Mönchengladbach - Die Borussia lebt noch. Nach dem fulminanten 5:1-Heimsieg im rheinischen Derby gegen den 1. FC Köln ist der Relegationsrang 16 für Borussia Mönchengladbach wieder in Reichweite. Nur noch zwei Punkte beträgt der Rückstand. Zum rettenden 15. Platz fehlen auch nur noch vier Zähler.

Entsprechend hoffnungsvoll blickt Borussias Innenverteidiger Dante im Gespräch mit bundesliga.de auf die kommenden Wochen.

bundesliga.de: Dante, Glückwunsch zum Sieg. 5:1 im Derby gegen den 1. FC Köln. Wie fühlt sich so ein Erfolg an?

Dante: Das ist ein toller Tag für unsere Mannschaft und unsere Fans. Die Fans sollen jetzt feiern, aber wir müssen uns sofort auf das nächste Spiel am Freitag in Mainz fokussieren. Das wird wieder ein sehr schweres Spiel. Aber wir brauchen auch da unbedingt die drei Punkte und müssen alles dafür tun.

bundesliga.de: Wie groß ist die Chance, dass die Borussia den Klassenerhalt doch noch schafft?

Dante: Wir haben jetzt nur noch zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz. Die Chancen stehen gut. Wenn wir alle daran glauben, können wir es schaffen. Ich glaube daran. Am nächsten Spieltag spielen Wolfsburg und St. Pauli gegeneinander. Es kann jetzt alles passieren. Wir müssen aber nur auf uns schauen.

bundesliga.de: Haben Sie eine Erklärung dafür, dass es gegen Köln eine richtige Leistungsexplosion der Borussia gab?

Dante: Es war ein Derby. Und wir mussten unbedingt die drei Punkte holen. Aber wir haben auch schon letzte Woche gegen Bayern München sehr gut gespielt. Wir müssen jetzt Kontinuität reinkriegen. Wir verstehen inzwischen immer besser, was der Trainer von uns taktisch verlangt.

bundesliga.de: Worauf legt der Trainer am meisten Wert?

Dante: Er legt viel Wert auf die Taktik. Für den Trainer war es nicht so einfach, als er zu uns kam. Er arbeitet sehr hart und bereitet uns gut vor.

bundesliga.de: Haben Sie in der ersten Viertelstunde nach der Pause, als die Kölner mächtig aufdrehten und das 3:1 erzielten, an das Stuttgart-Spiel gedacht? Da hat die Borussia nach einer 2:0-Pausenführung noch mit 2:3 verloren.

Dante: Nein. Aber wir müssen immer selbstkritisch sein, uns voll konzentrieren und aufpassen. Die ganze Mannschaft hat das verstanden. Nach dem Gegentor hatten wir eine schwierige Situation. Aber wir waren voll konzentriert und haben gut reagiert.

bundesliga.de: Wie haben Sie Ihren jungen Torwart Marc-Andre ter Stegen gesehen, der mit 18 Jahren in so einem wichtigen Spiel debütierte?

Dante: Über seine Qualität brauche ich nicht zu sprechen. Er hat sehr viel Qualität, das wissen wir aus dem Training. Er hat einen Superjob gemacht. Aber so kennen wir ihn auch. Er ist ruhig geblieben. Es war sein erstes Spiel und ich hoffe, dass noch 200 dazukommen. Ich habe vor dem Spiel mit ihm gesprochen, das ist meine Aufgabe, wenn ein junger Spieler kommt. Ich muss ihm helfen und Selbstvertrauen geben. Aber er gibt auch schon Kommandos und hat zu mir während des Spiels gesagt: "Dante, komm Junge oder schläfst Du?"

bundesliga.de: Das Restprogramm der Borussia hat es in sich. Jetzt stehen nacheinander die Spiele in Mainz, gegen Dortmund und in Hannover an. Tut sich die Mannschaft aber vielleicht gerade gegen spielstarke Teams einfacher als gegen die direkten Konkurrenten?

Dante: Das ist egal, alle Mannschaften sind stark, egal, ob sie Köln, Kaiserslautern oder St. Pauli heißen. Uns liegen aber Mannschaften besser, die Fußball spielen können. Gegen die können wir kontern.

bundesliga.de: Borussias Rechnung für den Klassenerhalt lautete vier Siege aus sechs Spielen. Jetzt fehlen noch drei Siege aus fünf Spielen.

Dante: Das ist unser Ziel. Wir müssen von Woche zu Woche denken. Wir wissen, dass wir noch Punkte brauchen.

bundesliga.de: Bleiben Sie auch in der nächsten Saison bei Borussia?

Dante: Warum nicht?

bundesliga.de: Es hieß, andere Vereine wären an Ihnen dran, wenn die Borussia absteigt.

Dante: Jetzt bin ich hier. Wir haben noch fünf Spiele. Ich bin 100 Prozent auf die Borussia fokussiert und muss alles für die Mannschaft geben. Wir wollen unbedingt den Abstieg verhindern. Die Frage kann ich nicht beantworten, weil ich viel Respekt vor dem Verein habe. Ich habe noch einen Vertrag.

Das Gespräch führte Tobias Gonscherowski