Sinsheim - "Wichtig ist, dass die Null steht!, sagte Kevin Kuranyi nach dem 0:0 seiner TSG Hoffenheim gegen Eintracht Frankfurt. Es war das zweite torlose Remis für die Hoffenheimer seit dem Trainerwechsel von Markus Gisdol zu Huub Stevens.

Die Mannschaft kann also hinten zu Null spielen,  das war ja nicht immer so. Und es hat sich noch einiges verändert unter dem Trainer-Routinier aus den Niederlanden. Die Elf steht unter Stevens tiefer und hat mehr Ballbesitz.

Offensiv fehlt die Lockerheit

Dieser muss allerdings noch besser genutzt werden. Stevens bot zwar in Kuranyi (erstmals seit dem vierten Spieltag wieder in der Startelf), Eduardo Vargas, Kevin Volland und Jonathan Schmid vier Offensivspieler auf, aber insgesamt fehlt im Offensivspiel noch das Selbstvertrauen, die Lockerheit und auch die Kraft, um sich entscheidend durchzusetzen. "Wenn ich weiß, was die Spieler können, und dann sehe, was sie gezeigt haben, kann ich nicht zufrieden sein", sagte Huub Stevens nach dem Abpfiff: "Das ist aber die normale Reaktion der Spieler, wenn man unten steht. Das müssen wir durchbrechen. Das geht aber nur mit einem Erfolg."

Ganz stark präsentiert sich gegen Frankfurt vor allem ein Spieler, der seit Wochen überzeugt: Torwart Oliver Baumann. Der 25-Jährige hielt auch gegen die Eintracht wieder alles, was auf seinen Kasten kam und war Garant dafür, dass auch im zweiten Stevens-Spiel die Null hinten stand.

Nach dem Abpfiff erklärte Baumann, warum die TSG unter Stevens auf dem richtigen Weg aus der Krise ist und was die Mannschaft besser machen muss, um nach der Länderspielpause noch viele Punkte bis zur Winterpause zu sammeln. 

"Du darfst dich nicht ablenken lassen"

Frage: Herr Baumann, wie bewerten Sie das Remis?

Baumann: Ich denke, wir müssen zufrieden sein mit dem Punkt, so wie das Spiel gelaufen ist.

Frage: Wie zufrieden sind Sie mit der Leistung der Mannschaft?

Baumann: Erstmal war das schon okay, aber der Gegner hatte zu viele Torchancen. Wir müssen einfach einen Tick enger an den Gegenspielern bleiben, damit die Mannschaften nicht so leicht zu Chancen kommen.

Frage: Unter dem neuen Trainer gab es nun das zweite 0:0 hintereinander.

Baumann: Wie schon gesagt, wir müssen zufrieden sein mit dem Punkt. Ich denke, wir sind auf dem richtigen Weg und glaube, dass es so fruchten kann.

"Wir müssen ein bisschen umdenken"

Frage: In der Tabelle ist aber kein Fortschritt zu erkennen.

Baumann: Du darfst in einer solchen Situation nicht auf die Tabelle schauen und dich nicht ablenken lassen. Wir müssen uns aufs Wesentliche konzentrieren.

Frage: Ist es nicht schwierig für Spieler, sich vom Pressing von Markus Gisdol nun auf den eher auf defensive Kompaktheit setzenden Fußball von Huub Stevens einzustellen?

Baumann: Ganz so extrem ist es ja noch nicht. Es geht darum, die Basics gut zu machen. Und ich denke, das muss der Weg sein.

Frage: Und dennoch ist es eine andere Art Fußball zu spielen.

Baumann: Ja, wir müssen schon ein bisschen umdenken. Wir haben jetzt deutlich mehr den Ball. Es geht immer um Details. Wir brauchen natürlich ein bisschen Zeit, aber ich denke, so kann es funktionieren.

Aufgezeichnet von Tobias Schächter