Oliver Kahn ist ein Mann klarer Worte. Als der FC Bayern München am 29. Juni, also vor genau einem Monat, seine Arbeit nach der Sommerpause aufnahm, forderte der Torhüter "alle Titel, die wir holen können".

Wie ernst es die Bayern meinen, haben sie eindrucksvoll beim Premiere-Ligapokal 2007 bewiesen.

"Wir haben ein Zeichen gesetzt"

Werder Bremen in der Vorrunde (4:1), VfB Stuttgart im Halbfinale (2:0) und am Samstag im Finale Schalke 04 (1:0) besiegt - jene drei Teams also, die in der vergangenen Bundesliga-Saison in der Tabelle vor dem FC Bayern gestanden hatten.

Sie alle mussten beim ersten Gradmesser der neuen Spielzeit den Kürzeren ziehen und zusehen, wie die Bayern ihren sechsten Titel im Premiere-Ligapokal feiern.

"Nach der letzten Saison wollten wir auch gleich den Titel holen. Wir haben ein Zeichen gesetzt. Dass wir die drei Mannschaften geschlagen haben, die in der letzten Saison vor uns standen, war sehr wichtig", sagte Trainer Ottmar Hitzfeld.

"Viel Improvisation"

Der "General", der zum vierten Mal den Ligapokal-Titel holte, musste im Endspiel auf wichtige Spieler wie Franck Ribery, Luca Toni, Bastian Schweinsteiger oder Mark van Bommel verzichten.

"Es war heute auch vieles Improvisation. Wir hatten einige Probleme bei der Aufstellung, von daher war es mehr ein Sieg des Willens", so Hitzfeld weiter. Der Wille - neben klangvollen Namen wohl die größte Stärke der Bayern in der neuen Spielzeit.

Klose denkt an die Meisterschaft

"Wichtig ist, dass wir die Serie nicht abreißen lassen, dass wir versuchen, immer an das nächste Spiel zu denken und das auch zu gewinnen", erklärte Stürmer Miroslav Klose, der den Siegtreffer (29.) im Finale in Leipzig erzielt hat. Kaum haben die Bayern den ersten Triumph gefeiert, geht der Blick schon nach vorne.

"Ich denke, wir selbst sind unser größter Konkurrent in der Meisterschaft", sagte Klose. Auch Kapitän Kahn zieht eine positive Bilanz: "Für das Selbstvertrauen ist der Sieg sicherlich gut."

Asamoah: "Enttäuschung groß"

An Selbstvertrauen mangelt es auch den Schalkern nicht. "Trotz der Niederlage habe ich keine Sorge vor dem Bundesligastart. Wir haben bis zu diesem Finale gute Leistungen gezeigt und sind gut gewappnet", sagte Mittelfeldspieler Fabian Ernst, der in Leipzig die meisten Fouls (fünf) begang.

Der 1:0-Erfolg über den Karlsruher SC und das eindrucksvolle 4:2 beim 1.FC Nürnberg im Halbfinale hievten die "Knappen" ins Finale. "Die Enttäuschung ist natürlich groß, weil ich jedes Spiel und natürlich ganz besonders ein Finale gewinnen will", berichtet Gerald Asamoah.

Enge Angelegenheit

Aber auch der Nationalspieler richtet den Blick nach vorne: "Wir wissen, was wir können und wir wissen auch, dass wir eine gute Mannschaft haben und in der Bundesliga vorne mitspielen können!"

Wie eng das Finale war, belegt die bundesliga.de-Statistik: 50 Prozent Ballbesitz auf beiden Seiten, 11:8-Torschüsse und 57 Prozent gewonnene Zweikämpfe zu Gunsten der Münchener.

Der Premiere-Ligapokal 2007 lieferte einen Vorgeschmack auf die anstehende Bundesliga.

Fatih Demireli

Sehen Sie hier die Höhepunkte des Finales im Premiere-Ligapokal als Videostream:

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