Köln - Nach dem 2:1-Last-Minute-Sieg am vergangenen Wochenende gegen Hoffenheim hatten sich Spieler und Verantwortliche beim SV Werder Bremen wieder auf dem richtigen Weg gewähnt.

Mit einem Sieg beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln wollten die Hanseaten sogar wieder ein Aufbruchssignal in Richtung obere Tabellenhälfte setzen. Doch der Plan ging nicht auf, die Partie in der Domstadt verlor Werder sang- und klanglos mit 0:3.

Im Interview versucht Geschäftsführer Klaus Allofs, einen Erklärungsansatz für die Leistung der Bremer in Köln zu finden und verrät, warum er sich auf den nächsten Gegner, Rekordmeister FC Bayern, sogar freut.

Frage: Herr Allofs, Werder Bremen steckt nach dem 0:3 beim 1. FC Köln mitten im Abstiegskampf. Wie erklären Sie sich die desolate Leistung Ihrer Mannschaft?

Klaus Allofs: Das ist nicht zu erklären. Wir haben von der ersten Sekunde an unseren Augen auch nicht getraut, was sich hier abgespielt hat. Wir sind nie ins Spiel gekommen. Das Ergebnis ist nicht so schlimm, sondern die Art und Weise. Es war ein grausames Spiel.

Frage: Aber Ihre Mannschaft hat doch großes Potenzial.

Allofs: Wir müssen nicht über Potenzial reden, das ist Unsinn. Grundsätzlich kann die Mannschaft das, aber es bringt nichts, wenn sie es nur jedes dritte Spiel zeigt.

Frage: Also ist es eine Frage der Einstellung?

Allofs: Die Mannschaft hat den Kampf nicht angenommen. Da war kein Wille zu sehen, kein Kampf, kein Glaube. Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten, und sind nicht bereit, über den Punkt hinwegzugehen. Da kann man keinen herausnehmen, das war von der Nummer 1 bis zur 11 und allem, was da noch reingekommen ist, überhaupt nichts. Und wer nicht dagegenhält, wird so abgefertigt wie wir.

Frage: Wie ernst ist die Lage?

Allofs: Wir haben schon nach dem Sieg gegen Hoffenheim gesagt, dass wir noch längst nicht aus dem Abstiegskampf raus sind. Die Realität ist, dass wir ganz schlechten Fußball spielen und einige ganz weit von ihrer Form entfernt sind.

Frage: Und nächste Woche warten auch noch die Bayern...

Allofs: Das ist fast ein Segen. Denn da ist man drauf vorbereitet, was einen erwartet.