Dreieinhalb von sechs Wochen Vorbereitung sind vorüber, die ersten Testspiele absolviert, am Mittwoch bei Borussia Dortmund gab es die erste Niederlage (1:2) - Zeit also, eine Zwischenbilanz zu ziehen.

Frage: Herr Klinsmann, die Hälfte der Vorbereitung ist vorüber. Wie fällt Ihre Zwischenbilanz aus?

Jürgen Klinsmann: "Sehr, sehr positiv. Wir sind voll im Plan, die Mannschaft zieht sehr gut mit und ist sehr engagiert. Seit knapp einer Woche sind jetzt auch unsere letzten EURO-Spieler zurück. Sie haben erst angefangen, Fitness aufzubauen und ihren Rhythmus zu finden. Diejenigen, die seit Vorbereitungsbeginn am 30. Juni dabei sind, haben da natürlich einen Vorsprung. Das hat man auch gegen Dortmund gesehen.

In den Testspielen treffen wir jetzt - sei es gegen Dortmund, Köln, Tokio oder Inter Mailand - auf Gegner mit einem gewissen Kaliber. Das sind Mannschaften, die uns eine Idee davon geben, wo wir stehen, und die jedem einzelnen Spieler zeigen, in welchen Bereichen er sich weiterentwickeln muss. Mit jeder Woche mehr wächst die Mannschaft weiter."

Frage: In Dortmund gab es die erste Niederlage. Welche Aussagekraft besitzt dieses Spiel?

Klinsmann: "Das Ergebnis sagt gar nichts aus. Natürlich hätten wir lieber gewonnen, aber wir haben das Spiel genutzt, um ein paar Dinge auszuprobieren. Wir wollten zum Beispiel sehen, wie sich Tim Borowski in die Mannschaft einfügt, wie sich die Mannschaft verschiebt, wie die Spieler kommunikativ auf dem Platz fungieren - viele, viele kleine, aber wichtige Dinge also.

Wir haben auch zwei verschiedene Systeme gespielt: In der ersten Halbzeit im 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld, in der zweiten Halbzeit im 3-5-2 mit einem Spieler hinter den beiden Spitzen, das haben wir der Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt. Sie hat es auch relativ gut umgesetzt."