Belek - Moritz Stoppelkamp ist einer der Aufsteiger bei Hannover 96. Der Neuzugang von Rot-Weiß Oberhausen kam zum Saisonauftakt nach einer Verletzung von Carlitos schon nach drei Minuten zu seinem Debüt und gab den Platz in der Stammelf nicht mehr her - zumindest bis zum 11. Spieltag.

Dann zog sich der 24-Jährige gegen Dortmund einen doppelten Bänderriss und eine Knochenquetschung zu und fiel lange aus. Im Trainingslager im türkischen Alanya gab der Mittelfeldspieler jetzt sein Comeback.

Im bundesliga.de-Interview sprach Stoppelkamp über seine Rückkehr auf den Platz, die Erfolgsserie der 96er und die Aussichten für den weiteren Saisonverlauf.

bundesliga.de: Herr Stoppelkamp, nach zweimonatiger Verletzungspause haben Sie im Testspiel gegen Alanyaspor Ihr Comeback gegeben und gleich das "Tor des Tages" geschossen. Was ging da in Ihnen vor?

Moritz Stoppelkamp: Es war ein tolles Gefühl, endlich wieder Fußball spielen zu dürfen. Dass ich dann noch den Siegtreffer erzielt habe, war natürlich umso schöner.

bundesliga.de: Trotz der Verletzung dürfen Sie auf eine erfolgreiche Hinrunde zurückblicken - Sie waren Stammspieler. Sind Sie mit dem bislang Erreichten zufrieden?

Stoppelkamp: Dass ich gleich in meiner ersten Saison zu so vielen Einsätzen komme, damit habe ich nicht gerechnet. Aber als Fußballer will man immer spielen. Und ich habe immer an mich und meine Fähigkeiten geglaubt.

bundesliga.de: Was hat sich für Sie im Vergleich zur 2. Bundesliga geändert?

Stoppelkamp: Es wird viel zielgerichteter trainiert. Der Gegner wird genau analysiert und das Training ist dann darauf abgestimmt. Dazu versuchen die Trainer immer, die Stärken der Spieler noch mehr hervorzuheben und dabei gleichzeitig die Schwächen abzustellen.

bundesliga.de: Und jetzt steht Hannover 96 auf Platz 4 in der Tabelle. Träumen Sie schon von Europa?

Stoppelkamp: Sicher möchte jeder Spieler das Maximum herausholen. Aber wir wollen in der Rückrunde erst einmal versuchen, unsere Leistung aus der Hinrunde zu wiederholen. Wenn wir dann rechtzeitig den Klassenerhalt gesichert haben, können wir unsere Ziele sicherlich neu definieren.

bundesliga.de: Haben Sie sich die Tabelle denn schon mal ausgeschnitten?

Stoppelkamp: Nein, das habe ich noch nicht gemacht. Es war natürlich ein schönes Bild, als wir Tabellenzweiter waren. Da habe ich ein bisschen länger auf die Tabelle geschaut. Aber wir wissen ja alle, dass die Bayern noch kommen werden.

bundesliga.de: Warum ist Hannover in dieser Saison so durchgestartet?

Stoppelkamp: Wir sind eine richtige Einheit. Wenn einer einen Fehler macht, springt ein anderer sofort ein. Diesen Zusammenhalt spürt man auch außerhalb des Platzes. Wir verstehen und wirklich sehr gut. Auf dem Platz profitieren wir von unserem laufintensiven Spiel.

bundesliga.de: Und was fällt Ihnen zu Didier Ya Konan ein?

Stoppelkamp: Er ist der mit Abstand der beste Stürmer, mit dem ich bislang zusammengespielt habe. Es ist wirklich unglaublich, was er macht.

bundesliga.de: Aber ist Hannover vielleicht zu abhängig vom Ivorer? Saisonübergreifend hat 96 elf Spiele, in denen er nicht dabei war, verloren.

Stoppelkamp:: Statistik lügt nicht. Seine Tore sind für uns natürlich Gold wert. Aber Didier ist kein typischer Stürmer, der vorne lauert und auf die Bälle wartet. Er geht lange Weg und hilft auch in der Defensive mit. Das ist schon überragend. Mit seiner Spielweise passt er genau in unser Konzept.

bundesliga.de: Wo sehen Sie Schwachstellen im Team von Hannover 96? Ist es vielleicht die Defensive - denn wenn verloren wird, dann immer ordentlich?

Stoppelkamp:: Das würde ich nicht sagen. Wenn wir zum Beispiel das 0:4 in Hoffenheim nehmen, war das schon ein wenig unglücklich. Manuel Schmiedebach fliegt früh vom Platz und dann ist es natürlich schwierig, einen Punkt mitzunehmen. Außerdem sind wir ja brutal stark, wenn wir in Führung liegen (Anm. d. Red., Hannover 96 hat nach einer Führung in dieser Saison immer gewonnen).

bundesliga.de: Was haben Sie sich für die Rückrunde für Ziele gesetzt?

Stoppelkamp:: Man sollte sich immer verbessern. Mein Ziel ist es, noch effizienter zu spielen. Wenn ich das schaffe, dann bin ich mit der Saison für mich zufrieden.


Das Gespräch führte Michael Reis