Trainer Christoph Daum musste trotz vielversprechender Neuverpflichtungen und prächtiger Rahmenbedingungen erkennen, dass die "Aufbruchstimmung" beim Traditionsclub alleine nicht ausreicht.

"Wir sind natürlich alle enttäuscht. Wir arbeiten uns in die Liga rein. Zwei oder drei Pünktchen mehr würden uns aber ganz gut tun", sagte der 54-Jährige nach dem 1:1 (1:0) gegen Eintracht Frankfurt.

Es war mehr drin

Es waren für den Bundesliga-Rückkehrer gegen die Hessen in der Tat zwei verlorene Punkte, wie schon beim 1:2 nach Führung beim VfL Wolfsburg zum Bundesliga-Auftakt. Der Clubrekord mit dem 131. Spiel für den FC, eines mehr als die Legende Hennes Weisweiler, war für Daum kein Thema. Zu Feiern gab es schließlich nichts.

Der Führung durch das zweite Saisontor von Milivoje Novakovic (33.) folgte der ernüchternde Ausgleich durch Martin Fenin (81.) nach der einzigen Unachtsamkeit.

Lichtblick Caio

Es rächte sich der vergebene Foulelfmeter von Roda Antar, der seinen Schuss an den rechten Pfosten setzte (39.). Daum bemängelte aber nur die fehlende "Durchschlagskraft" seiner Mannschaft, die mit den prominenten Neuzugängen Petit oder Pedro Geromel hauptsächlich in der Defensive gefiel. "Ich war mit vielen Dingen einverstanden. Außerdem ist es unrealistisch, einen Gegner 90 Minuten an die Wand zu spielen", sagte Daum.

Mit etwas mehr Initiative im zweiten Durchgang hätten die Kölner die "handlungslangsarmen" (Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen) Frankfurter aber unter Kontrolle halten können. So konnte sogar der eingewechselte Club-Rekordeinkauf Caio bei seinem Debüt im Eintracht-Trikot das 1:1 einleiten.

Amanatidis kritisiert

Hart ins Gericht mit der Leistung ging Kapitän Ioannis Amanatidis. "Wir können uns glücklich schätzen, dass die den Elfmeter verballert haben. Uns fehlt die geistige und körperliche Frische. Für unsere Ansprüche ist das weit unter dem, was wir können", kritisierte der griechische Nationalstürmer.

Immerhin wurde nach dem 0:2 gegen Hertha BSC Berlin ein Fehlstart vermieden. Trainer Friedhelm Funkel, der Köln 2003 in die Bundesliga zurückgeführt hatte, zeigte sich deshalb auch optimistisch: "Ich vertraue dieser Mannschaft. Ich wundere mich nur, wie wenig Vertrauen dem Team entgegengebracht wird."