Frankfurt/Main - Hervorragend ist die Hinrunde für Eintracht Frankfurt gelaufen. Nach kurzen Startschwierigkeiten sind die Hessen heißgelaufen und haben sich in der oberen Tabellenhälfte festgesetzt. Mit 26 Zählern spielten die "Adler" die beste Hinserie seit 17 Jahren und überwintern auf Rang 7 in Tuchfühlung zu den internationalen Plätzen.

Dabei scheint der beachtliche Erfolg in den ersten 17 Partien der Saison besonders mit einem Namen verknüpft zu sein: Theofanis Gekas. Der Stürmer wechselte im Sommer vom Liga-Konkurrenten Bayer Leverkusen an den Main und lief dort zu der Form auf, die er schon in der Saison 2006/07 zeigte, als er im Dress des VfL Bochum mit 20 Treffern die Torjägerkanone gewann.

Im Interview mit bundesliga.de spricht der mit 14 Treffern Führende der Torschützenliste über das Abschneiden der Eintracht, seine Treffsicherheit und über das Verhältnis zu Trainer Michael Skibbe.

bundesliga.de: Herr Gekas, herzlichen Glückwunsch zu der tollen Hinrunde, die Sie mit Eintracht Frankfurt gespielt haben. Wie fällt Ihr Fazit aus?

Theofanis Gekas: Vielen Dank für das Kompliment. Das möchte ich aber direkt weiterreichen an die gesamte Mannschaft, Trainer, Trainerstab, Masseure und alle Menschen, die hinter den Kulissen für diesen Erfolg jeden Tag arbeiten. Fußball ist ein Mannschaftssport, der Erfolg gehört uns allen. Für diesen Erfolg haben alle sehr hart gearbeitet. Nun zur Ihrer Frage: Mein Fazit fällt sehr positiv aus. Ich bin sehr glücklich, dass unsere Mannschaft so gut abgeschnitten hat und in der Tabelle an einer sehr guten Position steht.

bundesliga.de: Gerade am letzten Liga-Spieltag haben Sie mit Ihrem Tor den 1:0-Sieg über Borussia Dortmund besiegelt. Wie verlief das Spiel aus Ihrer Sicht?

Gekas: Es war ein sehr schwieriges Spiel - Dortmund ist eine sehr starke Mannschaft, nicht umsonst waren sie seit 15 Partien ungeschlagen. Es war sehr wichtig, dass wir gegen den Tabellenführer gewonnen haben. Das zählt für mich: Wir haben die drei Punkte eingefahren und haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Die gesamte Mannschaft hat super gekämpft und alles gegeben. Dass wir den Tabellenführer geschlagen haben, ist ein Verdienst des gesamten Teams und zeigt, dass wir eine sehr gute Mannschaft haben. Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht und haben in der Abwehr zu null gespielt. Das ist super.

bundesliga.de: Hätten Sie vorab mit einem Sieg gegen den BVB gerechnet? Immerhin hatte der zuvor nur am 1. Spieltag verloren und war in 15 Partien ungeschlagen.

Gekas: Wenn ich damit nicht gerechnet hätte, dürfte ich kein Profifußballer sein. In jedem Spiel glaube ich, dass wir gewinnen und in jedem Spiel glaube ich daran, Tore zu schießen.

bundesliga.de: Was macht die Eintracht in dieser Hinrunde, der besten seit 17 Jahren, so stark?

Gekas: Wir haben eine sehr gute und starke Mannschaft und wir haben ein sehr gutes Verhältnis untereinander. Die wichtigste und ausschlaggebenste Rolle spielt dabei der Trainer Michael Skibbe.

bundesliga.de: Der wollte Sie ja im Sommer unbedingt haben. Rund um Ihren Wechsel zur Eintracht hieß es in den Medien, dass Sie Michael Skibbes absoluter Wunschspieler seien. Was kennzeichnet das Verhältnis Skibbe-Gekas-Eintracht Frankfurt aus?

