Wroclaw - Roman Hubnik stand die Enttäuschung ins Gesicht geschrieben. Verständlich, denn der Abwehrspieler von Bundesliga-Absteiger Hertha BSC hatte gerade die EM-Auftaktpartie mit der Nationalelf Tschechiens gegen Russland mit 1:4 verloren. Der Turnierstart der Tschechen in der Gruppe A ist also kräftig misslungen.

Die Mannschaft von Trainer Michal Bilek braucht nun Siege in den kommenden zwei Begegnungen gegen Griechenland und Gastgeber Polen. Neben Hubnik kamen auch zwei andere Bundesligaprofis von Anfang an zum Einsatz: Michal Kadlec von Bayer Leverkusen und Jaroslav Jiracek vom VfL Wolfsburg. Der Nürnberger Tomas Pekhart saß 90 Minuten auf der Bank, während der in der kommenden Saison für den VfL Wolfsburg stürmende Vaclav Pilar in der 52. Minute den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 erzielte. (XL-Galerie: Bilder der Gruppe A)

Trotz dieses Tores waren die Tschechen mit ihren Stars Petr Czech vom FC Chelsea, Tomas Rosicky vom FC Arsenal und Milan Baros von Galatasaray Istanbul chancenlos. Die vielen Fans, die aus dem nahen Tschechien in die niederschlesische Stadt Breslau gekommen waren, fuhren enttäuscht wieder nach Hause. In den Katakomben des Stadions in Breslau, wo die Tschechen ihre sämtlichen Vorrundenspiele bestreiten werden, suchte Roman Hubnik nach dem Spiel im bundesliga.de-Interview nach Gründen für den schlechten Auftritt und sprach auch über seine Zukunft in Berlin.

bundesliga.de: Herr Hubnik, was lief schief gegen die Russen?

Roman Hubnik: Wir haben die ersten 15 Minuten sehr gut gespielt. Aber die Russen sind sehr stark im Konterspiel und haben uns mit dem 1:0 dann kalt erwischt. In der zweiten Halbzeit haben wir dann zwar das 1:2 gemacht, dann ganz gut gespielt, aber keine großen Torchancen herausgespielt.

bundesliga.de: Die Chancen fürs Weiterkommen stehen jetzt schlecht, oder?

Hubnik: Wir müssen nun unsere nächsten beiden Spiele gewinnen, das ist jetzt sehr wichtig.

bundesliga.de: Eigentlich sollte Michal Kadlec wie zuletzt in der Innenverteidigerposition spielen, nun stellte ihn Trainer Bilek auf die Linksverteidigerposition und Sie und Tomas Sivok spielten zentral in der Abwehr. Warum hat der Trainer sich so kurzfristig anders entschieden?

Hubnik: Das stimmt. Der Trainer hat vor zwei Wochen noch gesagt, Kadlec spiele innen und David Limbersky Linksverteidiger. Vor zwei Tagen kam der Trainer dann zu mir und sagte, dass ich innen spiele mit Sivok und Kadlec linker Außenverteidiger. Warum hat er aber nicht gesagt.

bundesliga.de: Haben Sie eigentlich während des Turniers Kontakt mit ihrem Verein, der Berliner Hertha?

Hubnik: Vor zwei Tagen hat mich Manager Michael Preetz angerufen und mir zum Geburtstag gratuliert. Auch mit dem neuen Trainer Jos Luhukay habe ich telefoniert.

bundesliga.de: Werden Sie denn nach dem Abstieg in Berlin bleiben?

Hubnik: Ich bin zufrieden in Berlin und auch meine Familie fühlt sich dort sehr wohl. Ich kann mir schon vorstellen, zu bleiben. Aber im Fußball weiß man nie.

Das Gespräch führte Tobias Schächter