Am Freitag steht zum Rückrunden-Auftakt der ewige Nord-Süd-Klassiker zwischen dem Hamburger SV und Bayern München auf dem Programm (Fr., ab 20 Uhr im Live-Ticker auf bundesliga.de).

Vor dem Spitzenspiel sprach hsv.de mit Jürgen Klinsmann über den Pokalerfolg gegen Stuttgart und die Meisterschaftsfavoriten.

Frage: Der 5:1-Erfolg im DFB-Pokal gegen den VfB Stuttgart war ein mehr als deutliches Ergebnis. Steht der hohe Sieg für die aktuelle Leistungsfähigkeit Ihrer Mannschaft oder hatten die Stuttgarter einfach einen schlechten Tag erwischt?

Jürgen Klinsmann: Mit einem K.o.-Spiel im Pokal zu beginnen, ist nicht leicht. Ich denke, wir haben das Viertelfinale vor allem durch eine starke Vorstellung meiner Mannschaft erreicht. Wir haben gut gespielt und den VfB gar nicht ins Spiel kommen lassen. Die Art und Weise, wie wir aufgetreten sind, war imponierend. Es zeigt sich die gute Arbeit, die wir über die letzten Wochen geleistet haben. Es ist aber keine Selbstverständlichkeit, dass es gegen den HSV auch so läuft.

Frage: Es gab einen Zeitraum in der Hinrunde, in der es beim FC Bayern nicht lief. Sind Sie überrascht, dass zum jetzigen Zeitpunkt schon alle von der Meisterschaft sprechen und Ihre Mannschaft so stark spielt?

Klinsmann: Ich bin nicht überrascht. Wir wussten damals um die Probleme. Unsere Nationalspieler hatten nach der EM zum Beispiel noch einen Nachholbedarf. Nicht nur im physischen Bereich, sondern auch im Kopf. Dazu kamen einige Verletzungen. Mit Toni, Ribery und zeitweise auch Philip Lahm sind einige Leistungsträger über einen längeren Zeitraum ausgefallen. Die Arbeit, die wir im Juli und August gemacht haben, war langfristig ausgelegt, das hat ungefähr bis zum Oktober gedauert. Jetzt ernten wir die Früchte unserer Arbeit, zeigen guten und schnellen Fußball. Und vor allem zeigen wir auch Fußball, der den Jungs Spaß macht. Wir haben uns viel vorgenommen in den kommenden vier Monaten.

Frage: Dazu wäre ein Erfolg im Nord-Süd-Klassiker besonders wichtig. Wie bereiten Sie Ihre Mannschaft auf den HSV vor? Gibt es bei Spitzenspielen eine noch eingehendere Analyse des Gegners als bei anderen Mannschaften?

Klinsmann: Wir bereiten uns immer intensiv auf den Gegner vor. Einen Tag vor dem Spiel gehen wir in der Videoanalyse noch einmal individuell auf die Spieler des HSV ein, aber auch auf die gesamte Mannschaft. Damit haben unsere Spieler noch einmal etwas Visuelles vor Augen. Aber ehrlich gesagt, kennen sich die Spieler ja ohnehin untereinander. In der Vorbereitung am Spieltag schauen wir allerdings nur auf uns selbst, versuchen uns auf unsere Stärken zu konzentrieren und unser Spiel durchzusetzen.

Frage: Es wird immer von einem Meisterschaftszweikampf zwischen Hoffenheim und Bayern München gesprochen. Inwieweit rechnen Sie ebenfalls mit diesem Duell oder kann auch der HSV ein ernsthafter Konkurrent werden?

Klinsmann: Wir rechnen mit jeder Mannschaft, die oben steht. Dazu gehört auch der HSV. Alle kennen das Tabellenszenario. Der HSV kann mit einem Sieg an uns vorbeiziehen. Wir sind auf der Hut und haben Respekt davor, was die Mannschaft in der Vorrunde geleistet hat. Zum Auftakt haben sie uns beim 2:2 ja zwei Punkte weggenommen. Unsere Zielsetzung ist, hier zu gewinnen und weiter selbstbewusst aufzutreten. Aber wir nehmen den HSV sehr ernst.