Durch den Last-Minute-Ausgleich von Wellington zum 1:1 in Mönchengladbach verteidigt 1899 Hoffenheim die Tabellenführung der Bundesliga.

Im Gespräch mit bundesliga.de ordnet 1899-Abwehrspieler Andreas Beck den Rückrundenstart ein und spricht über seine erstmalige Nominierung für die deutsche A-Nationalmannschaft.

bundesliga.de: Herr Beck, ist 1899 Hoffenheim in Mönchengladbach noch einmal mit einem blauen Auge davon gekommen?

Andreas Beck: Nein, ich glaube, es war ein verdienter Punkt für uns, wenn man den Spielverlauf sieht. In der ersten Halbzeit waren die Mönchengladbacher besser, nach dem Wechsel kamen wir besser ins Spiel. Wir hatten einen Lattentreffer und haben in den letzten 20, 30 Minuten unheimlich viel Druck gemacht. Vielleicht wäre auch mehr drin gewesen. Aber in solchen Spielen muss man auch mal mit einem Punkt zufrieden sein und den mitnehmen.

bundesliga.de: Wenn man ein Witzbold wäre, könnte man sagen: Sie haben jetzt 39 Punkte, Glückwunsch zum Klassenerhalt.

Beck:(lacht) Ja, danke. Stimmt so.

bundesliga.de: Spaß beiseite. Die Pflicht hat der Verein jetzt erfüllt. Welche neuen Ziele haben Sie sich gesteckt?

Beck: Es gibt keine konkreten Ziele. Der Nichtabstieg war die Zielvorgabe am Anfang der Saison. Alles, was jetzt kommt, nehmen wir gerne entgegen. Wir wissen, was in uns steckt. Wir gehen in jedes Spiel mit der Einstellung, es zu gewinnen. Auch in Mönchengladbach wollten wir gewinnen. Leider hat es nicht so geklappt, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir haben noch viel Potenzial, das wir noch nicht ausgeschöpft haben. Man hat gegen die Borussia gesehen, dass wir bei weitem noch nicht bei 100 Prozent sind und trotzdem in solchen Spielen bestehen können.

bundesliga.de: Ihr Manager Jan Schindelmeiser hat gesagt, gerade das zeichne ein Spitzenmannschaft aus. Dass sie auch dann punktet, wenn sie nicht gut spielt.

Beck: Das sehe ich definitiv genau so. Wir müssen jetzt wieder an unsere Leistungsgrenze kommen. Dann werden wir auch solche Spiele wieder dominieren.

bundesliga.de: Aus den ersten beiden Rückrundenspielen hat Hoffenheim vier Punkte geholt. War das ein guter Start oder eher ein Stotterstart?

Beck: Wir haben mit Cottbus und Gladbach gegen zwei Mannschaften gespielt, die ganz unten in der Tabelle stehen. Da erwartet man, dass wir sie dominieren und guten Fußball spielen. Vier Punkte aus zwei Spielen sind okay. Wichtig war, dass wir unser Heimspiel vor neuer Kulisse gewonnen haben. Es wäre dann die Krönung, wenn wir auch das nächste Heimspiel gewinnen würden.

bundesliga.de: Nächster Gegner ist Bayer Leverkusen, das schlecht in die Rückrunde gestartet ist. Da hat Hoffenheim noch eine Rechnung aus dem Hinspiel offen, das 2:5 verloren wurde, oder?

Beck: Stimmt, im Hinspiel haben sie uns fünf Dinger eingeschenkt. Jetzt schauen wir einmal, was im Rückspiel passiert. Das wird am Freitagabend ein Topspiel werden. Ich freue mich darauf.

bundesliga.de: Unter der Woche hat Bundestrainer Joachim Löw den Kader für das Länderspiel am Mittwoch gegen Norwegen nominiert. Sie sind dabei, herzlichen Glückwunsch. Was erwarten Sie von den kommenden Tagen?

Beck: Schönen Dank für die Glückwünsche. Nach der Nominierung freue ich mich unheimlich auf die nächsten Tage. Für mich geht ein Traum in Erfüllung. Ich bin gespannt, ob ich zum Einsatz komme. Das wäre dann das Größte.

bundesliga.de: Hat der Bundestrainer Sie persönlich angerufen?

Beck: Ja, er hat mich am Tag vorher angerufen. Das war eine freudige Überraschung. Er hat mir gesagt, dass er mich schon lange beobachtet hat.

bundesliga.de: Wie bereiten Sie sich auf die Tage bei der Nationalmannschaft vor?

Beck: Wie immer, wenn man bei der Nationalmannschaft ist. Es wird sich wahrscheinlich nicht sehr von der U21-Nationalmannschaft unterscheiden. Da spricht man eine ähnliche Sprache. Ich freue mich sehr und bin gespannt wie es wird.

bundesliga.de: Wurde dann in der Kabine geflachst, nachdem beim letzten Länderspiel ihre Mitspieler Tobias Weis und Marvin Compper dabei waren und sie diesmal an der Reihe sind?

Beck: Wir haben nicht geflachst. Ich habe mich beim letzten Mal für die zwei Jungs gefreut. Diesmal haben sie sich für mich gefreut. Vielleicht sind wir beim nächsten Mal alle drei zusammen dabei. Wir arbeiten daran. Es ist ja auch eine Bestätigung für den Erfolg und die ganze tägliche Arbeit, die wir in Hoffenheim machen, wenn immer jemand nominiert wird.

bundesliga.de: Wie haben Weis und Compper ihre Nichtnominierung verdaut?

Beck: Die Jungs sind so stabil im Kopf, für die ist das kein Nackenschlag. Das ist ja etwas ganz Normales. Sie müssen in der Rückrunde ihre Leistung stabilisieren, dann sind sie bald auch wieder dabei.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski


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