Wenn es nach der persönlichen Bilanz von Jürgen Klopp ginge, dann könnte der Karlsruher SC die Punkte schon vor dem Freitagsspiel der Bundesliga gegen Borussia Dortmund (ab 20 Uhr im Live-Ticker / Liga-Radio) per Post an den BVB schicken.

Schließlich hat der Dortmunder Coach noch nie - weder als Spieler noch als Trainer - gegen den KSC verloren. Dennoch wollen die Badener, die zuletzt nur einen von 21 möglichen Punkten geholt haben, diese Negativserie unter allen Umständen beenden und den ersten Schritt aus der Krise machen.

Zuletzt in Cottbus verloren

Allerdings haben die erschreckende Bilanz der vergangenen Spiele, die jüngste 0:1-Pleite bei Schlusslicht Cottbus und der Absturz auf den Relegationsplatz Spuren beim KSC hinterlassen.

In mehreren Gesprächen der Profis untereinander sowie zwischen Trainer Edmund Becker und dem Mannschaftsrat wurde in den vergangenen Tagen Ursachenforschung betrieben. Das Ergebnis der Analyse liegt auf der Hand: Gegen den BVB zählt nur ein Sieg.

Stoll träumt von 20 Punkten zur Winterpause

"Allen ist klar, um was es geht. Wir müssen punkten, da ist es völlig egal, wie der Gegner heißt", sagte Ersatz-Kapitän Christian Eichner, der den nach wie vor verletzten Maik Franz (Fersenödem) als Chef auf dem Platz vertreten muss. Innenverteidiger Martin Stoll, der Franz in der Abwehr ersetzt, hat sogar bereits mit dem Rechnen begonnen: "Unser Ziel muss es sein, 20 Punkte bis zur Winterpause zu holen."

"Sein Wort in Gottes Ohr", kommentierte Trainer Edmund Becker das optimistische Vorhaben Stolls. Schließlich hat der KSC nach den bisherigen 13 Spieltagen erst die Hälfte der angestrebten Zähler auf dem Konto.

Für den Coach stehen deshalb andere Ziele im Vordergrund: "Dortmund hat einen guten Lauf und ist individuell ungeheuer stark besetzt. Für uns gilt, dass wir die Zweikämpfe annehmen und gewinnen müssen. Wir müssen aber endlich auch das umsetzen, was wir uns vornehmen."

Treffsicherer Stürmer gesucht

Da es bei der Umsetzung vor allem vor dem gegnerischen Tor hapert, machen die Karlsruher kein Geheimnis daraus, dass sie händeringend einen treffsichern Stürmer suchen.

"Wir brauchen einen Offensivspieler, der den Ball auch mal ins Tor haut", sagte Becker, der allerdings auch weiß, dass der KSC einen Torjäger selbst entwickeln muss: "Einen, der momentan trifft, bekommen wir nicht. Entweder können wir ihn nicht bezahlen oder er ist nicht zu haben."

Unter diese Kategorie fällt wohl auch BVB-Edelreservist Giovanni Federico, über dessen Rückkehr an die alte Wirkungsstätte aber dennoch immer wieder spekuliert wird. Noch mehr als Federico vermisst der KSC seinen Ex-Spielmacher Tamas Hajnal, der in der Form der vergangenen Wochen die größte Gefahr für seinen früheren Arbeitgeber darstellt.

Klopp warnt

Trotz der Vorzeichen zu Gunsten der Dortmunder, die mit einem Sieg den Sprung auf einen UEFA-Cup-Platz schaffen können, warnte Klopp seine Profis: "Die Karlsruher wollen in diesem Heimspiel ihre Situation dramatisch verbessern. Die Mannschaft verfügt über Qualität und sie wird vom Publikum nach vorne gepeitscht."

Einer, der für die Erfolgsserie des BVB in dieser Saison steht, ist Neven Subotic. Am vergangenen Spieltag sorgte er mit zwei Kopfballtoren für die Basis des 4:0-Erfolgs über Eintracht Frankfurt. Auch er will am Freitag punktemäßig nachlegen.

"Wir sind gut drauf"

"Unser kurzfristiges Ziel lautet natürlich, am Freitag in Karlsruhe drei Punkte zu holen. Wir sind derzeit gut drauf", erklärt Neven Subotic im Gespräch mit bundesliga.de "Unsere kommenden Gegner (KSC (A), Wolfsburg (H), Bielefeld (A), Gladbach (H), Anmerk. d. Red.) sind nicht zu unterschätzen, aber mit einem guten Spiel auch zu schlagen. Wir müssen realistisch bleiben, beim KSC gewinnen und dann schauen wir mal weiter.

Fehlen werden dem BVB im Wildparkstadion nur Nelson Valdez (Muskelfaserriss), Diego Klimowicz (Grippe) und Robert Kovac (gesperrt). - Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Karlsruhe: Miller - Celozzi, Sebastian, Stoll, Eichner - Mutzel, Aduobe - Freis, da Silva, Iaschwili - Kapllani

Dortmund: Weidenfeller - Owomoyela, Santana, Subotic, Lee - Kehl - Tinga, Hajnal, Kringe - Blaszczykowski, Zidan

Schiedsrichter: Gagelmann (Bremen)