Mönchengladbach - Eintracht Frankfurt hat nach zwei Auftaktniederlagen wieder zurück in die Erfolgsspur gefunden. Mit einem beeindruckenden 4:0-Sieg im Mönchengladbacher Borussia-Park haben die Hessen ihre ersten drei Saisonpunkte eingefahren. Nach dem Spiel sprach bundesliga.de mit Eintracht-Verteidiger Maik Franz.

bundesliga.de: Glückwunsch, Maik Franz, zu einem überzeugenden 4:0-Auswärtssieg in Mönchengladbach. Was war der Schlüssel zum Erfolg?

Maik Franz: Wir haben unsere Chancen genutzt und gezeigt, was in uns steckt und was für einen Fußball wir spielen können. Wichtig war auch, dass wir direkt nach der Halbzeit eiskalt das 3:0 gemacht haben. Das war der Schlüssel zum Erfolg. In den ersten beiden Spielen hatten wir ein bisschen Pech und die wichtigsten Situationen nicht für uns entschieden. In Mönchengladbach haben wir sie für uns entschieden. Wir haben souverän und auch in der Höhe völlig verdient gewonnen. Das war ein tolles Spiel von uns, über das wir uns freuen können. Jetzt müssen wir gegen Freiburg aber nachlegen.

bundesliga.de: Kann man so ein bisschen von einem Befreiungsschlag der Eintracht nach den beiden Auftaktniederlagen sprechen?

Franz: Was heißt Befreiungsschlag? Die ersten beiden Spiele waren nicht so verkehrt. Aber wir wissen ja alle, dass es nur um die Ergebnisse geht. Die haben nicht gestimmt. Wir haben in den beiden Spielen nicht völlig versagt. Es waren ordentliche Spiele von uns. Aber diesmal hat das Ergebnis gepasst. So kann es öfter laufen.

bundesliga.de: Was lief denn besser als in den ersten Spielen?

Franz: Wir haben in den wichtigen Situationen das Richtige gemacht. Wir standen besser bei den Standards und haben kaum etwas zugelassen. Wir hatten auch ein bisschen Glück bei zwei, drei Chancen der Gladbacher. Aber die haben ja auch eine gute Mannschaft. Es ist normal, dass man bei einem Auswärtsspiel auch unter Druck gerät. Aber wir haben es recht souverän über die Bühne gebracht.

bundesliga.de: Die Mönchengladbacher hadern mit strittigen Entscheidungen. Einmal waren Sie beteiligt bei einem Zweikampf mit Idrissou. Da haben die Gladbacher Platzverweis und Elfmeter gefordert.

Franz: Das war auf keinen Fall eine Notbremse. Man kann darüber streiten, ob es ein Foul war. In den ersten Spielen wurden uns zwei ganz knifflige Situationen aberkannt, die auch spielentscheidend hätten sein können. Diesmal hatten wir Glück. Das gleicht sich alles in einer Saison aus.

bundesliga.de: Hat die Eintracht in Mönchengladbach nun ihr wahres Gesicht gezeigt?

Franz: Das ist eine gute Frage. Eines der wahren Gesichter. Wir müssen einfach beständiger werden. Wir haben das ja bereits im letzten Jahr gezeigt, dass wir gute Spiele abliefern und auch so ein Spiel wie gegen Gladbach raushauen können. Jetzt muss aber die Konstanz dazu kommen. Wir müssen über einen längeren Zeitraum die entscheidenden Situationen für uns entscheiden. Das war letztes Jahr nicht der Fall. Und in diesem Jahr hat es wieder so angefangen. Daran müssen wir arbeiten, dass wir nicht immer ein Topspiel abliefern und danach ein Gurkenspiel. Es liegt an uns.

bundesliga.de: Wie wichtig war, dass die Verantwortlichen in Frankfurt Ruhe bewahrt haben?

Franz: Wenn uns die Gegner in den ersten beiden Spielen total an die Wand geklatscht hätten, dann hätten wir auch nervös werden können. Aber wir wissen, dass wir Fußball spielen können. Das haben wir auch in der Vorbereitung gezeigt. Jetzt haben wir es auch in einem Spiel gezeigt, in dem es um etwas ging. Wir können zufrieden sein. Das war ein Auswärtssieg. Nicht mehr und nicht weniger.

bundesliga.de: Was erhoffen Sie sich von der Saison, was ist drin für die Eintracht?

Franz: Wir haben uns ein Ziel gesetzt, das relativ hoch ist. Daran arbeiten wir. Wenn wir öfter so spielen wie heute, werden wir es auch schaffen.

bundesliga.de: Bitte etwas konkreter.

Franz: Unser Ziel ist 50 Punkte plus X. Nach den ersten Niederlagen wurde daran schon gezweifelt. Wir werden jetzt mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben. Jetzt geht es gegen Freiburg. Da werden wir wieder ein volles Haus haben. Das Spiel wollen wir unbedingt gewinnen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski