Nach der 0:1-Niederlage beim Aufsteiger 1. FC Köln bleibt Energie Cottbus im Tabellenkeller. Auch gegen die Rheinländer offenbarten die Lausitzer ihre Probleme in der Offensive. Nur drei Tore aus acht Spielen bedeuten die schlechteste Ausbeute aller Bundesliga-Teams.

"Das ist verdammt wenig", bestätigte Energie-Kapitän Timo Rost im Interview mit bundesliga.de. Trotz der bedrohlichen Lage glaubt der 30-Jährige daran, dass in Cottbus in Ruhe weitergearbeitet werden kann.

bundesliga.de: Energie steht weiter auf einem Abstiegsplatz. Bei der 0:1-Niederlage in Köln lief es wie schon in einigen anderen Spielen vorher auch. Lediglich 28 Prozent Ballbesitz, nur ein Mal aufs Tor geschossen. Das ist nicht viel.

Timo Rost: Das ist verdammt wenig. Aber wenn wir über 90 Minuten komplett gewesen wären, dann wäre gegen diese Kölner Mannschaft mit Sicherheit etwas drin gewesen. So haben wir uns leider selber unserer Mittel beraubt. Je länger das Spiel dauerte, umso schwerer war es mit zehn Mann dagegen zu halten. Wir haben uns zur Halbzeit vorgenommen, kein Tor mehr zu kassieren, weil am Schluss jedes Gegentor zählt. Wir wollten den einen oder anderen Konter fahren. Das Tor zu verhindern, ist uns sehr gut gelungen. Leider haben wir es nicht geschafft, druckvoller nach vorne zu spielen.

bundesliga.de: Noch ist die Lage nicht so dramatisch, da auch die Konkurrenten im Tabellenkeller verloren haben. Jetzt kommt Frankfurt. Da sind drei Punkte sicher Pflicht?

Rost: Definitiv. Wir müssen nach vorne gucken und unser Heimspiel gegen Frankfurt gewinnen. Alles andere ist uninteressant. Für uns zählt nur ein Sieg, nicht anderes. Und das wird schwer genug.

bundesliga.de: Hat das Spiel schon einen Endspielcharakter?

Rost: Nein, dafür ist es noch zu früh.

bundesliga.de: Letztes Jahr hat es bis zum 12. Spieltag gedauert, bis Energie den ersten Sieg eingefahren hat. Der Klassenerhalt gelang dennoch. Wie ist die Perspektive für Energie in dieser Saison? Gibt es wieder einen Kampf bis zum letzten Spieltag?

Rost: Uns ist allen klar, dass es nur um den Klassenerhalt gehen kann. Ich habe immer betont, dass ich erst am letzten Spieltag auf die Tabelle gucke. Dann will ich mit meiner Mannschaft auf einem Nichtabstiegsplatz stehen. Wir wissen, dass der Kampf bis zum Schluss weiter gehen wird.

bundesliga.de: Wie ruhig bleibt das Umfeld nach jetzt wieder zwei Niederlagen in Folge nach dem kleinen Zwischenhoch zuvor?

Rost: Wir wissen, dass wir um den Klassenerhalt spielen und dass es bei uns immer wieder Rückschläge geben wird. Wir müssen immer wieder aufstehen. Das sind wir gewohnt. Deshalb werden wir auch in Ruhe weiterarbeiten.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski