Der FC Bayern hat die Kurve gekriegt. Nach zwei knappen Bundesliga-Siegen in Folge hat der Rekordmeister nun auch das Viertelfinale des DFB-Pokals erreicht.

Das 4:0 bei Eintracht Frankfurt war wohl mit die beste Saisonleistung der Münchener. Hinten wenig Chancen zugelassen, vorne die Möglichkeiten eiskalt ausgenutzt. Schon zur Pause stand es für den Rekordmeister 3:0.

Nur noch vier Punkte Rückstand

Doch beim FC Bayern will man sich nicht ausruhen. Die Aufholjagd in der Bundesliga soll fortgesetzt werden. Nach zwischenzeitlich acht Punkten Rückstand zur Tabellenspitze sind es inzwischen nur noch vier Zähler. "Wir müssen jetzt eine Serie starten", sagt Philipp Lahm im Interview mit bundesliga.de.

Der Nationalspieler spricht auch über die beiden unterschiedlichen Spiele gegen Eintracht Frankfurt und über das Tief seines Ex-Clubs VfB Stuttgart.

bundesliga.de: Zwei Spiele gegen Eintracht Frankfurt liegen hinter dem FC Bayern: Dem eher mühsamen 2:1 in der Bundesliga folgte ein furioses 4:0 im DFB-Pokal. War es für Sie von Vorteil, dass Frankfurt zuhause etwas mutiger gespielt hat?

Phlipp Lahm: Ich habe sie nicht wirklich mutiger gesehen. Ich glaube, Frankfurt hat in beiden Spielen sehr defensiv gespielt. Was uns eher in die Karten gespielt hat, war, dass wir ein sehr frühes Tor gemacht haben und dass der Gegner dadurch mehr kommen muss. So war es natürlich leichter.

bundesliga.de: Ist es Zufall, dass die beiden besten Saisonleistungen, die erste Halbzeit gegen Juventus und das Spiel in Frankfurt, jeweils keine Bundesliga-Spiele waren?

Lahm: Ich weiß es nicht. Ich glaube aber auch, dass das Spiel in Freiburg schon sehr gut war. Ich denke, dass wir ingesamt auf einem sehr guten Weg sind. Klar ist, dass wir in der Bundesliga eine Serie starten müssen. Das ist wichtig und es geht am Samstag beim VfB Stuttgart los.

bundesliga.de: Stuttgart hat fünf Pflichtspiele in Folge verloren. Ist es ein Nachteil für den FC Bayern, dass der VfB durch diese Situation besonders heiß sein wird?

Lahm: Das ist weder Vorteil noch Nachteil. Jede Serie, ob positiv oder negativ, reißt irgendwann. Ich habe die letzten Spiele Stuttgarts gesehen. Sie sind sehr engangiert, sie bewegen sich viel, versuchen wirklich alles, haben sich in den letzten Spielen viele Torchanchen erarbeitet, aber es fehlt im Moment das Glück.

bundesliga.de: Dadurch entsteht die Verunsicherung...

Lahm: Ja, das ist so, wenn die Torchancen nicht verwertet werden. Aber der VfB wird am Samstag gegen uns Gas geben. Wir müssen dagegenhalten. Wenn wir aber 1:0 in Führung gehen, dann ist Stuttgart so verunsichert, dass sie das nicht mehr drehen können. Gefährlich ist es aber auf jeden Fall!

bundesliga.de: Haben Sie mit Mitleid mit Markus Babbel, den Sie ja auch gut kennen?

Lahm: Ich habe diese Entwicklung nicht erwartet. Für mich gehört Stuttgart zum ersten Drittel der Bundesliga. Mitleid ist der falsche Ausdruck, aber ich habe mit Markus und auch Horst Heldt noch zusammengespielt und für beide würde ich mir natürlich wünschen, dass sie nach unserem Spiel eine Serie starten und nach oben kommen.

Aus München berichtet Fatih Demireli