Hoffenheim - Andreas Ivanschitz hat mit seinem Tor maßgeblich dazu beigetragen, dass der 1. FSV Mainz 05 seine kleine Durststrecke von drei sieglosen Partien gegen 1899 Hoffenheim beenden konnte.

Nach dem 2:1-Sieg in Hoffenheim zeigt sich der Mainzer Mittelfeldmann daher auch rundum zufrieden.bundesliga.de sprach mit dem Österreicher über die Entwicklung der Mannschaft und das große Ziel.

bundesliga.de: Herr Ivanschitz, wie so oft im Fußball war die Partie gegen Hoffenheim wieder ein Spiel zweier verschiedener Halbzeiten, oder?

Andreas Ivanschitz: Ja, mit der ersten können wir vollauf zufrieden sein. Und in der zweiten Halbzeit hatten die Hoffenheimer zwar viel Ballbesitz, aber wir haben nicht die großartigen Chancen zugelassen. Wir haben allerdings unsere Konter nicht sauber zu Ende gespielt.

bundesliga.de: Ein Wermutstropfen?

Ivanschitz: Das war spielerisch sicher keine Offenbarung von uns. Da haben wir eher von unserem Einsatz und unserer Laufbereitschaft gelebt. Aber insgesamt, finde ich, haben wir in den letzten eineinhalb Jahren spielerisch beachtliche Fortschritte gemacht.

bundesliga.de: Kann man trotzdem von einem verdienten Sieg sprechen?

Ivanschitz: Ich glaube schon. Bei uns hat die Moral gestimmt. Nach den letzten Wochen, die doch sehr durchwachsen waren, war das wichtig. Zumal es nächste Woche gegen Hamburg geht, und wir auch noch auswärts ranmüssen. Es geht in die richtige Richtung.

bundesliga.de: Auch für Sie persönlich ist der Nachmittag gut gelaufen.

Ivanschitz: Auf jeden Fall, das Tor hat mir gut getan. Man macht sich ja selber auch Druck, wenn man die Chance bekommt, zu zeigen, was man kann. Das ist schon ein enormes Glücksgefühl, das nach so einem Tor raus muss, weil sich zuvor vieles angestaut hat.

bundesliga.de: Sie haben gegen 1899 zentral hinter den Spitzen gespielt - Ihre Lieblingsposition?

Ivanschitz: Ich habe da kein Kopfproblem, um mich umzustellen, ich werde ja auf Positionen eingesetzt, die mir liegen. Auf der Sechserposition kann man halt weniger Torgefahr ausüben. Deswegen bin ich nicht unfroh, dass der Trainer mich auch mal auf der Zehn spielen lässt. Und mit dem Tor ist das ja auch aufgegangen.

bundesliga.de: Dort haben Sie oft mit David Alaba zu tun gehabt - ihrem österreichischen Landsmann.

Ivanschitz: Das ist schon eine besondere Herausforderung, das hat Spaß gemacht. David ist ja jung und ambitioniert, wir wollten beide von Beginn an zeigen, dass wir uns nichts schenken.

bundesliga.de: Was bedeutet der Sieg für Ihr Team?

Ivanschitz: Vielleicht ist jetzt der Knoten geplatzt, zumal es ja auch vorher nicht an der Leistung insgesamt gelegen hat, sondern eher daran, dass wir für unsere Verhältnisse ungewöhnlich viele Torchancen des Gegners zugelassen haben. Der Weg, der Trainer unterstreicht das immer wieder, ist der richtige. Die Torchancen spielen wir ja fast immer heraus. Nur haben wir nicht immer so eine Bilanz wie heute, wo wir aus drei, vier Chancen zwei Dinger gemacht haben.

bundesliga.de: Unruhe kam aber auch vorher nicht auf?

Ivanschitz: Überhaupt nicht. Vom Resultat her hat es vielleicht oft nicht gepasst, wir sind aber ruhig geblieben. Unsere Geduld und unser Wille haben sich ausgezahlt, das lag aber natürlich auch am Tabellenplatz

bundesliga.de: Sie hätten aus den internationalen Rängen rausfliegen können. Spielt das eine Rolle?

Ivanschitz: Für mich persönlich nicht. Auch wenn wir das jetzt packen möchten. So lange wie möglich auf Platz 5 bleiben, vielleicht sogar bis zum Ende der Saison. Aber man kann da natürlich schnell wieder rausrutschen. Ihr hört das ja jede Woche: Wir denken von Spiel zu Spiel. So weit oben zu stehen nach so vielen Runden, das ist schon eine besondere Leitung. Und ich hoffe, dass wir das bis zum Schluss beibehalten können.

Das Gespräch führte Christoph Ruf