Stuttgart - Der VfB Stuttgart hat mit dem Sieg in Mönchengladbach im Kampf um den Klassenerhalt einen wichtigen Erfolg eingefahren. Im Heimspiel gegen den 1. FC Nürnberg hoffen die Schwaben, einen weiteren Schritt nach vorne zu tun. Im Gespräch mit bundesliga.de erklärt Stürmer Martin Harnik, wie der VfB gegen den "Club" auftreten muss und wie die Mannschaft mit dem Druck des drohenden Abstiegs umgeht.

bundesliga.de: Herzlichen Glückwunsch zum Sieg bei Borussia Mönchengladbach und Ihrem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:2. Wie haben Sie das Spiel erlebt?

Martin Harnik: Es war ein Spiel für uns mit Höhen und Tiefen. Wir sind gut in die Partie gekommen, mussten dann jedoch durch Fehler zwei Treffer hinnehmen. Nach der Halbzeit sind wir klasse zurückgekommen und haben am Ende vielleicht auch mit etwas Glück drei wichtige Punkte geholt.

bundesliga.de: Zur Pause lagen Sie und Ihr Team mit 0:2 zurück. Was hat Bruno Labbadia in der Kabine gesagt, dass die Mannschaft so druckvoll aus der Pause gekommen ist?

Harnik: Er hat einfach die richtigen Worte gefunden, nicht unbedingt laut, sondern hat klar die Fehler angesprochen und uns die neue taktische Ausrichtung für die zweite Halbzeit vorgegeben.

bundesliga.de: Überhaupt war der Druck vor der Partie ungeheuerlich groß. Wie sind Sie und das Team damit umgegangen?

Harnik: Wenn man wie wir zwölf Punkte nach 17 Spielen hat, dann hat man für den Rest der Saison immer Druck. Wir dürfen nur von Spiel zu Spiel denken und müssen uns voll auf den jeweiligen Gegner konzentrieren. Rechenspiele bringen uns nichts.

bundesliga.de: Durch den Sieg haben Sie nun Anschluss zu den Rängen vor Ihnen hergestellt, auf Platz 14 sind es nur noch drei Zähler Rückstand. Welchen psychologischen Vorteil bringt das mit sich?

Harnik: Der Erfolg in Gladbach gibt uns hoffentlich Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben. Man hat nach dem Spiel bei der Borussia gemerkt, wie jeder einmal tief durchgeatmet hat. Doch dieser Sieg ist nichts wert, wenn wir in den nächsten Begegnungen nicht nachlegen.

bundesliga.de: Der VfB Stuttgart ist mit sieben Zählern sechstbeste Rückrundenmannschaft. Woher kommt der plötzliche Aufschwung?

Harnik: Wir haben in den letzten Wochen sehr intensiv gearbeitet und uns auf die erwartet schwere Rückrunde vorbereitet. Als Team präsentieren wir uns nun geschlossener und mit jedem Erfolg steigt das Selbstvertrauen, so dass auch das spielerische Element wiederkehrt. Doch noch stehen 13 Spiele aus und der Weg zum Ziel Klassenerhalt ist noch lang.

bundesliga.de: In Gladbach standen Sie erst zum fünften Mal in der Startelf und haben getroffen. Vier Ihrer sechs Liga-Tore haben Sie jedoch als Joker erzielt. Im Pokal gegen Chemnitz haben Sie gleich drei Mal von der Bank kommend eingenetzt. Wieso sind Sie in dieser Hinsicht so stark?

Harnik: Ich kann mich sehr schnell in ein Spiel einbringen, deshalb hat es bisher vielleicht immer geklappt. Doch natürlich spiele ich lieber über 90 Minuten und ich versuche ich mich dafür in jedem Training zu empfehlen.

bundesliga.de: Ein anderer Spieler, der gegen die Borussia für Belebung gesorgt hat, war Tamas Hajnal. Wie hilft er der Mannschaft weiter?

Harnik: Tamas hat sich schnell in das Spiel eingebracht, die Bälle gefordert sowie verteilt und dem Team damit Sicherheit gegeben. Er hat viel Erfahrung und hat schon in Gladbach gezeigt, dass er uns weiterhelfen wird.

bundesliga.de: Wie wichtig ist es für das Team, dass Serdar Tasci wieder fit ist und spielen kann?

Harnik: Für uns ist jeder Spieler, wichtig. Serdar hat in der Vergangenheit bewiesen, wie wichtig er für unsere Mannschaft ist, deshalb hoffen wir, dass er auch in Zukunft von Verletzungen verschont bleibt.

bundesliga.de: In Gladbach mussten Sie allerdings verletzt raus und sagten, dass Sie am Mittwoch wohl nicht zum Länderspiel Österreichs in die Niederlande reisen werden. Was ist passiert?

Harnik: Ich habe in der Schlussphase einen Schlag auf die Wade erhalten und daraus ist eine Wadenprellung entstanden, weshalb ich die Reise zur Nationalmannschaft absagen musste.

bundesliga.de: Werden Sie dem VfB gegen Nürnberg helfen können?

Harnik: Ich hoffe es.

bundesliga.de: Was für eine Aufgabe erwartet Sie und Ihr Team mit der Partie gegen den "Club"?

Harnik: Eine schwere Aufgabe. Nürnberg hat in der Rückrunde ebenso sieben Punkte geholt und zuletzt den Hamburger SV sowie Bayer Leverkusen zuhause geschlagen. Ich denke wir werden auf einen Gegner treffen, der diszipliniert auftreten wird und seine Konzentration eher auf die Defensive richtet.

bundesliga.de: Wie werden Sie das Spiel angehen müssen, um erfolgreich zu sein?

Harnik: Wir müssen an die zweite Halbzeit des Spiels in Gladbach anknüpfen. Es gilt kompakt zu stehen und gleichzeitig spielerische Akzente zu setzen.

bundesliga.de: Wie schwer wiegt dabei die Tatsache, dass Timo Gebhart und Georg Niedermeier gelbgesperrt fehlen? Warum?

Harnik: Gelbe Karten gehören nun Mal zu Fußball. Timo hat sich zudem leider verletzt. Wir haben aber einen Kader, in dem jeder in der Lage ist Verantwortung zu übernehmen. Jeder, der am Samstag gegen Nürnberg spielen wird, muss alles dafür tun, damit wir dieses Spiel gewinnen.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig