Köln - Anthony Modeste ist ein glücklicher Mensch. Beim 1. FC Köln hat er sich schnell durchgesetzt, zudem ist er am Geißbockheim sehr beliebt. Nun durfte er sogar den Karneval hautnah erleben. Auf dem Weg zu seinem Deutsch-Unterricht sprach der französische Stürmer mit bundesliga.de über seine erfolgreiche Saison, was bei seinem Team noch besser werden kann und was ihn an Köln fasziniert.

bundesliga.de: Monsieur Modeste, haben Sie den 11.11. gut überstanden?

Modeste: Ja, das war mein erstes Mal und es hat mir sehr gut gefallen. Wir hatten alle zusammen unheimlich viel Spaß. Es war für mich komplett was Neues. Man muss diese Erfahrung einmal in seinem Leben gemacht haben.

bundesliga.de: Nach zwölf Spieltagen liegt der 1. FC Köln auf Platz sieben und Sie haben bereits sechs Treffer erzielt. Sind Sie zufrieden?

Modeste: Wir sind absolut im Soll, aber ich bin jemand, der sich immer hohe Ziele steckt. Ich habe zwar sechs Mal getroffen, aber ich weiß, dass ich es noch viel besser kann. Der Sieg bei Bayer Leverkusen hat uns wahnsinnig gut getan und wir sind glücklich, unseren treuen Fans eine solche Freude bereitet zu haben. Wir sind vor allem stolz auf unsere Siege in den beiden Derbys (1:0 gegen Borussia Mönchengladbach und 2:1 in Leverkusen).

"Die Fans haben mehr verdient"

bundesliga.de: Was kann noch besser werden?

Modeste: Unsere Ergebnisse vor heimischer Kulisse sind noch nicht befriedigend. Wir haben in unserem Stadion zu viele Punkte liegen gelassen. Bei jedem Heimspiel treten wir vor 50.000 Fans auf, und sie haben mehr verdient als das wir bisher geleistet haben.

bundesliga.de: Das heißt, dass das nächste Spiel gegen Mainz 05 von immenser Bedeutung ist?

Modeste: Ja, es wäre schön für unsere Fans, die drei Punkte zu holen, aber auch um mehr Konstanz zu zeigen und uns in der ersten Tabellenhälfte festzusetzen. Außerdem stehen die Mainzer nicht weit weg in der Tabelle und mit einem Dreier würden sie an uns vorbeiziehen. Dementsprechend sollten wir das Spiel seriös angehen und alles geben um diese Partie für uns zu entscheiden.

bundesliga.de: Persönlich haben Sie seit einigen Spielen das gegnerische Tor nicht mehr getroffen. Wie gehen Sie damit um?

Modeste: Mir ist es wichtig, dass ich mir weiterhin Chancen erarbeiten kann. Es ist mir völlig bewusst, dass ich im Abschluss noch effizienter werden kann. Aber wenn ich nicht treffe, ist es auch wichtig, die gegnerischen Verteidiger in Bedrängnis zu bringen und Räume für meine Mitspieler zu schaffen.

bundesliga.de: Sie standen bereits bei zahlreichen Klubs unter Vertrag, u.a. bei Angers, Bastia, Girondins Bordeaux, TSG Hoffenheim und nun Köln. Was macht den FC vor allem aus?

Modeste: Ich habe noch nie einen Klub erlebt, der eine solche Popularität genießt. Wir spielen im Schnitt zu Hause vor 50.000 Zuschauern, die Leute sind sehr leidenschaftlich dabei, sie leben für ihren FC. Ich sehe so oft Leute in der Stadt, die FC-Aufkleber an ihren Autos haben. Ich bin begeistert.

"Das war eine Gänsehaut-Atmosphäre"

bundesliga.de Was war Ihr bisher schönstes Erlebnis mit dem FC ?

Modeste: Unser Sieg in der BayArena. Auch wenn wir auswärts angetreten sind, hatte ich das Gefühl, dass wir vor heimischem Publikum spielen, weil unsere Anhänger so laut waren. Das war eine Gänsehaut-Atmosphäre.

Spaßvogel Anthony Modeste genießt den 11.11. © imago

bundesliga.de: Bis zur Winterpause stehen noch fünf Spieltage an. Welches Ziel haben Sie?

Modeste: Wir wollen das Maximum schaffen. Wenn wir bis zur Winterpause kein Spiel mehr verlieren sollten, wäre es eine tolle Sache. Wir wollen so schnell wie möglich die 40-Punkte-Marke erreichen. Danach könnten wir befreiter spielen und erst dann höhere Ziele anpeilen. Wir wollen unseren Fans ein schönes Weihnachtsgeschenk machen. Das bedeutet, zu Hause zu gewinnen. Persönlich möchte ich noch mehrere Tore schießen um meine gute Saison zu bestätigen.

Das Gespräch führte Alexis Menuge