Bremen - Der FC Bayern eilt von Sieg zu Sieg. Auch das neunte Pflichtspiel in dieser Saison wurde mit gewonnen. Gegen Werder war vor allem die sichere Defensive wieder ein Grundstein zum Erfolg. Den "Rest" erledigte dann die unberechenbare Kreativabteilung des Rekordmeisters.

Doch bei allem Jubel über die Tabellenführung mit der Maximalausbeute von 18 Punkten behält Holger Badstuber einen klaren Blick. "Wir können uns noch in allen Bereichen steigern. Denn wir sind ja nicht perfekt. Wir dürfen uns niemals zufrieden geben und müssen weiter hungrig bleiben", erklärte der Nationalspieler nach dem Abpfiff im Weser-Stadion.

Badstuber sprach auch über die Belastung der vielen Spiele, eine neu gewonnene Qualität beim FCB und seine "neue" Position links in der Viererkette.

Frage: Herr Badstuber, es war ein hartes Stück Arbeit in Bremen. Aber letztlich ein verdienter Sieg, oder?

Badstuber: In den ersten 60 Minuten war es ein sehr zähes Spiel. Aber wir haben nicht die Geduld verloren. Schließlich kann man ein Spiel nicht immer so früh entscheiden. Die Tore waren dann schön herausgespielt. Von daher haben wir in meinen Augen verdient gewonnen.

Frage: Phasenweise fehlte ein wenig die Spritzigkeit in den Angriffsbemühungen. Woran lag das?

Badstuber: Wenn man so viele Spiel zu absolvieren hat wie wir, dann kann man nicht immer dauerhaft Vollgas fahren. In solchen Partien muss man auch mal clever sein und, wie schon gesagt, die nötige Geduld aufbringen. Wenn man in der Defensive dann noch gut steht und zu Null spielt, dann klappt das auch.

Frage: Mit den Einwechslungen von Xherdan Shaqiri und Mario Mandzukic kam dann ja auch die Wende.

Badstuber: Im Vergleich zur vergangenen Saison merkt man, dass von der Bank noch einmal mehr Qualität kommt. Das ist das Gute und das macht dann den Unterschied.

Frage: Sie scheinen sich links in der Viererkette festgespielt zu haben. Dabei sind Sie eigentlich Innenverteidiger.

Badstuber: Ich spiele immer da, wo der Trainer mich aufstellt. Die Situation stellt sich nun einmal so dar und ich nehme sie zu 100 Prozent an. Umso mehr Spiele ich auf dieser Position mache, desto besser komme ich rein.

Frage: Die Defensive macht insgesamt einen sehr guten Job. Was passiert, wenn David Alaba bald zurückkehrt, der ja eigentlich für links hinten vorgesehen ist?

Badstuber: Das werden wir dann sehen. Momentan spiele ich auf dieser Position und habe auch da sehr viel Spaß am Fußball. Wenn ich dann irgendwann wieder in der Innenverteidigung nominiert bin, dann habe ich damit auch kein Problem. Das Wichtigste ist doch, dass wir als Mannschaft Erfolg haben.

Frage: Neun Siege in neun Pflichtspielen in dieser Saison: Wo kann sich der FC Bayern denn überhaupt noch verbessern?

Badstuber: Überall. Wir können uns noch in allen Bereichen steigern. Denn wir sind ja nicht perfekt. Das ist uns auch bewusst und wir arbeiten deshalb intensiv an uns. Wir dürfen uns niemals zufrieden geben und müssen weiter hungrig bleiben. Der Trainer ist uns da ein gutes Vorbild. Wir stehen gerade am Anfang der Saison und müssen definitiv noch zulegen. Denn die schweren Brocken kommen noch.

Aus Bremen berichtet Michael Reis