Nach dem kurzen Stottern beim 0:1 in Berlin lief die Angriffs-Maschinerie von 1899 Hoffenheim beim 3:2-Sieg gegen den VfL Wolfsburg wieder auf Hochtouren.

Den nominell größten Anteil an dieser beeindruckenden Offensivleistung hat Vedad Ibisevic. Durch das 14. Saisontor im 13. Spiel hat der 24-Jährige weiterhin mehr Treffer erzielt als Partien absolviert.

Glücklich ohne Ziele

Weil der Bosnier mit so einem furiosen Lauf selbst nicht gerechnet hätte, denkt er auch jetzt noch nicht an die Torjägerkanone. "Ich setze mir in dieser Hinsicht keine Ziele. Aber bin glücklich, dass es so gut läuft", sagt Ibisevic im Interview mit bundesliga.de.

Außerdem spricht der Torjäger über das Zusammenspiel mit seinen offensiven Kollegen, das Hoffenheimer Selbstvertrauen und die Favoritenrolle in den kommenden Spielen.

bundesliga.de: Herr Ibisevic, Sie haben gegen den VfL Wolfsburg Ihr 14. Saisontor erzielt und sind weiterhin Erster der Torschützenliste. Was ist Ihre persönliche Zielsetzung in Sachen Torausbeute?

Vedad Ibisevic: Da habe ich keine. Vor der Saison hätte ich nie gedacht, dass ich überhaupt 14 Treffer erziele. Ich bin natürlich glücklich, dass es so gut läuft für mich, werde weiter Gas geben und hoffe, dass wir mit der Mannschaft weiterhin erfolgreich sind.

bundesliga.de: Gegen den VfL haben mit Chinedu Obasi, Carlos Eduardo und Ihnen wieder drei Offensivakteure getroffen. Wie erklären Sie es sich, dass die Hoffenheimer "Abteilung Attacke" fast immer so gut ins Rollen kommt?

Ibisevic: Wir passen zusammen, kennen unsere Laufwege inzwischen richtig gut und unterstützen einander. Gleichzeitig haben wir im Angriff eine hohe Qualität. Dass es im Zusammenspiel so gut klappt, macht mich glücklich.

bundesliga.de: Zur Pause stand es 2:2, die Partie war also noch völlig offen. Wie läuft es dann in der Kabine ab? Glauben Sie immer an den Sieg?

Ibisevic: Eigentlich war ich mir die ganze Zeit ziemlich sicher, dass wir gewinnen. Aber es war sehr wichtig, auch mal genau so ein Spiel zu gewinnen. Der Gegner war nach vorne stark. So einen Sieg, wo es auch mal schwer ist, knapp wird und wir kämpfen müssen, haben wir gebraucht. Dadurch konnten wir uns auch in dieser Hinsicht neues Selbstvertrauen holen.

bundesliga.de: Das Hoffenheimer Spiel ist sehr laufintensiv, auch Sie haben sich aufgeopfert und hatten sogar einen Krampf. Wie verkraften Sie so eine kämpferische Partie im Hinblick auf die nächste Aufgabe?

Ibisevic: Es ist schon absolut okay, wenn man nach dem Spiel kaputt und müde ist. Da muss man auch das Gefühl haben, alles gegeben zu haben. Wir haben genug Zeit, uns bis zum Samstag zu regenerieren. Da werden wir wieder topfit sein und Gas geben.

bundesliga.de: Die nächste Partie ist beim Mit-Aufsteiger 1. FC Köln, der auch einen guten Saisonstart hingelegt hat. Wie schätzen Sie die Kölner ein?

Ibisevic: Die haben auf jeden Fall eine sehr gute Mannschaft. Es wird ein hartes Stück Arbeit, ähnlich wie gegen Wolfsburg. Aber wir müssen versuchen, klar unser Spiel durchzusetzen. Dann werden wir vielleicht ein bisschen weniger Probleme haben.

bundesliga.de: Ihre Leistung im ersten Saisondrittel war furios. Gehen Sie eigentlich jetzt in jede Begegnung mit dem Gefühl, der Favorit zu sein?

Ibisevic: Wir gehen in jedes Spiel mit dem absoluten Willen zu gewinnen. Wenn Außenstehende sagen, dass wir Favorit sind, ist das etwas anderes. Für uns spielt das gar keine Rolle, wir wollen einfach weiter so gut spielen und gewinnen.

bundesliga.de: Sie wollen also so weitermachen. Wohin geht denn die Reise von 1899 Hoffenheim in dieser Saison dann noch?

Ibisevic: Für uns ist diese Saison optimal, weil wir nicht unter Druck stehen. Wir müssen eigentlich gar nichts. Das Wichtigste ist, dass wir sehr gut spielen, Spaß haben und weiterhin so viele Punkte wie möglich sammeln. Und dann schauen wir mal...

Das Gespräch führte Tim Tonner