Wolfsburg - Am vergangenen Dienstagabend zog der VfL Wolfsburg in der Champions League dank eines Heimsieges gegen Manchester United ins Achtelfinale ein. Doch die gute Form aus dem Duell mit den Engländern konnten die Wölfe nicht mit ins letzte Spiel vor eigenem Publikum in diesem Jahr retten.

Gegen einen stark spielenden Hamburger SV mussten sich die Niedersachsen am Samstag mit 1:1 zufrieden geben. Torwart Diego Benaglio glaubt trotzdem noch an einen guten Saisonabschluss und verrät, welchen Gegner er sich in der Champions League wünschen würde.

Frage: Herr Benaglio, wie würden Sie die Partie aus ihrer Sicht zusammenfassen?

Diego Benaglio: Die zweite Halbzeit war gut, die erste schlecht.

"Die Reaktion der Mannschaft war gut"

Frage: Kurz und knapp analysiert. Können Sie das trotzdem noch etwas detaillierter erklären?

Benaglio: Wir haben zunächst zu kompliziert gespielt und viele einfache Fehler gemacht. Im Zusammenspiel und in den Kombinationen nach vorne war zu viel Unruhe drin. Wir haben uns auch davon anstecken lassen, dass der HSV Druck gemacht hat, aber davon dürfen wir uns nicht aus der Ruhe bringen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann so gespielt, wie wir uns das vorgestellt haben. Es war schade, dass wir es dann nicht noch drehen konnten. Wir hätten uns in der zweiten Hälfte belohnen können. Unterm Strich müssen wir mit dem Punkt leben.

Frage: Beschreiben Sie aus ihrer Sicht das 0:1 durch Nicolai Müller.

Benaglio: Ich habe bei Lasoggas Schuss versucht, lange stehen zu bleiben und konnte den Versuch dann auch parieren. Beim Nachschuss von Müller war die Reaktionszeit dann zu kurz. Im Großen und Ganzen war die Reaktion der Mannschaft in der zweiten Hälfte gut, wir hätten das Spiel sogar noch drehen können, aber die erste Hälfte ist einfach ärgerlich.

Frage: Wie schätzen Sie die Tabellensituation für den VfL Wolfsburg ein?

Benaglio: Auf München brauchen wir nicht gucken. Borussia Dortmund ist im Moment auch einen Tick weg, mit dem BVB brauchen wir uns auch nicht groß auseinandersetzen, aber die Gruppe danach, die um die internationalen Plätze spielt, ist noch relativ nahe beisammen. Klar wäre es wichtig gewesen, einen Dreier einzufahren. Der hätte auch gut getan.

"In Stuttgart noch einmal alles versuchen"

Frage: Am letzten Spieltag der Hinrunde geht es gegen das Tabellenschlusslicht VfB Stuttgart. Da sollte ein Sieg Pflicht sein, oder?

Benaglio: Es war unser Ziel, in den letzten beiden Spielen noch sechs Punkte zu holen. Das ist schon jetzt nicht gelungen. Nichtsdestotrotz müssen wir in Stuttgart in der nächsten Woche noch einmal alles versuchen, um einen Dreier einzufahren und dann eben eine gute Ausgangslage für die Rückrunde zu haben. Die Tabellensituation ist noch kein Anlass die Nerven zu verlieren.

Frage: Am kommenden Montag wird das Achtelfinale in der Champions League ausgelost. Der VfL ist nach dem Sieg über Manchester United sogar als einer der acht Gruppensieger in Topf eins. Haben Sie einen Wunschgegner?

Benaglio: Ich wünsche mir einen Gegner, der mit uns möglichst auf Augenhöhe ist. Ich glaube persönlich, dass wir uns zum Beispiel vor dem AS Rom nicht verstecken müssen. Ich sage es mal anders: Wenn ich wählen müsste, wen ich nicht zugelost bekommen möchte, dann wäre es vielleicht Paris. Juventus muss auch nicht unbedingt sein. Aber ich glaube auch, dass wir gegen Turin unsere Chancen bekommen, wenn wir zweimal gut spielen. Wenn es dann Rom würde, könnte ich gut damit leben. Arsenal könnten wir auch ruhig noch einmal eine Runde aus dem Weg gehen. Aber wir können es ja auch nicht beeinflussen. Am liebsten einen Gegner, den wir schlagen können. Es wäre schön, wenn es noch einmal eine Runde weitergehen würde.

Aufgezeichnet von Alexander Barklage