Nach dem höchsten Europapokalsieg der Vereinsgeschichte wollte selbst Trainer Lucien Favre die Spannung nicht künstlich hochhalten.

"Ich habe als Trainer genauso wie die Zuschauer viel Spaß gehabt. Damit sind wir für die nächste Runde qualifiziert", sagte der Trainer von Hertha BSC Berlin nach dem 8:1 (5:0)-Schützenfest im Hinspiel der ersten Qualifikationsrunde für den UEFA-Cup gegen Nistru Otaci.

Nicht blamieren

Mit dieser Prognose dürfte sich der Schweizer nicht allzu weit aus dem Fenster gelehnt haben. Das Rückspiel am 31. Juli gegen die höchstens zweitklassigen Moldawier wird eher ein gemütlicher Betriebsausflug denn sportliche Herausforderung. Doch Ersatzkapitän Pal Dardai warnte: "Wir müssen professionell bleiben. Wir dürfen uns dort nicht blamieren und müssen aufpassen, dass wir uns nicht verletzen."

Um in die UEFA-Cup-Hauptrunde einzuziehen, muss Hertha, das über die gewonnene Fair-Play-Wertung das internationale Geschäft erreicht hatte, auch die zweite Qualifikationsrunde überstehen. Dabei mithelfen wird dann auch Berlins fünfter Neuzugang Cicero.

Der 23-Jährige wurde am Freitag bis 2010 mit einer Kaufoption für weitere vier Spielzeiten von Fluminense Rio de Janeiro ausgeliehen. "Hertha ist ein großer Club. Ich will um Titel spielen", sagte der Mittelfeldspieler, der bereits der fünfte Brasilianer im Berliner Kader ist.

Hoeneß hält weiter die Augen offen

Hertha-Manager Dieter Hoeneß hat mit dem -Leihgeschäft sein Pulver auf dem Transfermarkt noch nicht verschossen. Der tunesischen Stürmer Mohamed Chermiti sowie der Chilene Jorge Valdivia stehen ganz oben auf der Einkaufsliste. Bei Valdivia will Hoeneß ("Er ist nicht ganz billig") noch die Ablöseforderung seines Klubs Palmeiras Sao Paulo drücken.

Für die höchstens zweitklassigen Moldawier aus Otaci hat es auch ohne diese beiden Offensivspieler problemlos gereicht. Die Berliner schossen sich auch ein wenig den Frust der beiden vergangenen Testspiele von der Seele, in denen sie nicht über zwei Nullnummern hinausgekommen waren.

Pantelics Bekenntnis

"Auch wenn der Gegner nicht so stark war, hat man gesehen, dass wir in der Vorbereitung gut gearbeitet haben", sagte Neuzugang Marc Stein, der gleich beim Pflichtspieldebüt für seinen neuen Club traf (68.). Erfolgreichster Schütze war der polnische EM-Teilnehmer Lukasz Piszczek mit drei Treffern (34./42./80.). Zudem waren die Stürmer Raffael (23./71.) und Marko Pantelic (15. /38.) zweimal erfolgreich.

Pantelic, der sich zur Halbzeit mit leichten Wadenproblemen auswechseln ließ, bewies, dass er sich von der Hängepartie im Poker um einen neuen Vertrag nicht verunsichern lässt. "Ich stehe zu Hertha und werde 100 Prozent für den Club geben", sagte der Serbe, der noch einen Vertrag bis 2009 hat.