München - Pierre-Emerick Aubameyang hat sich in Dortmund hervorragend eingelebt. Mit fünf Treffern zeigte sich der Neuzugang in den ersten sieben Bundesligaspielern treffsicher und spielstark.

In der Champions League sucht sein neuer Club Borussia Dortmund noch die Form aus der vergangenen Saison, als der BVB erst im Finale gegen den FC Bayern scheiterte. Nach der Auftaktpleite in Neapel ist die Borussia gegen Olympique Marseille schon unter Druck. Vor dem Match gegen OL sprach der Offensivmann mit bundesliga.de über die Stärken der Franzosen, Startschwierigkeiten mit der BVB-Taktik und das Rennen um den Meistertitel.

bundesliga.de: Monsieur Aubameyang, welches Fazit ziehen Sie nach drei Monaten bei Borussia Dortmund?

Pierre-Emerick Aubameyang: Ich bin sehr glücklich. Alles ist bisher optimal verlaufen. Beim BVB fühle ich mich wohl. Ich wurde toll empfangen und dementsprechend fiel mir die Integration relativ leicht. Sportlich läuft es auch gut. Ich werde regelmäßig eingesetzt und ich mache meine Tore. Nun will ich diese Leistungen auf Dauer bestätigen.

bundesliga.de: Bei der Niederlage in Neapel in der Champions League, dem 1:1 in Nürnberg in der Bundesliga und dem knappen Pokalsieg beim TSV 1860 hatte man das Gefühl, dass der BVB-Motor stotterte...

Aubameyang: Wir können nicht jedes Spiel gewinnen. In Neapel haben wir einen schwarzen Tag erwischt. Das kann jeder Mannschaft mal passieren.

bundesliga.de: Ihr Trainer Jürgen Klopp rotiert immer wieder. Wie gehen Sie damit um?

Aubameyang: Wir haben einen starken Kader und diese Situation, immer mal draußen zu sitzen, muss man akzeptieren. Es gehört dazu. Wir haben auch unglaublich viele Spiele auf dem Programm. Zum Beispiel bin ich in München bei 1860 erst in der Verlängerung eingewechselt worden. Aber das ist völlig in Ordnung. Das Wichtigste ist, sich immer bereit zu halten und dann alles zu geben, sobald man eingewechselt wird. Das ist mir zuletzt gelungen.

bundesliga.de: Wie kommen Sie mit dem System von Klopp zurecht?

Aubameyang: Es war für mich eine große Umstellung, denn so eine Taktik kannte ich bisher nicht, vor allem, was die Defensiv-Arbeit betrifft. Bei Ballverlust sofort nach hinten zu laufen um den Ball so schnell wie möglich zurückzuerobern. Am Anfang hatte ich gewisse Schwierigkeiten, aber es wird nun immer besser. Mir ist auch bewusst, dass ich noch viel besser spielen kann. Ich hoffe, dass ich bald soweit bin.

bundesliga.de: Was ist Ihr Eindruck über die Stimmung in den Bundesliga-Stadien?

Aubameyang: Einzigartig. Ich hatte schon davon gehört, dass die Stimmung in Deutschland sehr gut ist, aber es ist noch besser als ich dachte. Jedes Spiel ist ausverkauft und was mich besonders imponiert: Alles verläuft friedlich, ich sehe viele Familien in den Stadien und ich habe noch keine einzige Krawalle gesehen. Das ist super. Das hat mich sehr überrascht.

bundesliga.de: Sie haben einen Vertrag bis Juni 2018 beim BVB unterschrieben. Wieso so lang?

Aubameyang: Weil ich jung bin und weil ich auch hier sehr lang bleiben möchte - solange es geht. Es war die richtige Entscheidung, hierher zu kommen. Ich habe es keine Sekunde bereut. Ich bin mir auch sicher, dass wir eine erfolgreiche Saison absolvieren werden.

bundesliga.de: Wie sehen Sie das Rennen um den Meistertitel?

Aubameyang: Der FC Bayern ist der logische Favorit, aber wir wollen auch Meister werden. Auch Bayer Leverkusen ist ernst zu nehmen. Und Schalke 04 wird sicherlich wieder oben angreifen.

bundesliga.de: Haben Sie sich ein Ziel gesetzt, was Ihre Toranzahl in der Bundesliga betrifft ?

Aubameyang: Ich hoffe so viele Treffer wie möglich zu erzielen. Aber für mich gilt es, an erster Stelle mit der Mannschaft Erfolg zu haben.

bundesliga.de: Wie sehen Sie das anstehende Champions-League-Duell gegen Olympique Marseille?

Aubameyang: Es wird ein hartes Stück Arbeit. "OM" hat sich im Sommer gut verstärkt. Ich finde, dass dieses Team stärker ist als in der vergangenen Saison. Insofern wird es eine heikle Aufgabe.

bundesliga.de: Was sind vor allem die Stärken der Franzosen?

Aubameyang: Sie haben starke Individualisten wie die französischen Nationalspieler Mathieu Valbuena und Dimitri Payet. Offensiv ist Marseille top besetzt. Nichtsdestotrotz sollten wir einfach unser Spiel durchziehen um die Partie für uns zu entscheiden.

bundesliga.de: Beide Mannschaften haben Ihr Auftaktspiel in der Champions League verloren. Sie stehen also massiv unter Druck.

Aubameyang: Wir sind zum Siegen verdammt, vor heimischem Publikum sowieso. Wenn wir alle drei Heimspiele in dieser Gruppe gewinnen, werden wir in der Champions League überwintern. Wir haben die Todesgruppe erwischt. Jeder kann weiterkommen. Es wird bis zum Schluss spannend.

Das Gespräch führte Alexis Menuge