Das Top-Spiel des 8. Spieltages zwischen Tabellenführer Hamburger SV und Verfolger Schalke 04 endete am Sonntag leistungsgerecht 1:1-Unentschieden.

Dabei sahen die 57.000 Zuschauer in der HSH Nordbank Arena zwei ganz unterschiedliche Halbzeiten. Die erste Hälfte dominierte der Spitzenreiter nach Belieben und hätte seine knappe Führung ausbauen können.

In Abschnitt zwei waren es dann die Königsblauen, die nach dem Ausgleich ein ums andere Mal nah an der Führung dran waren. "Wir haben da nicht so gegenhalten können", erklärt Beiersdorfer gegenüber bundesliga.de.

bundesliga.de: Herr Beiersdorfer, 1:1-Unentschieden zu Hause im Spitzenspiel - ein Punkt gewonnen oder zwei Zähler verloren?

Dietmar Beiersdorfer: Natürlich gewinnt man gerne, gerade vor heimischen Publikum. Das hätten wir auch heute gerne getan, aber leider haben wir in der zweiten Halbzeit nicht das Niveau der ersten Hälfte halten können. Das war natürlich auch schwer, da wir im ersten Abschnitt sehr druckvoll und sehr variabel gespielt haben. Das war schon richtig gut. Einziges Manko: Uns hätte noch das ein oder andere Tor gelingen müssen, um dann das Spiel nach Hause zu bringen. Nach der Pause kamen die Schalker mit breiter Brust raus. Man hat gemerkt, dass sie das Spiel noch drehen wollten. Wir haben da nicht so gegenhalten können und schnell den Ausgleich kassiert

bundesliga.de: Was kann die Mannschaft aus diesem Spiel für Lehren ziehen?

Beiersdorfer: Man kann aus jedem Spiel was lernen. Ich denke aber, die Mannschaft hat alles gegeben. Sie hat zu Beginn hervorragenden Fußball gespielt und es war klar, dass ein solches Tempo schwerlich über 90 Minuten durchzuhalten ist. Außerdem darf man nicht vergessen, dass Schalke eine sehr gute Mannschaft hat. Daher wäre das 2:0 enorm wichtig gewesen um so früher den Sack zuzumachen.

bundesliga.de: Wenn man vorne die Tore nicht macht…

Beiersdorfer: Genau. Man muss aber ehrlich sagen, dass, wenn man das Tor in Halbzeit eins nicht macht, wäre es in der zweiten Hälfte sehr glücklich gewesen. Wir hatten nur noch eine große Chance durch den Pfostenschuss von Mladen Petric. Daher können wir auch wirklich mit dem Punkt leben. Natürlich hätten wir gerne gewonnen, aber letztendlich ist es auch o.k. so.

bundesliga.de: Für Schalkes Stürmer Kevin Kuranyi war es das Spiel eins nach seiner "Flucht" und seinem Rauswurf von der Nationalmannschaft am vergangenen Wochenende. Der 26-Jährige wurde bei fast jeder Ballberührung von den HSV-Fans ausgepfiffen, während ihn die eigenen Anhänger bejubelten. Hätten Sie mit so einer Reaktion gerechnet?

Beiersdorfer: Die Hamburger Fans sind natürlich keine Schalke-Fans. Unsere Anhänger betrachten die ganze Geschichte von einem anderen Blickwinkel und haben eben ihren Unmut über das Verhalten von Kuranyi lautstark kundgetan. Ich habe zwar nicht erwartet, dass es so extrem sein wird, aber es ist passiert. Ich finde es aber gut, dass die Schalker hinter ihrem Spieler stehen und ihn unterstützen, denn das ist wichtig für ihn, damit er auch wieder über diesen Punkt hinauskommt. Er braucht sicherlich ein wenig Zeit um über alles nachzudenken.

bundesliga.de: Am kommenden Wochenende geht es zum nächsten Spitzenspiel nach Hoffenheim. Der Spitzenreiter zu Gast beim Tabellen-Zweiten. Was sagen Sie zum furiosen Saisonstart des Aufsteigers?

Beiersdorfer: Das ist schon klasse, was die da aufgebaut haben. 16 Punkte nach acht Spielen ist schon eine tolle Leistung. Sie haben eine gute Mannschaft mit guten Spielern, die vor allem auch als Team geschlossen auftritt. Trainer Ralf Rangnick scheint sie taktisch super einzustellen. Nach dem UEFA-Pokal-Spiel am Donnerstag gegen MSK Zilina wird das am Sonntag ein schwerer Gang nach Mannheim.

Das Gespräch führte Thanh-Martin Nguyen