Mit einem 4:1-Sieg gegen Hannover 96 ist Werder Bremen die Generalprobe für das Viertelfinale im UEFA-Pokal gegen Udinese Calcio (Do., ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) gelungen.

Im Interview mit bundesliga.de spricht Werders Geschäftsführer Klaus Allofs, wie wichtig die Partie gegen die Italiener für Bremen ist, wie er den Gegner einschätzt und wie hoch die Chancen sind, dass der Bundesligist den UEFA-Pokal gewinnt.

bundesliga.de: In den vergangenen beiden Bundesliga-Heimspielen ließ die Bremer Elf es jeweils vier Mal im gegnerischen Kasten klingeln. Nimmt Werder den Schwung nun in den UEFA Pokal mit?

Klaus Allofs: Das sind natürlich wichtige Ergebnisse, nicht nur für die Bundesliga, sondern das ist auch für das Selbstvertrauen gut. Solche positiven Erlebnisse nimmt man natürlich gerne in den UEFA-Cup oder in den DFB-Pokal mit. Die beste Vorbereitung, die man haben kann, sind erfolgreiche Spiele.

bundesliga.de: Werder ist noch in drei Wettbewerben vertreten. In welchem Wettbewerb sehen Sie die größten Chancen, sich für den Europapokal-Startplatz zu qualifizieren?

Allofs: Die Möglichkeiten in der Bundesliga sind rein theoretisch noch da, aber ich glaube, wenn man einen Blick auf die Tabelle wirft, dann ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering. Aber dennoch wollen wir in der Bundesliga gute Resultate erzielen, das haben wir jetzt gegen Hannover geschafft und wir wollen in der Tabelle schon noch weiter nach oben klettern. Es ist ganz klar, dass wir natürlich sehr stark auf den DFB-Pokal, aber auch auf den UEFA-Cup fokussiert sind, weil da eben die Möglichkeit besteht, sich abermals für den internationalen Wettbewerb zu qualifizieren. Dies ist natürlich wirtschaftlich interessant.

bundesliga.de: Hat Werder Bremen das Zeug, den UEFA-Pokal zu gewinnen?

Allofs: Ja. Nur eine Einschränkung: Die Kandidaten, die jetzt noch mit uns im Rennen sind, das sind alles gute Mannschaften, die auch in der Meisterschaft gute Resultate erzielt haben. Der HSV insbesondere, aber auch die französischen Mannschaften. Auch die Teams aus der Ukraine sind nicht zu verachten. Aber Werder Bremen in einer Topverfassung, so wie wir es auch in vielen Spielen im Verlauf der Saison gezeigt haben, ist in der Lage, den UEFA-Cup zu gewinnen.

bundesliga.de: Wie bewerten Sie den Gegner Udinese? In der Serie A haben die Italiener Probleme, im UEFA-Pokal haben sie unter anderem den Titelverteidiger Zenit St. Petersburg ausgeschaltet.

Allofs: Man kann fast eine Parallele ziehen zwischen Udinese und Werder Bremen, was das Potenzial angeht und was die Stellung und die Resultate in der Meisterschaft angehen. Sie haben gerade gegen Inter unglücklich verloren. Sie haben dort ein gutes Spiel abgeliefert und das zeigt eigentlich schon, wo man sie einordnen muss. Sie haben St. Petersburg ausgeschaltet und zu Beginn der Saison die Dortmunder in eindrucksvoller Weise aus dem Wettbewerb geschossen. Wir kennen sie auch aus der Champions League, obwohl es eine etwas andere Mannschaft war. Udinese ist eine europäische Spitzenmannschaft, die erfahren ist und sehr clever und taktisch gut spielt, die sich aber schwer tut, diese Leistung permanent abzurufen. Wir müssen dafür sorgen, dass ihre Leistung gegen Werder Bremen zwei Mal nicht zu gut wird.

bundesliga.de: Haben Sie sich bei Jürgen Klopp Tipps geholt? Dortmund spielte gegen Udinese bekanntlich in der 1. Runde.

Allofs: Nein, haben wir nicht getan. Wir haben es so gemacht, wie wir es immer machen. Unsere Scouts waren bei einigen Spielen und haben sich Udinese angeschaut. Wir sind nicht von unserer üblichen Vorgehensweise abgerückt.

bundesliga.de: Werder gegen Hamburg im UEFA-Pokal-Halbfinale: Wie viel Geld würden Sie auf diesen Tipp wetten?

Allofs: Das ist eine relative hohe Wahrscheinlichkeit. Wie ich das jetzt bewetten würde, kann ich nicht sagen, aber ich sehe den HSV durchaus als Favorit gegen Manchester City. Die Hamburger spielen eine eindrucksvolle Saison, sie sollten das schaffen können. Uns sehe ich auch nicht in der Außenseiterposition. Wenn der HSV und wir unsere Möglichkeiten voll ausschöpfen, dann sollten wir im Halbfinale aufeinander treffen.

Das Interview führten Jirka Schink und Fatih Demireli