Mittelfeldspieler Stefan Reinartz im Interview mit bundesliga.de über die Ausgangssituation von Bayer 04, den kommenden Gegner HSV und seine Zukunft.

bundesliga.de: Stefan Reinartz, wie gut hat Ihnen und der Mannschaft die Länderspielpause nach den anstrengenden Wochen vor dem nun alles entscheidenden letzten Saisonviertel getan?

Stefan Reinartz: Für alle Spieler, die jetzt sehr viele Spiele inklusive zwei Verlängerungen im Pokal und in der Champions League gemacht haben, war dies sicher wichtig.

"... bis zum Showdwon in Mönchengladbach"

bundesliga.de: Wie bewerten Sie die Ausgangslage von Bayer Leverkusen? Mit welchen Erwartungen gehen Sie in die letzten acht Bundesliga-Spiele?

Reinartz: Da wir kein leichtes Restprogramm haben, ist es zwar eine gute, aber keine ganz einfache Ausgangslage.

bundesliga.de: Geht es in erster Linie darum, Platz 4 zu sichern oder schauen Sie in der Tabelle nach oben? Borussia Mönchengladbach liegt nur zwei Punkte vor Bayer 04.

Reinartz: Das eine schließt das andere ja nicht aus. Natürlich wollen wir Dritter werden. Dazu brauchen wir jetzt viele Punkte bis zum Showdown in Mönchengladbach.

bundesliga.de: Nach dem holprigen Rückrundenstart hat die Werkself in der Bundesliga zuletzt vier Mal in Folge ohne Gegentor gewonnen. Was hat die Mannschaft besser gemacht als zuvor?

Reinartz: Ich glaube, dass wir ab Mitte der Hinrunde schon sehr gut als Mannschaft verteidigt haben. Davor haben wir vielleicht das ein oder andere Tor zu viel bekommen. Das war in den letzten Spielen nicht mehr so.

bundesliga.de: Sie hatten sich zu Beginn der Saison Ihren Stammplatz im Mittelfeld zurück erkämpft, bevor Sie durch eine schwere Verletzung monatelang außer Gefecht waren. In der Rückrunde haben Sie wieder angegriffen, sind aber nicht mehr ganz so zum Zug gekommen. Wie bewerten Sie Ihre derzeitige Situation?

Reinartz: Durch den Augenhöhlenbruch konnte ich sieben Wochen überhaupt keinen Sport machen, so dass ich natürlich etwas Zeit gebraucht habe, um wieder reinzufinden. Das hat gegen Augsburg mit einem Tor auch gut funktioniert. Dadurch, dass die Mannschaft derzeit gut spielt und der Konkurrenzkampf im Mittelfeld sehr hoch ist, habe ich leider nicht die Einsatzzeiten, die ich mir wünsche.

"Die Hamburger stehen mit dem Rücken zur Wand"

bundesliga.de: Am Samstag gastiert der Hamburger SV in der BayArena, gegen den das Hinspiel mit 0:1 verloren ging. Der HSV kommt mit einem neuen Trainer. Wie gefährlich ist der Gegner?

Reinartz: Die Hamburger stehen wieder einmal mit dem Rücken zur Wand. Im Hinspiel haben sie gezeigt, dass sie uns schlagen können.

bundesliga.de: Danach steigt im Pokal das Viertelfinale gegen Bayern München. Täuscht der Eindruck, oder scheinen die Bayern im Moment nicht unschlagbar? Welche Chancen rechnen Sie sich aus?

Reinartz: Keine Mannschaft der Welt ist unschlagbar. Ich glaube, dass die Münchner nicht vor Freude in die Luft gesprungen sind, dass sie im Viertelfinale bei uns spielen müssen. Da zwei völlig gegensätzliche Spielideen aufeinandertreffen, wird es ein sehr interessantes Spiel, bei dem wir sicher eine Chance haben.

bundesliga.de: Nach der Saison läuft Ihr Vertrag in Leverkusen aus. Wann wollen Sie die Entscheidung über Ihre Zukunft nach sechs Jahren bei der Werkself treffen bzw. bekannt geben?

Reinartz: Mit der Jugend-Zeit eingerechnet sind es dann sogar schon 16 Jahre. Die Entscheidung, was ich mache, habe ich noch nicht getroffen. Sobald sich das ändert, werde ich die Entscheidung auch bekannt geben.

Die Fragen stellte Tobias Gonscherowski