Deutschland gewinnt in der WM-Qualifikation nach Liechtenstein auch gegen Wales und hält weiter Kurs auf die Titelkämpfe 2010 in Südafrika. Nach dem 2:0-Sieg in Cardiff stand Kapitän Michael Ballack Rede und Antwort.

Frage: Wie beurteilen Sie den 2:0-Erfolg in Wales?

Michael Ballack: Das war ein ganz wichtiger Sieg. Für uns zählen am Ende nur die drei Punkte. Wir wollten gegen Liechtenstein und Wales gewinnen und haben unser Ziel erreicht. Nach der Sommerpause starten wir als Tabellenführer in die Endphase der WM-Qualifikation, das ist auch psychologisch sehr wichtig. Wir wollen uns als Gruppenerster direkt qualifizieren und haben nun weiter alles selbst in der Hand. Spielerisch haben wir aber Luft nach oben, denn auch gegen die Waliser haben wir nur zeitweise überzeugt. Es gab auch viel Leerlauf bei uns, da müssen wir uns noch verbessern. Im Gegensatz zu den Niederlagen gegen England und Norwegen war aber eine deutliche Steigerung erkennbar.

Frage: Für Aufregung sorgte die Szene in der 67. Minute, als sie mit Lukas Podolski aneinandergeraten sind. Was war da genau los?

Ballack: Ich habe ihm was zu taktischen Dingen gesagt, die ich als Kapitän ansprechen muss. Es ging um Laufwege, eigentlich nichts Besonderes. Aber er war mit dieser Kritik offensichtlich nicht einverstanden. Das ist in Ordnung, wenn er anschließend mit mir oder dem Trainer intern darüber redet. Aber auf dem Platz darf so etwas nicht passieren. Auf dem Platz hat er das zu machen, was ich als Kapitän sage. Alles andere kann man anschließend regeln.

Frage: Gegen die Waliser hat Joachim Löw auf ein System mit einer Spitze und zwei defensiven Akteuren vor der Abwehr gesetzt. Ist das ein System für die Zukunft?

Ballack: Wir haben hin und wieder ja schon so gespielt. Ich denke, dass der Trainer gerade bei Auswärtsspielen gerne auf dieses System setzt. Es ist sicherlich eine Alternative, auch wenn wir gegen Wales nicht alles perfekt umgesetzt haben. Dafür, dass wir zwei Absicherungen vor der Viererkette hatten, sind die Waliser zu oft in unseren Strafraum gekommen.