Mönchengladbach - Nach zuvor vier Niederlagen in den vergangenen fünf Spielen konnte sich der Hamburger SV mit einem Erfolgserlebnis in den Weihnachtsurlaub verabschieden. Etwas glücklich gewannen die Hanseaten nach Toren von Eljero Elia und Piotr Trochowski mit 2:1 bei Schlusslicht Borussia Mönchengladbach.

Damit konnten die vom Verletzungspech arg gebeutelten Hamburger eine insgesamt unbefriedigend verlaufende Hinrunde einigermaßen versöhnlich in der oberen Tabellenhälfte abschließen. Nach dem Spiel stellte sich David Jarolim den Medien.

Frage: Glückwunsch zum 2:1-Sieg in Mönchengladbach. Der HSV hat sich lange schwer getan und dann doch dieses Spiel gewonnen.

David Jarolim: Das Wichtigste waren die drei Punkte. Nur das zählt. Alles andere ist egal. Wir mussten eine Reaktion nach den letzten Wochen zeigen. Das war unser Ziel. Wir wussten, dass Mönchengladbach zuhause verunsichert ist. Das hat man gerade in der Defensive gesehen. Das haben wir genutzt, auch wenn es in der 1. Halbzeit ein ganz schwaches Spiel war. Aber wenn man gut spielt und nicht gewinnt, bringt das auch nichts. Es war kein schönes Spiel, aber wir haben die drei Punkte.

Frage: Warum hat die Mannschaft vor dem Seitenwechsel so schlecht gespielt? War das eine Kopfsache, weil in den letzten Wochen zu viel passiert ist?

Jarolim: Nein, das gehört dazu. Wir sind auch nur Menschen. Es spielt sich alles im Kopf ab. In der 2. Halbzeit, als wir mehr Platz hatten, lief es total anders. Da haben wir den Ball laufen lassen, da waren wir in Bewegung. Wir müssen einfach spielen und nicht immer kompliziert. Dann klappt es auch.

Frage: Können Sie jetzt etwas beruhigter in den Weihnachtsurlaub fahren?

Jarolim: Mit Sicherheit. Wenn wir nicht gewonnen hätten, wäre das eine Katastrophe gewesen. So ist noch alles möglich. Wir müssen uns verbessern, wenn wir in der Tabelle weiter nach vorne kommen wollen. Wir brauchen nicht darüber reden, dass 24 Punkte nach der Hinrunde zu wenig sind. Das wissen wir auch.

Frage: Was muss in der Winterpause passieren, damit der HSV wieder in die Erfolgsspur zurückfindet?

Jarolim: Wir müssen uns anders orientieren. Wir haben sehr viele Tore kassiert, zu viele. Das müssen wir verbessern. Wir müssen verstärkt aus einer guten Defensive heraus spielen. Das hat uns gefehlt. Vorne sind wir in jedem Spiel in der Lage, Tore zu schießen. In der Offensive sind wir stark.

Frage: Wie fällt Ihre Hinrundenbilanz aus?

Jarolim: Es war mit Sicherheit für jeden von uns keine gute Hinrunde. Es gab mehr negative als positive Aspekte.

Frage: Glauben Sie, dass der HSV in dieser personellen Besetzung in der Lage ist, noch einmal die vorderen Plätze anzugreifen?

Jarolim: Das ist machbar. Vielleicht würde ein Neuzugang auf einer gewissen Position der Mannschaft noch guttun.

Frage: Ein Außenverteidiger?

Jarolim: Ja, vielleicht, aber ich sage jetzt nicht explizit Außenverteidiger. Ein Spieler.

Frage: Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?

Jarolim: Die Stimmung ist immer vom Ergebnis abhängig. Wenn man immer gute Laune hat und in der Tabelle unten steht, stimmt etwas nicht. So war es bei uns nicht. Gute Laune kann man nur haben, wenn man Erfolg hat. Da wollen wir wieder hin.

Frage: Wo feiern Sie Weihnachten?

Jarolim: Ich fahre mit meiner Familie nach Tschechien und werde dort ein paar schöne Tage verbringen.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski