Mönchengladbach - Der Lauf von Borussia Mönchengladbach geht weiter. Gegen den 1. FC Kaiserslautern konnten die "Fohlen" mit 1:0 gewinnen. Mit dem dritten Saisonsieg im fünften Spiel verbesserte sich die Mannschaft von Trainer Lucien Favre auf Platz 3 der Bundesliga-Tabelle. Borussia-Stürmer Mike Hanke spricht im Interview mit bundesliga.de über den Höhenflug des letztjährigen Abstiegskandidaten.

bundesliga.de: Herr Hanke, die Borussia hat nach der ersten Saisonniederlage auf Schalke direkt das nächste Spiel gegen Kaiserslautern gewonnen. Wie schwer fiel es, diesen Sieg zu erkämpfen?

Mike Hanke: Es war brutal schwer, weil es auch richtig heiß war. Es war an dem Tag eine große Umstellung, weil es die Tage vorher nicht so schwül war. Wir haben uns sehr schwer getan. Aber wir hatten die deutlich besseren Chancen und letztendlich verdient gewonnen.

bundesliga.de: Warum hat sich die Mannschaft gegen den FCK schwer getan?

Hanke: Es kam einiges zusammen. Wir hatten viele Spieler, die bei der Nationalmannschaft waren. Einige waren verletzt. Ich weiß nicht, ob wir dadurch aus dem Rhythmus gekommen sind. Wir haben uns teilweise schwer getan. Letztlich redet in ein paar Tagen keiner mehr drüber. Wir haben die drei Punkte, das ist wichtig. Es sieht ganz gut aus.

bundesliga.de: Die Borussia hat bereits einige enge Spiele gewonnen. Zeichnet die Mannschaft aus, dass sie mental sehr gefestigt ist. War die geschaffte Relegation in der vergangenen Saison der Wendepunkt?

Hanke: Das gehört auf jeden Fall auch dazu. Wir haben durch die Relegation und den Klassenerhalt richtig Selbstvertrauen getankt. Wir sind fast komplett zusammengeblieben und haben ein paar gute Neuzugänge dazu bekommen. Wir haben uns gefunden, die Taktik stimmt. Der Trainer hat uns super eingestellt. Er wusste genau, wie Kaiserslautern spielt. Trotzdem müssen wir auch über die Fehler sprechen. Kaiserslautern war sehr schlecht und hat kaum etwas getan. Wir haben es aber nicht verstanden, ruhig zu bleiben und einen vernünftigen Spielaufbau zu gestalten. Wir wollten zu schnell nach vorne spielen. Wir hätten etwas ruhiger spielen müssen.

bundesliga.de: Wie gefestigt ist die Borussia? Rechnen Sie noch mit Rückschlägen oder muss mit der Borussia dauerhaft in der oberen Tabellenhälfte gerechnet werden?

Hanke: Wir wollen oben bleiben. Das ist klar, das ist besser als unten. Wir denken aber nur von Spiel zu Spiel. Wir können uns auf jeden Fall noch steigern und spielerisch viel besser agieren. Wir müssen weniger Fehler machen. Dann kommen die Punkte von alleine, weil wir eine sehr hohe Qualität in der Mannschaft haben.

bundesliga.de: Was sind die Stärken der Borussia?

Hanke: Wir sind in der Breite gut besetzt. Wir haben zum Beispiel fünf richtig gute Stürmer mit dem Joshua King, der noch nicht viel gepielt hat. Er ist ein junger Kerl. Wir haben auch noch den Mathew Leckie hinten dran. Das sind Spieler, die heranwachsen und schnuppern, aber trotzdem eine Alternative sind. Da muss man sich Woche für Woche beweisen.

bundesliga.de: Wie zufrieden sind Sie angesichts des Konkurrenzdrucks mit Ihrer persönlichen Leistung zuletzt?

Hanke: Mit meiner Leistung gegen Kaiserslautern war ich nicht zufrieden. Ich habe zu viele Fehlpässe gespielt, zu viele einfache Bälle verloren. Direkt nach der Auswechslung habe ich mich auf der Bank richtig geärgert. Ich zähle im Spiel und auch im Training meine Fehlpässe mit. Ich ärgere mich schon über einen einzelnen Fehlpass im Training. Gegen Kaiserslautern habe ich aber irgendwann, ich glaube nach dem fünften, aufgehört, die Fehlpässe zu zählen. Sonst habe ich drei bis vier pro Spiel. Auf die Quote möchte ich wieder kommen.

bundesliga.de: Sie sind auch als Stürmer noch ohne Saisontor. Was fehlt noch?

Hanke: Ich habe es in den letzten Wochen ein paarmal aus der Distanz versucht. Irgendwann werde ich dafür auch mal belohnt. Aber wir haben zuletzt trotzdem 1:0 gewonnen. Ich versuche, es in Hamburg besser zu machen.

bundesliga.de: Welche Perspektive besitzt die Borussia in dieser Saison?

Hanke: Ich habe schon vor der Saison gesagt, dass wir den Schwung des Endspurts mitnehmen wollen. Das hat Hannover letzte Sasison auch so gemacht. Das habe ich damals live miterlebt. In Mönchengladbach haben wir ein tolles Umfeld und mit den Fans ein großartiges Zusammengehörigkeitsgefühl. Das schweißt zusammen. Wir können etwas Großes erreichen.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski