Dortmund - Tabellenführer Borussia Dortmund musste sich beim bisherigen Schlusslicht Borussia Mönchengladbach mit 0:1 geschlagen geben. Trotz der Unterstützung von rund 20.000 mitgereisten Fans lieferte die beste Auswärtsmannschaft der Bundesliga eine ihrer schwächsten Saisonleistungen ab.

Nach der Partie stellte sich Innenverteidiger Neven Subotic den Fragen der Journalisten.

Frage: Herr Subotic, Dortmund verliert auf der Zielgeraden zur Meisterschaft 0:1 in Mönchengladbach. Wie bitter ist diese Niederlage?

Subotic: Natürlich sehr bitter. Vor allem wenn man sieht, wie wir in der ersten Halbzeit aufgetreten sind. Wir hatten zwar ein paar Torchancen, aber insgesamt waren wir sehr unkonzentriert. Gladbach stand defensiv sehr gut, und wir haben wenig Mittel dagegen gefunden und sind in Konter gelaufen. Dabei haben wir uns meist den Ball nur in den Fuß gespielt statt in den Lauf, um Tempo zu machen. In der zweiten Halbzeit war es viel besser, aber zu einem Tor hat es nicht mehr gereicht. Es war nicht unser bestes Spiel und ich hoffe, dass wir daraus unsere Lehren ziehen.

Frage: Wie haben Sie die Situation vor dem Gegentor erlebt?

Subotic: Eigentlich war ich vor Idrissou am Ball, bin aber dann auf seinen Stürmertrick reingefallen. Er hat kurz nach links gezuckt und ist dann rechts an mir vorbei gekommen. Ich wollte ihn noch wegdrücken, aber er hat das gut gemacht und ich kam zu spät. Das war mein Fehler, aber ich denke, es ist menschlich, dass ich auch mal einen Zweikampf verliere. Aber das Tor geht natürlich klar auf meine Kappe.

Frage: Dortmund hat ungewöhnlich viele Zweikämpfe verloren, warum?

Subotic: Gladbach hat sich gut eingestellt und ist aggressiv auf den Ball gegangen. Wir waren immer einen Tick zu langsam und haben nicht schnell genug gespielt, deshalb haben wir Gladbach die Möglichkeit gegeben, immer wieder in die Zweikämpfe zu kommen. Außerdem waren wir einfach nicht kreativ genug.

Frage: Wie schwer wiegt der Ausfall von Nuri Sahin?

Subotic: Nuri ist für mich der beste Sechser der Liga. Ohne ihn ist es natürliche eine Umstellung, aber Toni da Silva hat auch einen guten Job gemacht und ein paar gute Bälle gespielt und nach hinten gut gearbeitet. Aber Nuri ist ein Weltklassespieler und wenn er auf dem Platz steht, kann er jederzeit für Überraschungsmomente sorgen, die zu Toren führen können.

Frage: Trotz einiger guter Chancen ist Ihrer Mannschaft kein Tor mehr gelungen. Haben Sie eine Erklärung dafür?

Subotic: Es gab so viele Situationen. Mal war es Pech, mal war der Torwart im Weg, mal war es wohl die Luft. Keine Ahnung, woran es letztlich lag. Wir hatten aber insgesamt nicht so viele hundertprozentige Chancen. Das hätten wir besser machen können, vielleicht wäre dann einer rein gegangen.

Frage: Einige Male hatte auch Gladbachs Torwart Marc-Andre ter Stegen etwas dagegen. Wie beurteilen Sie seine Leistung?

Subotic: Er hat sehr gut mitgespielt und einige klasse Paraden gezeigt - und das mit seinen 18 Jahren. Unter so viel Druck so zu spielen, Hut ab! Schade, dass in letzter Zeit meist der beste Spieler bei der gegnerischen Mannschaft der Torwart ist.

Frage: Der Gladbacher Borussia Park war zur Hälfte in schwarz-gelb getaucht. Wie haben Sie die Stimmung erlebt?

Subotic: Das war fast schon Heimspielatmosphäre. Beim Warmmachen eineinhalb Stunden vorher waren schon so viele Fans da. Schade, dass wir ihnen keinen Sieg schenken konnten, aber trotzdem danke für die tolle Unterstützung.

Frage: Wie hat Sie das Ergebnis aus Leverkusen beeinflusst?

Subotic: Wir waren natürlich nicht mehr ganz so euphorisch, weil ja feststand, dass heute die Meisterschaft nicht entschieden wird. Wir wollten aber trotzdem das Spiel gut angehen, arbeiten, Tore schießen und gewinnen, um zu zeigen, dass wir verdient die Nummer eins sind. Das müssen wir nun im nächsten Spiel zeigen.

Frage: Wie ist nun die Ausgangslage vor dem Spiel gegen Nürnberg?

Subotic: Wir wollen dieses Spiel unbedingt gewinnen, egal was Leverkusen macht. Vor unserem Publikum wollen wir wieder so auftreten, wie die Fans es gewohnt sind. Wir wissen, dass wir nicht ein Prozent nachlassen dürfen, denn dann läuft man schnell einem Rückstand hinterher. Ich möchte gegen Nürnberg zu Null spielen und die Stürmer sollen wieder treffen. Wir müssen von der ersten Minute an voll bei der Sache sein, damit uns so etwas wie gegen Gladbach nicht mehr passiert.

Frage: Wie schätzen Sie den "Club" ein?

Subotic: Ein unangenehmer Gegner mit gefährlichen Spielern, wie Christian Eigler, der sehr schnell ist und von überall schießt. Das wird schwer genug für mich und Mats Hummels. Nürnberg kämpft noch um den Einzug in die Europa League und wird dafür alles geben. Wir haben heute gesehen, dass wir gegen kämpferisch eingestellte Mannschaften anders auftreten müssen. Meist war es diese Saison aber so, dass wir nach negativen Erlebnissen immer im nächsten Spiel die richtige Antwort gegeben haben.

Aufgezeichnet von Markus Hoffmann