Gegen den VfL Bochum überraschte Werder-Trainer Thomas Schaaf mit seiner Aufstellung. Stammkräfte wie Kapitän Torsten Frings, Per Mertesacker, Mesut Özil, Clemens Fritz und Claudio Pizarro saßen zunächst nur auf der Bank.

Nach dem 0:1 zur Pause sollte sich das aber ändern. Pizarro kam neben Özil in die Partie und fortan ging es mit den Bremern wieder aufwärts. Dass es am Ende aber nur zu einem 3:2-Arbeitssieg reichte, lag laut Pizarro aber nicht an der Aufstellung.

"Ich glaube, dass es etwas mit der Einstellung zu tun hat. Das war auch schon gegen Valencia so. Damit machen wir uns das Leben schwer, das darf uns einfach nicht passieren", erklärte der Peruaner im bundesliga.de-Interview. Der Top-Stürmer spricht auch über die Partie gegen den VfL und wagt einen Ausblick auf das Halbfinale im DFB-Pokal gegen Augsburg.

bundesliga.de: Herr Pizarro, hätten Sie nach dem 4:4 gegen Valencia erneut mit so einem nervenaufreibenden Spiel gerechnet?

Claudio Pizarro: Nein, das habe ich nicht. Denn Valencia ist stärker einzuschätzen als Bochum. Aber wir mussten wieder auf die Gegentore reagieren. Dieses Mal hat es zum Glück für einen Sieg gereicht.

bundesliga.de: Trainer Thomas Schaaf hat viele Stammkräfte geschont. Auch Sie haben zunächst nur auf der Bank gesessen. War das die richtige Entscheidung?

Pizarro: Auf jeden Fall. Ich war nach den anstrengenden Wochen schon ein bisschen müde. Auch jetzt, wo ich nur eine Halbzeit gespielt habe. Wir haben aber genügend Qualität im Kader, so dass bei uns jeder spielen kann.

bundesliga.de: Woran liegt es, dass Werder wieder mehrfach einem Rückstand nachgelaufen ist?

Pizarro: Ich glaube, dass es etwas mit der Einstellung zu tun hat. Das war auch schon gegen Valencia so. Damit machen wir uns das Leben schwer, das darf uns einfach nicht passieren. Wir müssen von Beginn an immer hochkonzentriert sein, damit wir nicht so einfache Gegentore kassieren.

bundesliga.de: Mit dem 3:2 gegen Bochum konnten Sie den Fans endlich auch wieder einen Sieg im Weser-Stadion schenken.

Pizarro: Ja, und das war sehr wichtig. Alle waren enttäuscht, dass wir uns nicht für das Viertelfinale in der Europa League qualifiziert haben. Mit diesem Sieg haben wir uns aber das Vertrauen der Fans wiedergeholt.

bundesliga.de: Gibt der "Dreier" jetzt das nötige Selbstvertrauen, um am Dienstag mit einem Sieg gegen Augsburg ins Finale des DFB-Pokals einzuziehen?

Pizarro: Das hoffe ich doch. Das Selbstvertrauen ist da. Wenn wir die Leistung am Dienstag wiederholen und noch ein bisschen was drauflegen, dann können wir auch gewinnen. Wir spielen vor heimischem Publikum und den Vorteil müssen wir nutzen.

Das Gespräch führte Michael Reis