München - Wenn 1899 Hoffenheim am Freitagabend Schalke 04 empfängt (ab 20 Uhr im Live-Ticker), wird wohl nur wenig so sein, wie in der Spielzeit zuvor. Die Gäste werden zwar in ihren Auswärtstrikots auflaufen - dieses Mal schmücken diese aber einige neue Gesichter. Felix Magaths Last-Minute-Einkäufe könnten das Team auf einigen Positionen verändern.

Auch die Ausgangslage beider Teams ist eine andere. Während Schalke in der vergangenen Saison nach zwei Spieltagen mit sechs Punkten an der Tabellenspitze stand, fand sich das Team von Trainer Ralf Rangnick mit nur einem Zähler am unteren Tabellenende wieder. In dieser Saison das umgekehrte Bild: Hoffenheim hat nach Siegen gegen Bremen (4:1) und St. Pauli (1:0) sechs Zähler auf dem Konto, die "Königsblauen" erwischten einen Fehlstart und sind noch punktlos. Trotz des deutlich besseren Saisonstarts der Gastgeber sieht Rangnick die Partie nicht als Selbstläufer: "Wir sind kein Favorit und müssen uns im Vergleich zum Spiel gegen Bremen noch steigern. Dann können wir Schalke sicher auch schlagen."

"Es wird eine schwere Aufgabe"

Zwölf Mal hat Felix Magath auf dem Transfermarkt zugeschlagen, hat dabei Topspieler wie Klaas-Jan Huntelaar, Raul und Jurado von Atlético Madrid in die Bundesliga geholt. Viel individuelle Klasse - ob die Stars auch harmonieren, muss sich erst noch zeigen. Genau da sieht 1899-Coach Rangnick einen Vorteil für seine Elf. "Die Ausgangsposition ist reizvoll. Schalke hat sich mit bekannten, erfahrenen Spielern verstärkt, wir mit drei jungen Spielern. Unser Vorteil ist, dass das Team schon zusammengewachsen und eingespielt ist. Es wird eine schwere Aufgabe, aber wir freuen uns darauf."

Personell kann Rangnick aus dem Vollen schöpfen. Die Nationalspieler Vedad Ibisevic, Josip Simunic, Neuzugang Gylfi Sigurdsson, Sebastian Rudy, Boris Vukcevic, Prince Tagoe und Isaac Vorsah sind ohne Blessuren in den Kraichgau zurückgekehrt. Auch Peniel Mlapa, der sich bei der U21 eine kleinere Wadenverletzung zugezogen hat, steht für die Partie gegen Schalke wieder zur Verfügung.

Zum dritten Mal mit der gleichen Besetzung?

Ein kleines Fragezeichen steht noch hinter dem Einsatz von Marvin Compper. Der Außenverteidiger ist im Training umgeknickt, Rangnick zweifelt zwei Tage vor dem Spiel aber nicht an seiner Teilnahme. "Für Freitag sieht es gut aus. Auch Mlapa hat wieder trainiert. Kadertechnisch haben wir also die gleichen Voraussetzungen wie gegen St. Pauli", so der Coach.

Dass Rangnick seine Elf unverändert ins dritte Punktspiel schicken kann, ist ein großer Pluspunkt, wie der Trainer selbst bestätigt: "Bis jetzt geht es in die richtige Richtung. Wir haben uns kontinuierlich gesteigert. Wenn wir es schaffen, an unsere Leistung anzuknüpfen und noch ein paar Prozent draufsetzen, können wir Schalke schlagen."

Ba spielt gegen sein Vorbild

Demba Ba freut sich besonders auf die Begegnung mit Raul. "Die Karriere von Raul ist vorbildlich. Wie viele Tore er in seiner Karriere gemacht hat und wie er sich im Strafraum bewegt, ist toll", sagt der 25-Jährige, betont aber: "Er ist nur bis Freitagabend 20 Uhr mein Vorbild." Dann will Ba seinem Stürmerkollegen zeigen, auf welcher Seite die Tore fallen. Große Namen kommen in die Rhein-Neckar-Arena, verstecken will sich die Heimelf aber auf keinen Fall.

"Der Respekt vor dem Schalker Staraufgebot ist genauso groß wie vor den Spielern von St. Pauli. Wir spielen gegen elf gute Spieler, egal, wer vor uns steht. Auf dem Platz gilt nur: 11 Männer gegen 11 Männer", erklärt Ba.