Der Hamburger SV ist dem UEFA-Pokal-Finale in Istanbul ein gutes Stück näher gerückt. Im Hinspiel der Runde der letzten Vier setzten sich die "Rothosen" nach einem Treffer von Piotr Trochowski mit 1:0 bei Werder Bremen durch.

Die ganz große Euphorie blieb aber aus. Im Interview analysiert HSV-Torhüter Frank Rost den Auswärtssieg und erklärt warum "noch nichts entschieden ist."

Frage: Herr Rost, wie bewerten Sie den Spielverlauf?

Frank Rost: In der ersten Halbzeit haben wir ein sehr gutes Spiel gemacht und sind verdient mit 1:0 in Führung gegangen. In der zweiten Spielhälfte hat Werder mehr getan und alles nach vorne geworfen. Leider haben wir es in dieser Phase verpasst unsere Konter zu nutzen und das zweite Tor zu machen. Aber das 1:0 ist kein schlechtes Ergebnis für uns.

Frage:: Was bedeutet der knappe 1:0-Sieg für das Rückspiel?

Rost: Im Rückspiel erwartet uns wieder ein hartes Stück Arbeit. Da ist noch nichts entschieden, schließlich ist im UEFA-Pokal alles möglich. Aber ein kleiner Vorteil ist jetzt auf unserer Seite und natürlich wollen wir in Hamburg ins Finale einziehen.

Frage: Im Rückspiel könnte es wieder zum Elfmeterschießen kommen. Im DFB-Pokal-Halbfinale scheiterten drei Hamburger Schützen. Bereitet Ihnen der Gedanke an eine Neuauflage des Elfmeterschießens Sorgenfalten?

Rost: Nein, davor haben wir keine Angst. Zu befürchten, dass die Jungs wieder verschießen ist Blödsinn.

Frage: Piotr Trochowski hat sich gegen Werder schon jetzt als treffsicher erwiesen. Er erzielte per Kopf den 1:0-Endstand. Nicht gerade typisch für einen Spieler mit einer Körpergröße von 1,69 Metern...

Rost: Er hat eine hervorragende Kopfballtechnik, wie aus dem Lehrbuch. Gerade wenn man ihn so frei zum Kopfball kommen lässt, kann er diese Stärke ausnutzen. Das haben die Bremer wohl unterschätzt.

Frage: Nach dem Aus gegen Werder im DFB-Pokal hat der HSV jetzt zumindest im UEFA-Cup vorerst die Nase vorn. Hat Ihre Mannschaft im Duell um die Nummer eins im Norden wieder gleichgezogen?

Rost: Noch ist ja nichts entschieden. Wir wollen den Bremern im Norden den Rang ablaufen. Dafür wäre es gut, auch mal in ein Finale einzuziehen. Im UEFA-Pokal hat Werder ja doch mehr Erfahrung als wir, da würden wir gerne etwas aufholen.

Frage: Den Grundstein dafür hat Ihr Team gelegt. Diesen Teilerfolg hätten die mitgereisten HSV-Anhänger nach Spielende gerne noch mit der Mannschaft gefeiert. Die Welle mit den Fans blieb aber aus...

Rost: Wir können die Situation richtig einschätzen. Solange wir nichts gewonnen haben, dürfen wir uns nicht feiern lassen. Wir lassen uns nicht blenden.

Frage: Viel Zeit zum Feiern bleibt ja ohnehin nicht. Am Sonntag muss der HSV in der Bundesliga wieder ran. Im Top-Spiel trifft Ihr Team auf Hertha BSC. Wie steckt die Mannschaft die Doppelbelastung weg?

Rost: Die Mannschaft ist stabil, wir haben eine sehr gute Mentalität. Auch wenn die Beine etwas schwer sind, werden wir gegen Berlin wieder eine gute Leistung zeigen.

Aufgezeichnet von Timo Strömer