Der Schweizer feiert das Tor mit seinem Landsmann Yann Sommer - nach einem Sprint über den gesamten Platz
Der Schweizer feiert das Tor mit seinem Landsmann Yann Sommer - nach einem Sprint über den gesamten Platz
Bundesliga

Xhaka: "Wir haben Träume"

Mönchengladbach - Granit Xhaka war der Matchwinner beim Rheinischen Derby. Mit einem wuchtigen Kopfballtreffer in der Nachspielzeit bescherte der Schweizer seinem Club Borussia Mönchengladabch den letztlich verdienten 1:0-Sieg gegen den 1. FC Köln. Anschließend gab sich der 22-Jährige schlagfertig im Interview.

"Wir wollten den Sieg unbedingt"

Frage:Granit Xhaka, hat der Mann das Spiel entschieden, der den Sieg am meisten wollte?

Granit Xhaka: Eher der Mann, der am meisten redet. Ich rede und tue dann aber, was ich sage. Ich habe schon vor dem Spiel gesagt, dass ich heute treffen werde. Ich habe gesagt: "Entweder sehe ich die Rote Karte oder ich treffe."

Frage: Ein Tor zu schießen war sicher die bessere Option...

Xhaka: Trotzdem bin ich nächste Woche gesperrt, weil ich die fünfte Gelbe Karte gesehen habe. Das ist ein bisschen bitter, dass ich der Mannschaft in Hamburg nicht helfen kann. Aber im Moment ist mir das ehrlich gesagt egal. Ich bin froh, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir wollten den Sieg unbedingt. Und ich gewinne lieber so ein Derby in der 90. Minute mit 1:0 als mit 5:0.

Frage: Wie ist Ihnen der Treffer gelungen?

Xhaka: Ich war im Sechzehner gar nicht eingeplant, habe dann aber Tony Jantschke gesagt, dass er hinten bleiben soll, damit der Trainer auch einmal meine Qualitäten im Sechzehner sieht. (lacht) Dann kam der Ball perfekt, ich treffe ihn perfekt mit dem Kopf. Ich bin ja kein Kopfballungeheuer. Aber es hat trotzdem funktioniert.

Frage: Danach haben Sie einen langen Sprint zurück zu Torwart Yann Sommer gemacht.

Xhaka: Mit letzter Kraft. Ich muss mir das noch einmal anschauen, ich weiß gar nicht mehr, wie ich das geschafft habe. Ich war enorm schlapp und konnte gar nicht mehr. Es war ein schweres Spiel gegen Köln, weil der Gegner defensiv enorm gut stand. Aber wir haben gewonnen und sind darüber jetzt enorm glücklich.

"Ich hoffe, dass wir noch einen Push bekommen"

Frage: Wann haben Sie Ihr letztes Tor per Kopf erzielt?

Xhaka: Oh, das ist lange her. Ich glaube, als Juniorenspieler. Ich weiß es nicht mehr. Aber diesen Tag heute werde ich nicht vergessen. Vielleicht lasse ich mir ein Bild von meinem Kopfballtor malen.

Frage: Schalke, Augsburg und Leverkusen haben ihre Spiele verloren (Tabelle). Macht das den Sieg noch wertvoller?

Xhaka: Ich denke schon. Wir haben Träume und Ziele, die wir erreichen wollen. Wir wollen nicht auf die anderen Mannschaften schauen, sondern nur auf uns. Dieser Sieg tut sicher gut, bringt aber auch nicht so viel, wenn wir nicht am nächsten Wochenende in Hamburg gewinnen.

Frage: War gegen Köln vor allem Geduld gefragt? Wo lag der Schlüssel zum Sieg?

Xhaka: Wir hatten sicher mehr Torchancen als auf Schalke. Es ist für mich schon etwas überraschend, dass so viele Mannschaften so defensiv gegen uns spielen. Ich weiß nicht, ob der Respekt vor uns so gestiegen ist. Das Spiel wird dadurch für uns nicht einfacher. Wir müssen Geduld haben, manchmal etwas schneller und den Pass präziser spielen. Aber so lange wir 1:0 gewinnen, passt es schon.

Frage: Wie schwer war das Spiel für Sie nach der frühen Gelben Karte?

Xhaka: Wenn Granit Xhaka im Derby keine Gelbe Karte sieht, wäre das doch ein Wunder. Ich habe zwar die Gelbe Karte gesehen, kommuniziere aber sehr gut mit den Schiedsrichtern und mache ihnen das Leben einfacher.

Frage: Was bedeutet der Derbysieg für das Europa-League-Spiel gegen den FC Sevilla?

Xhaka: Ich hoffe, dass uns der Sieg noch eine Portion Extra-Motivation gibt und wir noch einen Push bekommen. Wir wollen am Donnerstag ein gutes Resultat holen. Das wird ein ganz anderes Spiel als gegen Köln. Sevilla wird wahrscheinlich mehr mitspielen. Vielleicht wird es dann für uns spielerisch einfacher, wenn wir auch auf Konter spielen können. Wir freuen uns auf das Spiel.

Aufgezeichnet von Tobias Gonscherowski