Gekas: Vertrauen. Professionalität. Wir haben ja bereits in Leverkusen zusammengearbeitet und was wichtig ist: Ein Trainer möchte einen Spieler, dem er voll Vertrauen kann und ein Spieler möchte einen Trainer, dem er voll vertraut. Wir haben ein sehr gutes Vertrauensverhältnis und eine sehr gute Zusammenarbeit und das mit allen Spielern.

bundesliga.de: Inwiefern kommt Ihnen das System der Eintracht entgegen?

Gekas: Sehr. Es ist sehr wichtig für mich, dass das System auf mich zugeschnitten ist und das die Mannschaft mir so sehr hilft und mir sehr gute Vorlagen serviert. Das zeigt aber was für sehr gute Fußballspieler wir haben und was für eine starke Mannschaft wir sind. Das ist das Wichtigste.

bundesliga.de: Sie persönlich führen mit 14 Treffern die Torjägerliste der Bundesliga an. Was ist Ihr Geheimnis?

Gekas: Das Geheimnis kann ich natürlich nicht verraten, denn dann wäre es kein Geheimnis mehr. Das Ausschlaggebende für mich ist, dass die Mannschaft mir sehr viel hilft, Tore zu schießen. Die gesamte Arbeit leistet die Mannschaft, deswegen möchte ich auch heute noch mal ausdrücklich der Mannschaft für ihre super Arbeit danken. Es gehört manchmal auch ein bisschen Glück dazu und natürlich die Gabe, die mir Gott gegeben hat, sich im richtigem Moment freizulaufen, in die Aktion einzusteigen und dann das Tor zu machen.

bundesliga.de: Machen Sie sich Hoffnungen, ein zweites Mal nach 2007 die Torjägerkanone zu gewinnen?

Gekas: Es ist noch sehr früh, aber das Wichtigste ist, dass ich der Mannschaft helfen dabei möchte, damit wir als Einheit unser gesetztes Ziel erreichen. In diesem gemeinsamen Ziel werden auch meine persönliche Ziele erfüllt.

bundesliga.de: Die Fans in Frankfurt würden gerne wieder einmal zu Europapokal-Spielen ins Stadion pilgern. Wie groß sind die Chancen, dass die Eintracht kommende Saison international vertreten sein wird?

Gekas: Ich glaube wir können es schaffen. Es ist natürlich sehr schwer im ersten Jahr. Ich glaube, dass wir sehr gute Chancen haben, wenn wir konzentriert und genau so ernsthaft spielen wie in der Hinrunde. Dann werden wir auch weiterhin die Unterstützung der großartigen Fans bekommen und so können wir es schaffen.

bundesliga.de: Wie haben Sie das Pokalspiel bei Alemannia Aachen erlebt?

Gekas: Es war ein sehr schweres Spiel in Aachen. Für uns ist es noch schwieriger geworden weil wir nur mit zehn Spieler gespielt haben nach dem Platzverweis von Pirmin (Schwegler, Anm. d. Red.). So mussten wir über die gesamte Spielzeit mit einem Spieler weniger auskommen. Trotzdem hatten wir mehrere Chancen, um das Spiel für uns zu entscheiden. Ich glaube, dass wir sogar stärker und besser gespielt haben als Aachen. Wir konnten aber die Chancen nicht nutzen. Beim Elfmeterschießen ist es dann reine Glücksache. Wir haben leider kein Glück gehabt. Deswegen sind wir ausgeschieden.

bundesliga.de: War der Platzverweis entscheidend für den Spielausgang?

Gekas: Natürlich. Die Rote Karte für Pirmin war meiner Meinung nach übertrieben.

bundesliga.de: Vielen Dank für das Gespräch, Herr Gekas und alles Gute für das neue Jahr.

Gekas: Danke, ebenso. Ich möchte noch die Gelegenheit nutzen und allen Frankfurter Fans sowie allen Fussballfans und allen Menschen auf der Welt viel Gesundheit, Erfolg und Frieden im Neuen Jahr wünschen.

Die Fragen stellte Gregor Nentwig